Nach genau einer Woche kommt jetzt mein mehr oder weniger kleiner Bericht zum diesjährigen Rock am Ring Festival. Diesen Zeitraum von 7 Tagen brauchte ich auch um das laute Wochenende zu verarbeiten.

Ich fange mal ganz vorne an. Unsere Crew bestand aus insgesamt 13 Menschen und alterstechnisch war alles vertreten. Vom 16-jährigen Jungspund bis hin zu Rockveteranen um die 50!
Dieses Jahr fuhren wir mit zwei VW-Bussen und einem großen Anhänger – die Fahrt dauerte ca. 7 Stunden bis wir schließlich Donnerstag Nachmittag den Platz C6c (Caravanplatz) befuhren. Alles andere war schon voll.

Ich muss hier ja niemanden erzählen wie der Tag auf dem Campingplatz eines Musik-Festivals verläuft von daher gehe ich direkt über zu den ersten Musikern die ich mir am Freitag angesehen habe.

Für mich persönlich sollte Robert Francis das Festival eröffnen, doch vorher haben wir uns noch die letzten 3-4 Songs von Lissie gegeben. Sie war nicht schlecht, aber einige wissen ja, dass ich nicht unbedingt auf Frauenstimmen stehe was die Rockmusik angeht.
Robert Francis, den ich schon im vergangenem Jahr als Vorband vom John Butler Trio gesehen hatte, hat überraschenderweise sein im September rauskommendes Album vorgestellt und nur wenig von ‘One by One’ und ‘Before Nightfall’ gespielt, welches zwei brillante Alben sind. Aber im großen und ganzen wieder ein klasse Auftritt, ein Herzblut-Musiker durch und durch.

Danach kamen The Pretty Reckless auf die Bühne. Musikalisch nicht schlecht, aber das Thema mit den Frauen hatten wir ja eben schon ;)

Anschließend ging es rüber auf die Center Stage zu The Gaslight Anthem, die mal wieder sau gut waren! Musikalisch einfach nur unglaublich. Total ‘underrated’ wie ich finde.
Nach Gaslight ging es dann wieder zurück zur Alterna, wo ich mir nacheinander White Lies, Wolfmother, Interpol und Deadmau5 gegeben habe.
White Lies machen gute Musik und sind live auch gut, letztes Jahr schon beim Hurricane gesehen. Aber nichts umwerfendes. Ganz im Gegenteil -> Wolfmother! Die haben richtig eingeheizt.
Während des Konzertes sagte Andrew Stockdale, der Frontsänger- und Gitarrist, dass sie dieses Jahr doppelt so hart wie normal rocken werden, da sie das letzte Mal nicht spielen konnten und von Gentleman ersetzt worden. Hier einmal die Ansage anschließend mit White Unicorn und einem Cover von ‘Riders on the Storm’ (The Doors).

Dazusagen muss man auf jeden Fall noch, dass Wolfmother trotz ‘gutem’ Alternativ-Programm (Mando Diao, Kings of Leon) richtig gut besucht waren.
Anschließend Interpol, nicht unbedingt meins, schlecht waren sie auch nicht, aber die Stimmung war auch nicht gerade anwesend da wegen Kings of Leon die meisten wieder rüber zur Center sind.
Dafür kam da nach ein persönliches Highlight für mich…Deadmau5! Wenn mir vor 2 Jahren jemand Deadmau5 gezeigt hätte und mich gefragt hätte: “Na? Wie findest’s?” Hätte ich die Person ausgelacht und drum gebeten das sofort aus zumachen. Doch ich muss sagen, zum ‘dancen’ und feiern macht das einfach nur Bock sich der Musik mit den lauten Bässen hinzugeben.

Nach Deadmau5 war ich auch erst um 04:00 Uhr im Zelt und war am nächsten Tag dementsprechend fertig. Zum Glück war der Samstag musikalisch gesehen erst zum Abend hin etwas spannender für mich. So bin ich mit meinem Dad und zwei Freunden erst gegen 20:00 Uhr los zum Festivalgelände gegangen. Kurz einen Song von In Flames reingezogen um sagen zu können “die hab ich schon gesehen”.
Dann ging ich mit meinem Dad zusammen eher weniger begeistert zur Centerstage wo gerade die Söhne Mannheims spielten. Einfach nicht meine Musik. Dafür stieg die Vorfreude für Coldplay, die trotz teilweise sehr starken Regens ein klasse Konzert ablieferten.

Auf dem Rückweg nochmal kurz Korn mitgenommen aber auf Rob Zombie wollte ich wegen des Regens dann auch nicht mehr warten. Schließlich ging es dann gegen 01:00 Uhr klitschnass zurück ins Camp.

Der Sonntag begann für mich mit einem Anruf von o2, wo mir mitgeteilt wurde, dass ich mit noch einer Person zusammen Lifehouse vom o2-Tower aus sehen dürfte (habe automatisch durch die Anmeldung beim o2-Service bei diesem Gewinnspiel mitgemacht).
Eigentlich ist das nicht meine Band aber eine Freundin von mir wollte die gerne sehen also bin ich dann mit ihr zusammen zur o2-Station, und sind dann mit VIP-Pässen hinten die Bühne hoch und haben Lifehouse geguckt :)

Anschließend ging es dann direkt zur Clubstage zu Frank Turner wo wir dann wieder unsere Leute getroffen hatten. Der macht echt gute Folkmusik, nur empfehlenswert!

Unseren letzten Abend verbrachten wir dann komplett vor der Center mit Volbeat, Beatsteaks und System of a Down. Volbeat waren gut, auch wenn ich eigentlich nur 3-4 Songs richtig gerne mag.
Die Beatsteaks sollte jeder schon mal gesehen haben. Mit Abstand eine der besten deutschen Bands, vor allem was die Livepräsenz angeht. Stimmung pur!

Als Finale des Festivals sollten System of a Down die Centerstage headlinen. Nach gut 5-jähriger Pause war das der exklusivste Auftritt dieses Jahr auf dem Zwillingsfestival.
Was ich persönlich sehr gut fand, war dass sie kein neues Album raus gebracht haben und einfach alle alten Songs gespielt haben die man kennt, und wo dann auch alle mitgröhlen können ;)

Ich wollte sowieso schon immer mal Serj live singen hören, und der hat mich an diesem Abend mehr als zufriedengestellt. Er und Daron haben einfach nur gute Laune verbreitet.

Ja, das war’s erstmal wieder. Nächste Woche wird wohl ein Bericht übers Hurricane Festival folgen und im Sommer werden noch Reviews über das Deichbrand und das Omas Teich Festival hinzukommen.