Ich glaube, jeder von uns allen hat es mitbekommen, dass Velvet Underground Gründer und zusammen ein Album aufgenommen haben. Lulu heißt das Werk, das quasi den Soundtrack zu einem gleichnamigen Theaterstück darstellt. Hauptpersonen des Stücks – und damit auch des Albums – sind Lulu, eine junge Ballerina und Jack The Ripper. Ja, Jack The Ripper! Stilecht bringt er Lulu am Ende natürlich auch um, aber ich will mich jetzt nicht zu sehr in der Theaterhandlung verlieren.

Lou Reed & Metallica - Lulu

Das Album könnt ihr euch online anhören. Besucht dazu einfach die offizielle Webseite zum Album und hört euch die Songs nacheinander an. Und jetzt kommen wir zu meinem Kommentar zum Album: ihr solltet euch das Ganze lieber online anhören – wenn überhaupt! Denn euer schwer verdientes Geld ist dieses Album nicht wert.

Wenn ihr diese Zeilen gerade gelesen habt, ohne vorher den ersten Song des Albums gehört zu haben, fragt ihr euch vielleicht, warum ich eben jene Zeilen geschrieben habe. Denn schließlich haben sich mit Reed und Metallica zwei ganz große Namen der Gitarrenmusik zusammengetan um eben zusammenzuarbeiten. Ich sage euch, warum das trotzdem nicht funktioniert – und zwar in zwei Worten: Lou Reed. Reed ist eine lebende Legende, 2003 wurde er aufgrund einer angeblichen Überdosis an Heroin fälschlicherweise mal eben für tot erklärt – zumindest musikalisch hätte er den Meldungen vielleicht aber doch nachkommen sollen. Denn scheinbar hat er schlichtweg den Sinn fürs Singen verloren. Auf Lulu gibt es nur ganz wenige Momente, an denen er wirklich singt. Zu 95% der 90 Minuten Albumlänge spricht er einfach nur die Lyrics, die zum Teil übrigens ziemlich krude sind.

Metallica und Lou Reed

[Bildquelle: Universal Music Services]

Man könnte auch fast meinen, dass es James Hetfield und Co. aufgefallen ist, dass sie da mit einem – etwas zugespitzt formuliert – alternden Tattergreis musizieren, der musikalisch wohl nicht mehr allzu komplex denken kann. Deswegen ziehen die Jungs auch quasi ein und dasselbe Riff durch die jeweiligen gesamten Songs. Teilweise sind die ganz cool, aber das hilft eben nicht, wenn die eben über ein gesamtes Lied einfach nur stupide wiederholt werden. Das beste Riff wird eben langweilig, wenn es keine Variation im Song gibt. Ganz besonders schlimm wird es bei den Songs Cheat On Me, Dragon und Junior Dad. Über zehn Minuten (und bei Junior Dad sind es sogar fast 20 Minuten!) ein Riff zu hören, ist einfach nur noch langweilig. Es muss doch eigentlich logisch sein, dass in dieser großen Zeitspanne irgendwas passieren muss und Metallica ist doch eigentlich eine Band, die für so etwas wie prädestiniert ist. Aber das passiert eben nicht. Dragon hat sogar das beste Riff des Albums. Auf elf Minuten gestreckt nützt das allerdings auch nicht wirklich etwas.

Der meiner Meinung nach beste Song des Albums ist Iced Honey – mit Abstand. Denn dieser Song hat im Prinzip alles, was ein Song haben muss: Verse, Chorus, Hook. Trotzdem hat es bei mir zwei, drei Versuche gebraucht, bis ich einigermaßen Gefallen an dem Song finden konnte. Woran das liegt? Lou Reed – ganz einfach.

Zum Abschluss brauche ich, glaube ich, wohl nicht abschließend zu sagen, was ich von dem Album halte, denn das ist während der letzten Zeilen wohl klar genug geworden. Trotzdem versuche ich mal, alles kurz und knapp zusammenzufassen: das Album ist einfach das genaue Gegenteil von gut. Lou Reed und Metallica passen schlicht nicht zusammen, Reed passt heute wohl nirgendwo mehr hin. Reed bezeichnete das Album als “the best thing done by anyone, ever”. Diese Aussage und seine Performance auf dem Album lassen mich zu der Frage kommen, was eigentlich in diesem Mann vorgeht und wo seine musikalische Qualität geblieben ist? Ob an der Meldung aus 2003 doch etwas dran war? Nein, ich will jetzt nicht auch noch unnötig böse werden. Das Album war es bereits – unnötig böse.

Eine Empfehlung kann ich im Zusammenhang zu Lulu aber geben. Nämlich das Video Review von Sami, der das Rock it Out! Blog betreibt. Der hat dem Album nämlich eines seiner ganz wenigen Album Reviews geopfert und redet fast zehn Minuten auf köstlichste, sarkastischste und ironischste Art und Weise über dieses einfach nur schlechte Album.

Das war es von meiner Seite zum Lulu Album. Jetzt heißt es für mich abhaken und auf das nächste Metallica Album warten, dass die Jungs derzeit schreiben. Und wie gesagt – Lulu streiche ich komplett aus meinem Gedächtnis, ich will mich einfach nicht mehr daran erinnern.

Jetzt seid ihr dran. Wie findet ihr das Album? Habt ihr euch an das Album rangetraut, es euch evtl. sogar gekauft? Ich will eure Meinungen in den Kommentaren sehen! ;)