Zuletzt ist es also rausgekommen: das lang erwartete neue Album von KoRn mit dem Namen The Path Of Totality. Lang erwartet nicht nur deswegen, weil auf dem Cover KoRn steht, sondern auch, weil sich die Band damit auf Dubstep, dem aufstrebenden elektronischen Genre, stürzt. Und das gerade einmal ein Jahr nach dem letzten Album KoRn III, mit dem sie sich auf ihre Wurzeln besinnen wollten. Jetzt gehen sie also doch einen komplett anderen Weg. Lohnt sich diese 180° Drehung oder ist sie mehr ein Schlag ins Gesicht ihrer Fans und ihrer Glaubwürdigkeit?
Fangen wir erstmal direkt beim Guten an. Das Album ist zum Teil wirklich kein schlechtes, einige Songs funktionieren wunderbar, verbinden den alternativen Hard Rock Sound der Band, die in der Vergangenheit oft in die Nu Metal Schiene geschoben wurde, und Dubstep so, dass es sich wirklich gut anhört. Um das Kind beim Namen zu nennen sind es ausnahmslos alle Tracks, die in Zusammenarbeit mit Skrillex entstanden sind. Diese sind folgende:
- Chaos Lives In Everything
- Narcissistic Cannibal
- Get Up!
Wie gesagt, KoRn und Dubstep bzw. der Dubstep von Skrillex harmonisieren wunderbar, sind gut anzuhören und wirklich nicht schlecht. Get Up!, die erste Single des Albums, ist mein persönlicher Favorit des Albums, der haut hammerhart rein, erzeugt eine beklemmende Atmosphäre und Davis’ Stimme passt sehr gut zum Rest des Songs.
Das allerdings sind nur drei der insgesamt 13 Tracks (inklusive des Bonus Tracks) der LP. Was ist also mit dem Rest? Der Rest des Albums ist leider längst nicht so stark wie erwähnte drei Tracks. Oft hat man das Gefühl, dass die anderen Tracks nicht großartig ineinander zusammen passen. KoRn als Band ist oft im Hintergrund und nur unterstützend tätig – jedenfalls kommt es einem so vor. Man hört zwar z.B. immer Gitarren, allerdings sind diese nie im Vordergrund.
Bezogen auf die Band an sich frage ich mich oft, warum das Album den KoRn Stempel auf die Backe gedrückt bekommen hat. In vielen Songs ist es schlichtweg eigentlich nur Jonathan Davis, der seine Vocals zu Dubstep Sound abliefert. Die restliche Band ist dabei fast immer im Hintergrund. Das Album hätte also genauso gut als Soloprojekt von Davis herhalten können. Wahrscheinlich hätte es dann sogar besser funktioniert, weil man dann nicht den Sound von KoRn als Band erwartet, sondern evtl. noch etwas offener für den neuen Sound gewesen wäre. Perfekte Beispiele dafür sind z.B. die Songs Illuminati, Burn The Obedient, Let’s Go und Sanctuary. Der Hauptgrund dafür, das Album als Band zu veröffentlichen war wohl schlichtweg die Aufmerksamkeit und daraus folgende höhere Absatzzahlen. Irgendwo logisch, oder?
Wenn wir einen Schritt weiter gehen und uns auf den großen Dubstep Anteil des Albums im Speziellen beziehen, stellt sich natürlich die Frage, inwieweit das im Club oder generell bei Dubstep Hörern ankommen würde? Ich wage die Prognose, dass Path Of Totality größtenteils nicht ankommen würde. Zum Einen wäre da Davis’ berühmtes Gröhlen, das er auch auf diesem Album des Öfteren benutzt. Das passt irgendwie nicht zum elektronischen Sound. Das beste Beispiel hierfür ist Way Too Far. Andererseits gibt es auch Songs, die auch aus Dubstep Sicht bestechen können. Das ist erstmal natürlich Get Up!, daneben aber z.B. noch Tension, der Bonus Track des Albums.
Wie fällt also nun mein Fazit aus? Nun ja, das Album ist wirklich längst nicht so schlecht wie ich es zunächst erwartet habe. Die drei oben genannten Tracks sind mit Abstand die besten Tracks des Albums, passen einfach gut zueinander. Der Rest ist mir persönlich zu unausgegoren, vor allem im Bezug darauf, dass es eigentlich ein KoRn Album sein soll, aber dazu gleich nochmal ein paar Worte. Im Endeffekt weiß ich aber nicht, wem ich das Album in seiner Gesamtheit ans Herz legen könnte. Dafür ist es insgesamt zu unausgeglichen, es fehlt der rote Faden, die Struktur. Ursprünglich sollte dieses Experiment übrigens “nur” eine EP werden, nicht gleich ein vollständiges Album. Ich denke, dass es die falsche Entscheidung war, gleich ein komplettes Album zu machen. Als EP mit weniger Songs wäre das Material wahrscheinlich besser verdaulich gewesen. Es hätte sich unter Umständen auch nicht so gestreckt, man hätte viel besser auf den Punkt kommen können.
Abschließend nochmal ein paar Worte zu meinem Vorwurf, dass das Album kein echtes KoRn Album ist. Oben hab ich es ja bereits angesprochen. Neben Davis ist der Rest der Band ganz klar im Hintergrund, es gibt keine Gelegenheit für Munky und Fieldy, in der sie glänzen können. Zu unauffällig ist ihr Einsatz. Das lässt mich darauf schließen, dass Jonathan Davis inzwischen die komplette Vormachtstellung in der Band eingenommen hat und er nun komplett alleine alles entscheidet, sodass die anderen Beiden nur noch als bessere Statisten fungieren. Verstärkt wird mein Eindruck dadurch, dass Davis in vergangen Interviews des Öfteren davon redet, dass The Path Of Totality “sein” Album sei. Innerhalb der Band scheint also keine Demokratie mehr zu herrschen.
Eben genannte Gründe lassen mich darauf schließen, dass das Album eigentlich nicht als KoRn Album betitelt werden sollte. Es ist im Kern eigentlich ein Soloprojekt von Jonathan Davis, in dem er mit verschiedenen Dubstep DJ’s zusammenarbeitet. Das finde ich sehr schade, ich hatte in der Vergangenheit gehofft, dass die Band hoffentlich noch einmal die Kurve bekommt, nachdem die letzten Jahre musikalisch sehr schwach verlaufen sind, wenn man mich fragt. Mittlerweile denke ich, dass KoRn so gut wie tot ist und damit auch ein ganzes Stück meiner Jugendkultur.


Beachtlich, dass du doch noch so lange an den Jungs festgehalten hast. Für mich persönlich war Korn eigentlich schon nach "Take A Look In The Mirror" tot. Spätestens als Head und bald darauf Silveria weg waren, lief alles was der Rest der Band noch fabriziert hatte irgendwo unter ferner liefen.
Für mich persönlich war die Band nach dem Unplugged Konzert 2006 tot. Das Unplugged fand ich noch toll, was danach kam ging gar nicht mehr. Korn III war die Besinnung auf alte Zeiten und auch das beste, was die Band in den letzten Jahren abgeliefert hat, trotzdem aber weit von alten Stärken entfernt…
hallo,
also ich kann deine argumentation gar nicht nachvollziehen. aber ist schon klar, dass wenn du von vornerein erwartet hast es wird schlecht, das du dir ja deine meinung schon gebildet hast.
finde es auch schon fast dreist, wenn du schreibst das der rest der band nicht an dem album partizipiert hat. Du warst bei den aufnahmen dabei? oder meinst du, weil man keine/n klare/n gitarre/bass/drums hört, hat da auch niemand der anderen mitgespielt?
sorry, aber so ein oberflächliches und subjektives review braucht keiner.
ich bin fan seit den 90ern und finde gerade weil korn immmer mal was neues probieren, sterben die halt nicht. das letzte album hatte 2-3 coole lieder aber der rest bleibt nach so kurzer zeit schon nicht mehr hängen.
back to the roots klingt einfach auch nicht mehr authentisch. das sagen die auch immer nur, weil typen wie du es nicht verstehen können, dass sich bands ändern/entwickeln.
naja. schreib mal schön weiter "charles"
Ich habe nicht geschrieben, dass der Rest der Band nicht bei den Aufnahmen dabei war, ich habe es aufgrund des letztlichen Sounds angenommen. Erstens ist das ein Unterschied und zweitens: hast Du Dir die LP mal so wirklich angehört? Hörst Du irgendwo in den 10 anderen Songs, die nicht mit Skrillex entstanden sind, dass dort z.B. Fieldys typisches Bassspiel zur Geltung kommt? Nein? Richtig, ich auch nicht.
Im Prinzip sind die Songs, von denen ich spreche, schlichtweg 08/15 Dubstep Songs, die Davis besungen hat. Bei den Skrillex-Songs haben es die Beteiligten geschafft alle Instrumente atmen zu lassen und sich entsprechend einzubringen. Dieses Gefühl hatte ich bei allen anderen Songs einfach kein Stück. Und ja, ich meine es genau wegen Deiner Annahme. Das ist im Endeffekt, ich wiederhole mich, einfach nur ein Dubstep Song, auf den Davis seine Stimme gelegt hat. Du hast Deine Frage damit schon selbst beantwortet, Danke.
Und hallo? Natürlich ist mein Review subjektiv. Du bist hier auf einem Blog gelandet, mein Lieber. Das sollte Dir schon klar sein, bevor Du die Subjektivität kritisierst. Nebenbei sind übrigens auch alle anderen Reviews auf allen anderen Seiten genauso subjektiv – Objektivität gibt es nicht auf dieser Welt und die Behauptung mancher News-Seite, dass man objektiv beurteile, ist schlichtweg Unsinn und ekelhaft. Deine Annahme und Meinung ist im Übrigen wesentlich oberflächlicher als mein Review. Diese Behauptung nehme ich mir jetzt einfach mal heraus.
Natürlich verstehe ich es, dass sich Bands weiterentwickeln und begrüße das zunächst auch pauschal. Meine persönlichen Lieblingsbands sind meisterhaft in diesen Gefilden. Man muss es eben richtig machen und nicht auf so halbherzige Art und Weise, wie K0Rn es in diesem Fall durchgezogen haben. Und nur weil Du seit den 90ern ein ach so großer Fan der Band bist, heißt das, dass Deine Meinung eine bessere ist als meine? Ich bitte Dich, werd erwachsen und lerne, andere Meinungen zu akzeptieren. Du brauchst mein Review nicht? Schön für Dich. Ich kenne andere Leute, die mit meiner Meinung einhergehen. Hier sind wir wieder bei der Subjektivität, die in Dir genauso steckt, wie in mir und in jedem anderen.
Danke für Deinen äußerst dummen und unüberlegten Kommentar, Herr "Internetbubi.de".
Liebes Internetbubi,
es ist schön zu sehen, dass es Menschen gibt, die sich in der Welt besser zurechtfinden. Das bestätigt mir, dass ich ne Menge im Leben auf den richtigen Pfad gelenkt habe, bzw. abgeschlossen.
Es ist das Erste, dass du in einem Studium lernst: Objektivität gibt es als Anspruch, aber nie in Perfektion. Und wenn du uns in die Kommentarsektion pisst, dann doch bitte orthographisch und grammatisch so ans Lehrbuch angepasst, dass du die Objektivität, auf die du dir scheinbar einen keulst, ein Teilen erleben darfst. Leider bin ich nicht seit den 90ern Student, deshalb mag meine Meinung doch etwas hinfällig sein, aber es ist eben eine Meinung.
Dass du seit den 90ern ein Fan bist, merkt man teils in deiner oberflächlichen Verteidigungsstrategie, teilweise in deiner Engstirnigkeit. Wenn du glaubst, dass man neutral über Musik, also auch Kunst im Allgemeinen, schreiben kann, beschäftige dich bitte tiefer mit den Schriften derer, die von Amtswegen eine breitere öffentliche Legitimation genießen als du und ich. Dann wirst du bemerken, dass manche Korns Projekt mit Skrillex als einen Coup zeitgenössischen Crossovers bezeichnen, manche aber eben mit Charles gleichziehen, nämlich, dass es verschiedene Sichten auf die Dinge gibt.
Ich persönlich halte Korn für etablierte, eigenständige Künstler, die ich in ihrer Gesamtheit nicht mag, aber ihre Werke respektiere und durchaus auch nicht wegschalte. Deshalb stehe ich dem Ganzen mit Respekt gegenueber. Jedoch bin ich ein Gegner der musikalsichen Inflation, sprich der inflationäre Missbrauch und die Kommerzialisierung von Genres und Stilmitteln, weshalb ich das Projekt ähnlich abtue. Und es ist ein Konsens, dass Musiker Signaturen in ihren Stuecken hinterlassen, drum können Menschen heraushören, wann ein Fieldy nicht spielt, wann ein Skrillex dies und jenes macht und wann ein Davis eine Erkältung hat. Drum lassen wir deine Engstirnigkeit nicht gelten.
Du siehst also, dass es Menschen gibt, die sich tiefer mit der Materie beschäftigen, die über dem Produkt Korn steht. Diese Menschen geben sich auch weitaus mehr Mühe, dass sie als seriös gelten, z.B. in dem sie sich der Belletristik und der Lehre der Orthographie bedienen. Dabei müssen diese Menschen nicht einmal recht haben, weil es kein Richtig gibt, wenn man sich ueber Kunst unterhält, trotzdem sind dir diese Menschen über. Wenn du das also nicht verstanden hast, was wir dir versuchen mitzuteilen, habe ich sicherlich noch irgendwo Wachsmalstifte, dann male ich dir das, was ich meine, auf.
Es grüßt mit überlegenem Grinsen, “Auch Charles”. :)