Bereits im Dezember, als Charles die Band vorstellte, haben wir euch ein CD-Review zu dieser Platte versprochen. Mit leichter Verspätung aber dennoch pünktlich zum Tourauftakt der Österreicher könnt ihr hier lesen, was alles in so einem Album stecken kann.

Wie schon in vielen anderen Beiträgen über die Steaming Satellites zu lesen ist, ist der Stil der Band recht schwer zu beschreiben. Ein bisschen Led Zep und Bob Dylan hier, ein bisschen Radiohead und Kings of Leon da und dennoch was ganz eigenes. Ebenfalls Einflüsse von Portugal. The Man sind stark rauszuhören. Mit denen sind sie ja schließlich letztes Jahr noch getourt.

Bestückt ist The Mustache Mozart Affaire mit 10 Songs. 10 besonderen Songs, jeder für sich ein neuer Tiefgang in die Vielfalt der Musik. Hier für den Anfang erst einmal nun die Tracklist:

  1. How Dare You!
  2. Witches
  3. Thought Transference
  4. Spacelab
  5. Spaceships
  6. Friends
  7. Monorail
  8. The Sea
  9. Sleep
  10. Nothing’s For Free

Fangen wir numerisch beim Anfang an. How Dare You! eröffnet das Tor in die Welt von den Steaming Satellites, und das mit Erfolg! Eine schön eingängige, leicht fuzzige Key-Synthie-Bass Melodie begleitet den Song vom Anfang an bis zum Ende. Zudem ein wunderschöner Einsatz von Max Borchardts Stimme. Das leicht verletzt klingende “How Dare” geht einem echt schwer aus dem Kopf.

Neue Nummer, neuer Stil. Witches sollten einige von euch vielleicht schon aus unserem ersten Beitrag kennen, in dem wir das neue Video zu diesem Song vorgestellt haben. Gerade dieser Song erinnert mich sehr an Portugal. The Man, was ich persönlich sehr gut heiße! Beginnen tut alles mit einem Clapping im Hintergrund welche dann von einem simplen Drumbeat abgelöst wird. Auch hier wird öfters zweistimmig oder im Chor gesungen. Geht tief unter die Haut. Vor allem nach dem ersten Refrain wenn der Takt vom langsamen “I’ve got to go” immer schneller ins Nichts zu einem Break führt und schließlich im Finale endet. Ganz großes Kino!

“Verraucht und verrucht” beschreiben die Österreicher ihren Stil, und genau so klingt Thought Transference. Matl Weber legt mit seinen programmierten Drums ein ordentliches Tempo vor, welches doch gut vom Daniel Ziock (Bass) und den Vocals gefolgt wird.
Ähnlich wie im vorigen Track gibt es hier ein paar kleine Breaks, und auch hier spielt der Gesang wieder eine ganz große Rolle. Die Gitarren erinnern an die Mädels von Warpaint oder The XX und tragen den Song am Ende zum Höhepunkt.

Ab ins All, oder genauer gesagt, ab ins Spacelab! Im Gegensatz zu den ersten drei Songs ist dieser eher einer der ruhigeren Konsorte, verliert dabei aber nicht an der Macht einem einfach ins Ohr zu gehen, ohne wieder raus zu wollen. Gerade der Background-Gesang und die Wah-Gitarre setzen sich in den letzten noch lebenden Zellen des Hörorgans fest.

Noch sind wir nicht gelandet, Bergfest feiert The Mustache Mozart Affaire mit Spaceships. Vom Beat her könnte man gut einen Standardtanz zu seinem besten geben, doch durch die Wall of Instruments die diesem Song beigefügt wurde tanzt man bei diesem Track alles andere als Walzer.

Mit einer kopfstimmenlastigen Gesangseinlage wird Track #7 Friends eröffnet. Dazu ein Bass/Gitarren-Riff welches auch von Tom Morello stammen könnte. Plus Tropfsteinhöhlenklick im Hintergrund und weiterer neuer, nie oder fast selten gehörter Sounds erschafft dieser Song wieder eine atemberaubende Stimmung.

Das Intro von Monorail erinnert stark an die 70er, Led Zepellin, King Crimson, oder auch der eher heute präsente Sound von Black Mountain ist rauszuhören. Könnte ich mir gut vorstellen früher im Keller über ‘nen Plattenspieler zu hören! Hiermit zeigen Steaming Satellites uns, dass alte Musik, nicht unbedingt alt ist!

All that I ever know – so beginnt The Sea, Titel Nummer 8. Wieder erfüllen interessante elektronische Sounds den Horizont dieses Tracks und wärmt für das Finale der Mustache Mozart Affaire auf. Dazu hier einmal zwischendrin das aktuelle Video dazu!

Vorm Endspurt gibt es noch eine Runde Sleep. Allerdings macht dieser Song alles andere als müde, denn hier legen die Drums wieder ordentlich vor! Dazu ein eingängiges Gitarrenriff dass mich persönlich stark an Wolfmother’s “Woman” erinnert, und echt gut rüberkommt!

Etwas melancholisch wird es dann beim Finale – Nothing’s For Free. Ein ruhiger, entspannter, und trauriger Song. Wirklich tragisch. Aus und Vorbei. Warten und hoffen heißt es von nun an, auf was neues von den Steaming Satellites!

Fazit:

Ein wirklich tolles Album. Die Vorboten Witches und How Dare You! haben nicht zu viel versprochen.  Freue mich diese Band kennengelernt zu haben und werde deren Tätigkeiten stets weiterverfolgen, was in Zeiten von Facebook und Twitter ja nicht das größte Problem werden sollte ;-)

Kann dieses Album nur empfehlen, und würden wir hier auf noisiv.de ein Sterne- oder Rating-System haben, würde alle 10 von 10 möglichen Punkten vergeben. Trifft ungelogen total meinen Geschmack, und so hoffe ich auch euren! Für Fans von Portugal. The Man auf jeden Fall ein muss!

Wer die Zeit auf eine neue EP oder ein neues Album überbrücken möchte sollte sich bei der nächsten Gelegenheit den besten Kumpel oder Kumpeline schnappen und die Band mal bei einem ihrer Konzerte besuchen.

  • 27.01.12 Baden (Schweiz) / Merkker
  • 28.01.12 Karlsruhe / KOHI
  • 01.02.12 Köln / Blue Shell
  • 02.02.12 Hamburg / Molotow
  • 03.02.12 Berlin / Comet Club
  • 04.02.12 Dresden / Beatpol

Also, wer das Wochenende noch nichts vor hat oder noch was für nächste Woche sucht, sollte hier spontan versorgt werden. Und das für einen Ticketpreis um nur ca. 10€!