KAZ-Open Air 02

Festivals muss man nicht groß aufziehen, damit sie Spaß machen. Das bewies das Kulturell-Alternative Zentrum Herne am vergangenen Samstag mit der achten Auflage des KAZ-Open Air. Zu diesem Anlass bringt man zwei Elemente zusammen, die eigentlich untrennbar zusammengehören, gefühlt jedoch nur noch recht selten zusammen zu finden sind: Skateboarding und Punk!

Die Location ist in diesem Sinne allzu passend mit dem Hibernia-Skatepark in Herne, der den Tag über auch von einigen Skatern frequentiert wurde. Der ist in seiner Größe recht schnuckelig gehalten und so ist es auch das Festival: Klein, etwas fernab vom Schuss und mehr oder minder eine Art Insider-Ding. Das wiederum führte auch dazu, dass es dort keinesfalls überfüllt war. Jeder hatte genügend Platz um sich herum und vor der Bühne wurde es auch erst bei Love A voll – dazu aber später mehr, zunächst also der Reihe nach.

KAZ-Open Air 03

Während der Umbauphasen: Captain Mudäss

Ich für meinen Teil kam gerade rechtzeitig an, als Leitkegel aus Essen mit ihrem Set began. Sie beschreiben ihre Musik als „actiongeladenen Action-Rock” – eine Beschreibung, die es ziemlich gut trifft. Mit einer guten Prise Punk, ebenso guten Texten und abwechslungsreichen Songs, die immer nach vorne gehen, machten sie viel Spaß beim Anschauen. Der Einstand war für mich also schonmal gelungen. Zwischen den Bandpausen spielten dann Captain Mudäss vor der Bühne ihren Acoustic-Punk – eine Idee, die mir sehr gut gefiel, zumal das Duo super aufspielte und auch atmosphärisch passte es zum Flair.

Anschließend ging es mit Idle Class weiter. Die sah ich bereits im letzten Jahr beim Bochum Total und genauso wie im vergangenen Jahr machten sie auch dieses Mal wieder irre Spaß. Geladener, englischsprachiger Punkrock mit extrem viel Dynamik auf der Bühne – den Jungs merkt man wirklich an, dass sie vor allem eins auf der Bühne haben: Besagten Spaß! Da störte dann auch die ein oder andere Panne, wie beispielsweise abgerissene Gitarrengurte. Idle Class versprühten zu jeder Zeit positive Energie und pure Sympathie – weiter so!

Deutschpunk war danach angesagt: Koeter übernahmen das Zepter und dieser Deutschpunk war gut! Nicht von Klischees früheren Deutschpunks geschwängert, sondern durchaus gut arrangierter Punk mit guten Texten. Abwechslungsreich und packend war es, ich hörte sehr gerne zu! Das Set war ausgezeichnet und wer die Gelegenheit hat, die Band mal live sehen zu können, sollte diese nicht ausschlagen.

KAZ-Open Air 01

Love A beim Soundcheck

Zu guter letzt mein persönliches Highlight des Tages: Love A! Im März rezensierte ich „Jagd und Hund” und auch die beiden Vorgänger „Eigentlich” und „Irgendwie” sind großartige Werke – dementsprechend freute ich mich auf das Quartett rund um Jörkk Mechenbier. Die Vorfreude sollte sich dann bestätigen: Vom ersten bis zum letzten Song war es einfach nur fesselnd und die Leute hatten ebenfalls sichtlich Spaß mit der Band. Love A produzieren nicht nur beeindruckend gute Alben, sondern sind auch noch live richtig, richtig gut!

Love A waren der absolute Hammer! <3 #LoveA #kazopenair #Punk #music #deutschpunk #Festival

Ein von Charles Engelken (@charlesengelken) gepostetes Foto am

Nach Love A war das KAZ-Open Air für mich beendet, die Ska-Band Wotka Trawolta habe ich mir nicht mehr angeschaut. Insgesamt aber hat mir der Tag sehr viel Spaß gemacht: Die Musik war super, das Ambiente sehr einladend und der antifaschistische Grundgedanke des kleinen Festivals war überall zu erkennen und sorgte für eine positive Atmosphäre, was mir natürlich sehr zusagte.

KAZ-Open Air 04

Ich für meinen Teil bin also sehr zufrieden nach Hause gefahren nach diesem Tag und werde das Festival definitiv weiterhin verfolgen. Eine kleine Kritik sei den Veranstaltern aber dennoch mit auf den Weg gegeben: Ich finde es zwar insgesamt positiv, dass das KAZ-Open Air beileibe nicht überfüllt war, dennoch hätten ein paar mehr Besucher sicherlich nicht den Rahmen gesprengt und es würde auch dem Festival sicherlich gut tun, wenn es nicht erst bei der vorletzten Band voll vor der Bühne ist. Das KAZ-Open Air verdient definitiv mehr Besucher, die auch garantiert kommen würden, wenn man das Festival etwas stärker bewerben würde, zumal das Gelände etwas versteckt liegt.

Aber wie gesagt: Der Tag war auch so toll und voll von gut gelaunten Leuten, guter Musik und toller Atmosphäre. Liebes Kulturell-Alternatives Zentrum Herne: Weiter so!

KAZ-Open Air 06