A Summer's Tale Schriftzug

Kaum eine Woche vergangen schwingt die auf dem A Summer’s Tale verliehene Freiheit noch immer mit jedem Tag etwas mit. Zwar hat mich das leider doch enttäuschende Wetter etwas aus der Bahn geworfen, doch bleibt dieses etwas andere Festival ausschließlich positiv in Erinnerung. Wie wir zuvor berichteten, wusste das diesjährige Line-Up mit einigen Insidern sowie interessanten Headlinern zu überzeugen und bot wie auch schon im letzten Jahr bei der Erstausgabe ein vielseitiges Nebenprogramm inklusive Lesungen, Workshops und anderen Mitmach-Aktionen.

Wenn man sonst nur große Events, wie das Hurricane Festival, Deichbrand oder Rock am Ring gewohnt ist, wird einem bereits bei der Anfahrt klar, dass man es hier mit etwas völlig anderem zu tun hat. Am Dienstag gegen 16 Uhr eröffnete der Campingplatz beim A Summer’s Tale, unser Trupp traf etwa kurz vor acht ein. Von Stau auf der A7 oder gar im Dorf zu Luhmühlen fehlte jede Spur. Großartig ausgeschildert war das Gelände nicht, und doch fanden wir den Weg über die Straßen und durch ein kleines Waldstück problemlos. Wenngleich der Parkplatz in zwei Kategorien eingeteilt ist, gibt es hier nur einen einzigen. Keine acht Parkplätze und auch keine weiten Wegstrecken zum Festivalgelände. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Campingplatz, welcher ebenfalls in lediglich zwei Preiskategorien unterteilt ist.

Geparkt und mit den ersten Gepäckstücken beladen, ließ die nächste positive Überraschung nicht lange auf sich warten. So wurden wir von freundlichen Mitarbeitern abgefangen und gefragt, ob die nicht mit ihren kleinen Gepäckwagen unsere Sachen zum Eingang des Campingplatzes fahren sollen. Starker Support!

Gepäckhilfe A Summer's Tale

Was sich dann auf dem Campingplatz vorfand, war ein Traum. Platz – viel, viel Platz! Wo bei anderen Festivals alles bereits gestürmt und vollgestellt wurde, bot sich einem hier eine attraktive Grünfläche nach der anderen an. Auf dem Campingplatz selbst gibt es dann eine Station mit Duschen, Toiletten und der Trinkwasserversorgung sowie eine weitere Anlaufstelle mit einer Aufreihung von Kompost-Toiletten. Alles sauber. Mehr braucht man nicht.

Wir waren ja aber nicht nur zum Campen da, sondern vorrangig wegen des Festivals und seinem Gelände. Zu Fuß innerhalb von 10 Minuten erreicht bot sich dort alles, was im Vorfeld versprochen wurde. Zahlreiche Food-Trucks waren über das Gelände verteilt und von Vincent Vegan über den Hackbaron bis hin zur beliebten „Schawarma-Bude“ war für jeden Geschmack etwas dabei.

Des Weiteren gab es dort neben der großen Konzertbühne und dem Zelt weitere Bühnen und sehenswerte Anlaufstationen. Zum Beispiel wäre da eine Scheune, die tagsüber für eine Kunstausstellung Platz bot und zur Nacht hin in einen Tanzclub verwandelt wurde. Auf dem Kinderspielplatz hielten wir uns nur selten auf, nach dem Besuch beim Luhe Deck aber konnten wir auf einen kleinen Waldspaziergang nicht verzichten.Waldweg A Summer's Tale

Neben vielen gemütlichen Sitzgelegenheiten bietet das Gelände noch viel mehr, das man aber einfach selbst mal gesehen haben muss. Lob an dieser Stelle an die Veranstalter von FKP, die auf die eintretende Kälte (nachts teilweise 6-7°C) mit Feuerkörben und dem Ausschank von Glühwein reagierten! Sieht man so auch nur selten und verbreitet gleich ein bisschen Weihnachtsmarkt-Feeling.

Musikalische Highlights

Kommen wir nun aber zu einem der wichtigsten Punkte – die auftretenden Bands! Ohne Ausfälle fand tatsächlich jeder gebuchte Act seinen Weg auf eine der vielen Bühnen. Einen der überraschend stärksten Auftritte lieferte der vor allem in Südafrika erfolgreiche Jeremy Loops am Mittwoch auf der Zeltbühne ab. Begleitet von einer kleinen Band gab es dort eine der intensivsten Partys des ganzen Festivals.

Etwas verloren auf der großen Konzertbühne wirkte José Gonzáles, der trotz seiner tollen Songs und seiner Professionalität stimmungsmäßig etwas auf der Strecke blieb. Viel mehr überzeugten die Shows von Ben Caplan, Thees Uhlmann, Nada Surf oder Sigur Rós. Letztere spielten ganz exklusiv beim A Summer’s Tale und dabei sich selbst sowie das Publikum mit ihren Songs in Ekstase. Diese Band live zu sehen ist jedes Mal ein Erlebnis. Ein weiteres Highlight bildete der Auftritt der Pierce Brothers. Mit ihrem Folk-Rock überzeugten sie nicht nur das anwesende Publikum, sondern auch all diejenigen die vom Campingplatz aus mitgehört haben.

Noel Gallagher Live A Summer's Tale

Die Location war toll, die Acts waren großartig und insgesamt ist das A Summer’s Tale definitiv eine gelungene Veranstaltung gewesen. Auch, wenn das Wetter von der Temperatur und dem ständigen Regen her nicht die beste Laune verbreitete, ließ sich eigentlich kaum einer dazu breitschlagen, eine schlechte Miene zu ziehen. Die Leute waren gut drauf und ganz ehrlich: Nirgends habe ich vorher so viele Babys auf einem Platz gesehen! So gesehen bietet das A Summer’s Tale wirklich Platz für jeden. Auf dem Camp hat man sich stets unterstützt und von den internationalen Nachbarn (Schweden, Kanada, Australien und USA!) konnten wir auch ein zwei musikalische Tipps abgreifen. Auf die nächste Austragung in 2017 darf man sich jetzt schon freuen!

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