Foto: Jenny Schäfer

Foto: Jenny Schäfer

Hört man den Namen Abramowicz könnte man dahinter gut eine polnische Diebes-Bande vermuten, die gerade mit dem alten Ford Fiesta Deines besten Freundes in die Richtung ihres Heimatlandes reist und sich dabei günstigen Wodka in den Kopf kippt. Glücklicherweise beschäftigen wir uns hier im Blog nicht mit Gangster-Geschichten, sondern mit guter Musik. Also will ich euch mal eben aufklären: Abramowicz stammen weder aus Polen, noch bereichern sie sich illegalerweise an Autos (da gehe ich zumindest von aus). Weit gefehlt! Hinter dem Namen verstecken sich fünf Hamburger, die eine wundervolle Doppel-EP im Punkrock-Gewand produziert haben.

Abramowicz Call The Juges & Generation

Erscheinen wird „Call the Judges & Generations“ am kommenden Freitag, dem 20.05. und beglückt den Hörer mit sechs abwechslungsreichen Musikstücken, die einen unfreiwilligen Bewegungsdrang verursachen. Irgendwie hat man nach den 31 Minuten Spielzeit immer noch nicht genug und drückt spontan auf Replay.

Allerdings ist hier die Rede nicht von dreckigem, deutschen Punkrock über unsere schlechte Welt. Nein, ganz und gar nicht! Punkrock bildet zwar die Basis des musikalischen Schaffens der Hamburger, jedoch wird er intelligent mit Elementen aus Indie, Blues und Pop gemischt. Zusammen mit der rauchigen Stimme des Sängers Sören Warkentin und ehrlichen Texten ergeben sich Songs, die wunderbar nach einigen Bieren in den Sonnenuntergang gegrölt werden können.

Wie schon bereits erwähnt handelt es sich bei dem Release um eine Verschmelzung der beiden EPs „Call the Judges“ und „Generation“. Letztere wurde schon 2015 veröffentlicht und gibt einen perfekten Vorgeschmack darauf, was man von dem neuen Material der Jungs erwarten kann.

Die Songs beginnen nicht selten ruhig, bauen sich dann im Verlauf dramatisch auf, um sich letztendlich vollkommen zu entladen. Auch bei den neuen Stücken der zweiten EP bleiben sie diesem Konzept treu. Man spürt wie viel Bock die Jungs haben. Sie wollen weiter nach vorn und geben dafür gewaltig Gas. Dabei bleiben sie durchweg authentisch. Es klingt ganz so, als wären Abramowicz bereit dazu, die Menschheit zu erobern.

Lyrisch ist jeder Song für sich unglaublich ehrlich. Sowohl emotional, als auch rebellisch. Klar, das Leben ist manchmal echt für nichts zu gebrauchen. Aber hey, fuck off! Das scheint die Hauptaussage hinter Liedern wie „Celebration Day“ oder „Call the Judges“ zu sein. Raus gehen mit Freunden, einfach ein Bier trinken und alles Schlechte vergessen. Das sagt diese Musik aus und das bewirkt sie auch beim Hörer.

Um ein paar abschließende Worte zu finden: Abramowicz beschäftigen sich lieber mit Musik, als mit Autos klauen. Und das ist auch gut so, denn das haben sie verdammt gut drauf. Die Doppel-EP macht Bock auf mehr und schreit praktisch nach einem Nachschlag.

Live erleben kann man Abramowicz noch an folgenden Terminen:

  • 19.05. – Köln, Underground (Releaseshow)
  • 25.05. – Münster, Hawerkamp Festival
  • 26.05. – Berlin, Cassiopeira (Releaseshow)
  • 27.05. – Hamburg, Rock Café (Releaseshow)
  • 28.05. – Braunschweig, B58 Fest
  • 02.07. – Enkirch, Fallig Open Air
  • 06.08. – Elsdorf, Oakfield Festival
  • 10.08. – Hamburg, Knust Acoustics
  • 17.09. – Karlsruhe, Substage
  • 26.11. – Pressure Air Festival

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