Adam Angst 03

Mittelmäßige Smartphone-Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Adam Angst ist eine dieser besonderen Bands, die man sich ohne Ermüdungserscheinungen immer wieder ansehen kann (unser Band-Archiv zu Adam Angst umfasst inzwischen mehrere Live-Berichte). Also haben Charles und ich es uns natürlich nicht nehmen lassen, die Band am vergangenen Sonntag auch bei ihrer diesjährigen Club-Tour live zu sehen – genauer gesagt im Düsseldorfer Club 134 beim Stahlwerk. Ja, an einem Sonntag. Scheiß drauf, das lohnt sich!

Lygo 01

Pünktlich angekommen, hören wir schon die ersten Gitarrensounds von Lygo, einer Punkrock-Band aus Bonn. Das Trio hat ordentlich eingeheizt, so wie man es sich von einer Vorband wünscht, aber sie hätten auch genauso gut der Main-Act sein können. An dieser Stelle eine Empfehlung an die neue Single „Post Mortem“, welche von der EP „Misere“ stammt. Diese ist ab dem 15.04.2016 erhältlich.

Smile and Burn 02

Die drei Jungs sind sympathisch und haben schnell eine gute Bindung zum Publikum aufgebaut. Ich werde die Band auf jeden fall im Auge behalten und, wenn es sich ergibt, weitere Konzerte von ihnen besuchen. Nach einer kurzen Verschnaufpause und einer schnell reingeschlungenen Pommes kommen Smile and Burn auf die Bühne. Die Berliner rocken so hart ab und sorgen mit ihrem schnellen Punkrock für durchgehend gute Stimmung. Ich denke das Höchstmaß an Fieber ist erreicht. Wir sind bereit. Liefert uns Adam Angst!

„Und wenn ich etwas wirklich hasse, dann die AFD!“

Adam Angst 01

So enden die Strophen vom ersten Song, den Adam Angst performen, welcher im ersten Moment auf nichts schließen ließ. Düster und dunkel startete der Auflauf der Band auf die Stage. Die Crowd jubelt schon sehnsüchtig, Nebel steigt auf und dann ist da Felix Schönfuss – mit einer Akustikgitarre! So hat man ihn bei Adam Angst bisher noch nicht gesehen! Alle sind gespannt, es wird kurz still.

Adam Angst 02

Und dann kommt da ein netter Chord-Wechsel im Country-Stil, in dem Felix davon singt, was er alles so hasst und wie kacke alles ist. Aber das sei ja alles nicht so schlimm, denn wirklich hassen tut er nur die AfD. Auch wenn der Song eher komödiantisch zu verstehen ist, steckt selbstverständlich ein ernstzunehmender Hintergrund dahinter, wenn man die aktuelle Situation in Deutschland bedenkt und das unterstreicht er auch nochmals mit einer persönlichen Ansprache diesbezüglich. Die Menge jubelt und er weiß, hier stehen alle auf derselben Seite.

Adam Angst 04 Adam Angst 07

Es beginnt das reguläre Set. „Jesus Christus“ als Opener, charismatisch und mit einer schon fast schauspielerischen Darbietung, ganz im Adam-Angst-Stil. Die Menge rastet aus, Charles und mich inbegriffen. Auch wenn (oder gerade weil) ich zwischendurch vielleicht nicht mehr so ganz gesund aussah, war es einfach nur sensationell. Man hat an keinem Moment des Konzerts gemerkt, dass es ein Sonntag war, denn die Zuschauer gingen ab, als ob es keinen Morgen geben würde!

Höhepunkt, zumindest für mich persönlich, war, als die Band beim letzten Song „Splitter von Granaten“ (übrigens: Alle Erlöse des Songs gehen vollständig an Pro-Asyl) von der Stage kommt und zusammen mit ihren Fans die letzten Strophen rockt. Mehr Fan-Nähe geht schon gar nicht mehr! Am Ende lässt sich sagen: Es war laut, schnell, heiß; vor allem aber: geil!

Adam Angst 08

Wir bedanken uns bei Dennis Kolpatzki für diesen tollen Gastbeitrag! Wer mehr von dem jungen Blogger lesen möchte, sollte in nächster Zeit vielleicht öfter auf noisiv.de vorbeischauen.