Adam Angst Header

Bereits drei Mal hatte ich die Gelegenheit, Adam Angst live zu sehen, allerdings war das bisher ausschließlich auf Festivals der Fall. Natürlich war da dann das Begehren in mir groß, mir mal ein eigenes Konzert der Band anzuschauen. Glücklicherweise sind sie aktuell zusammen mit KMPFSPRT auf Tour unterwegs und da ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, am vergangenen Samstag in der Essener Weststadthalle vorbeizuschauen. Eines sei vorweg genommen: Es hat sich mehr als gelohnt!

Youth Man: Schriller Hardcore-Punk als Warm-Up

Youth Man 02

Vor KMPFSPRT und Adam Angst spielte zunächst die Vorband. Im Rahmen dieser Tour übernimmt die britische Band Youth Man aus dem rauen Birmingham. Genauso rau, wie die Stadt, ist auch der Sound der Band: Durch und durch roh, voll von energetischen Riffs und Aggressivität spielten sie ihre Songs, als gäbe es keinen Morgen mehr. Die Songs waren kurz, durchweg getrieben von hohem Tempo, schrillem Drumming und aufreibend.

Youth Man 01

Für eine Vorband war die pure Energie wirklich sehr herausragend. Gitarristin und Sängerin Kaila Whyte warf dem Publikum beinahe besessene Blicke zu, während sie ihre aggressiven Riffs zelebrierte, Basser Miles Cocker flog praktisch über die Bühne und Drummer Marcus Perks spielte sich den wortwörtlichen Arsch kaputt.

Einzig und allein der Soundmix hat mich etwas enttäuscht. Gerne hätte ich verstanden, was die Gitarristin und der Basser ins Mikro schrien. Trotzdem: Youth Man haben exzellent eingeheizt und so war die Menge direkt auf der richtigen Betriebstemperatur für die beiden darauffolgenden Hauptbands.

Setlist

  1. Insipid
  2. Joy
  3. Always the Same
  4. Look Wait
  5. Heavy Rain
  6. Fat Dead Elvis
  7. Patterns
  8. Skin
  9. Say So
  10. Pigs
  11. Strings

KMPFSPRT: Auch an Sonntagen wird getanzt!

KMPFSPRT 02

Wenige Minuten nach Youth Man startete KMPFSPRT dann beinahe direkt hinterher. Das Quartett war gut gelaunt und legte direkt kraftvoll los. Das merkte auch das Publikum, das natürlich auf die Band gewartet hat. Die positive Energie setzte sich vom ersten bis zum letzten Song in einem Pit um, in dem einige Zuschauer zentral direkt vor der Band abgingen.

Ein Pit? Vom Anfang bis zum Ende? Und das an einem Sonntag? Das ist beileibe nicht bei jedem Konzert gegeben und deswegen wusste die Band das auch sehr zu schätzen, weswegen sie sich mehrmals beim Publikum bedankten. Auch abseits des Pits war das Publikum mit ebenso viel Energie dabei, wie die Band: Mehrmals konnte man Stagediver dabei beobachten, wie geil es ist, sich von der Menge tragen zu lassen.

KMPFSPRT 03

KMPFSPRT mit Felix Schönfuss

KMPFSPRT gab aber auch mehr als genügend Argumente, um die Leute in Bewegung zu halten. Das Set war sehr energisch, gespickt mit guter Laune, politischen Aussagen und einem satten Sound. Neben den bekannten Songs spielten sie auch einige neue Stücke, die sich allesamt sehr gut in das Gesamtgefüge einfügten. Sehr cool war zudem auch der Gastauftritt von Adam-Angst-Sänger Felix Schönfuss, der für den Track „Musikdienstverweigerer” auf die Bühne kam. Darüber hinaus brachte der abwechselnde Gesang von Richard Meyer und David Schuman viel Dynamik und Abwechslung in das Set. Das passt in jeder Situation wunderbar und gab dem Auftritt eine sehr coole Note.

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Adam Angst: Charisma und Liebe

Adam Angst 02

Besagter Sänger trat nach der letzten Umbaupause mit seinen Kumpanen auf die Bühne. Den Opener machte wieder einmal „Jesus Christus”, welcher sich meiner Meinung nach perfekt als Opener eignet und auch beim x-ten Konzerterlebnis nicht müde wird. Wenn Drummer Johannes Koster mit dem Beat einsetzt, weiß man direkt, dass die sprichwörtliche Kacke gleich am Dampfen sein wird.

Adam Angst 04

Das hat sich dann wieder einmal bewahrheitet. Die aggressive Stimme von Schönfuss und die stark aufspielende Band haben unglaublich viel Spaß gemacht. Auch für den ein oder anderen Lacher ist die Band gut: Sie bezeichneten sich nach „Jesus Christus” beispielsweise als „eure wandelnden Bazillenschleudern” und zwischen zwei Songs wurde offenbar versehentlich irgendein Liebeslied über die Anlagen abgespielt. Sofort sprang Drummer Koster auf und war volles Rohr im Song drin. Adam-Angst-Shows bestehen grundsätzlich zu einem gewissen Teil aus Ironie und auch Situationskomik beherrschen sie ohne mit der Wimper zu zucken.

Adam Angst 06

Adam Angst mitten in der Crowd

Bei der Menge kam auch Adam Angst merklich gut an: Vor der Bühne drückte es teilweise sehr, in den Reihen dahinter gingen die Leute auch ordentlich ab. Das beeindruckte nicht nur KMPFSPRT zuvor, sondern nun auch Adam Angst. Die Krönung war dann wieder das letzte Stück: „Splitter von Granaten”, welches auch die aktuelle Single ist. Vor dem letzten Chorus sprang die gesamte Band (bis natürlich auf den Drummer) in die Menge hinein, um einen Kreis zu bilden. Mitten in der Crowd beendeten sie das Konzert dann auf einem absoluten Höhepunkt, der sich wirklich gewaschen hat!

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Ein königlicher Konzertabend

Adam Angst 05

Tja, was soll ich sagen? Ich bin komplett begeistert und wahrlich zufrieden aus dem Konzertabend gegangen. Alle drei Bands haben wirklich gut aufgespielt – vor allem KMPFSPRT und Adam Angst beeindruckten mich. Wie eingangs erwähnt war das der vierte Auftritt von Adam Angst, den ich in diesem Jahr sah und ich muss ganz ehrlich sagen: Dieses Konzert war mit Abstand das Beste!

Die Atmosphäre war den gesamten Abend über durchweg großartig, die Crowd hatte Bock und auch die Bands haben lustvoll und mit Herz und Seele alles gegeben, was sie hatten. Dazu zeigten sie Nähe zu den Fans, was diese zu schätzen wussten.

Sofern ihr noch die Gelegenheit habt, eines der noch folgenden Konzerte zu besuchen: Macht es! Ihr werdet es definitiv nicht bereuen! Ich für meinen Teil hatte einen der besten Konzertabende dieses Jahres das sage ich nicht einfach mal so.

Adam Angst 03

Adam Angst und KMPFSPRT: Die nächsten Konzerte

  • 14.10. – München, Kranhalle
  • 15.10. – CH – Winterthur, Gaswerk
  • 16.10. – Jena, Kassablanca
  • 17.10. – Bayreuth, Kneipen Festival (ohne Youth Man)