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Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Das Aggropunk Fest steht seit mittlerweile vier Jahren für deutschen Punkrock, der sich gewaschen hat. Auch in diesem Jahr fand es einmal mehr statt – im Gegensatz zu den vorigen Jahren jedoch sogar an vier Tagen in vier unterschiedlichen Städten: Hamburg, Berlin, Essen sowie Nürnberg wurden ordentlich bespielt.

Auch das Line-up konnte sich in diesem Jahr sehen lassen: Die Minipax haben vor nicht allzu langer Zeit die coole „1984“-EP veröffentlicht, Fahnenflucht sind ein dicker Name in der Szene und wer noch nie von Radio Havanna gehört hat, lebt sowieso hinterm Berg. Ich für meinen Teil habe mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen, dem Spektakel im Hamburger Hafenklang beizuwohnen – sowas kann man sich ja schließlich nicht entgehen lassen, ohne zur Konzertzeit genervt daheim rumzusitzen und sich fürs Verschmähen ordentlich in den Hintern zu treten.

Minipax

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Den Anfang machten die Minipax, zu deren Set-Beginn ich gerade noch rechtzeitig im Hafenklang ankam. Wer die EP „1984“ kennt, die ich hier im Blog bereits rezensierte, weiß natürlich, worauf man sich bei der Band einstellen kann: Schnörkelloser Punkrock, der ausnahmslos nach vorne geht und Druck macht.

Hier werden klassische Elemente im modernen Gewand gezeigt, ohne sich dabei jedoch zu sehr von den Wurzeln zu entfernen. Zu einer Veranstaltung, wie dem Aggropunk Fest passt das natürlich, wie die Faust aufs Auge und so kam die Gruppe mit voranschreitender Dauer des Sets immer besser an. Aufheizen können sie definitiv gut, man war gewappnet für das, was danach kam.

Fahnenflucht

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Weiter ging es mit Fahnenflucht. Ein kräftiger Mix aus Punkrock und Hardcore mit einigen Metal-Elementen erschütterte das Hafenklang. Die Band existiert seit 1996, dementsprechend haben sich die beinharten Fans auch darauf gefreut, einen solchen Dino der deutschen Punk-Historie live sehen zu können.

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Wie die Crowd jene Freude zum Ausdruck brachte? Pogen und Moshen! Zentral vor die Bühne zu kommen, um dort ein paar Fotos zu schießen – das war beileibe nicht drin. Für mich persönlich natürlich etwas ärgerlich, freut es mich für die durchdrehenden Zuschauer und die Band aber umso mehr. Über das gesamte Set hin wurde richtig Tempo und Power vorgelegt. Da mussten die Leute anschließend erstmal an die frische Luft, um etwas Kraft zu sammeln – mehr als verständlich, wenn ihr mich fragt.

Radio Havanna

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Mein Highlight des Abends waren aber definitiv Radio Havanna. In der Vergangenheit sah ich sie bereits in Bochum und Düsseldorf – insofern wusste ich also, was mich erwartet. Diese Erwartungen wurden, wie würde man es auch anders annehmen können – mehr als erfüllt. Da kommen die vier Jungs auf die Bühne, streifen sich ihre Instrumente über, legen mit „Schiffbruch“ los und waren sofort volles Rohr dabei!

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Das Publikum war zunächst leider etwas verhalten – nur in der ersten Reihe wusste man, wie man durchdreht, was dann umso schöner anzusehen war. Mit der Zeit lockerte sich die Stimmung aber deutlich auf – geht ja auch gar nicht anders, wenn Songs, wie „Phantom“, „Faschist“ und „Raketen“ gespielt werden. Zwischendurch gab es die obligatorische und meinerseits mit Spannung erwartete Pfeffi-Runde und mit „Goldfischglas“ legte die Band auch wieder einen Akustik-Song hin.

Gegen Ende kam dann auch noch ein Fan auf die Bühne, der die letzten Songs zusammen mit Bassist Olli mitsang – Punk macht es möglich! Als Zugabe wurde unter anderem „Unsere Stadt brennt“ gespielt; ein Song, den sie nach eigenen Angaben nach wie vor nicht allzu oft geprobt haben – irgendwie ja auch total sympathisch und synonym für einen rundum gelungenen und großartigen Punk-Abend im Hafenklang – der überdies perfekt gewählten Location, denn Veranstaltungen dieser Art gehören einfach in diesen alteingesessenen DIY-Schuppen!

Unsere Stadt Brennt

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