Hello Piedpiper - Birdsongs = Warsounds

Tracklist:

  1. Birdsong=Warsounds
  2. Life in autarkey
  3. The pawn that beats the drake
  4. Like the lion in the morning
  5. We’re coming home for you
  6. The poet
  7. Of people and land theft
  8. The taciturn fool
  9. The darkness is so close
  10. Who told you so?
  11. Not waving but drowning
  12. War
  13. Anecdotes
  14. Please come closer

Sagt euch die Band „Stereo Inn“ etwas? Nein? Gut, mir auch nicht. Warum das aber von Belang ist? Nun, der frühere Frontmann dieser Band, Fabio Bacchet, hat sich inzwischen selbstständig gemacht und ist der Mittelpunkt dieses Reviews. Denn der Kölner ist „Hello Piedpiper“ und bringt am 23. März sein Debütalbum „Birdsongs = Warsounds“ heraus. Nicht wirklich poppig, sondern stets akustisch und an ältere Hippie-Zeiten erinnernd spielt er sich durch das Album, in dem man – bis auf wenige Ausnahmen – nur ihn hört: Gesang und Akustikgitarre.

Dabei erinnert einen das Album an einen späten Abend am See, passend dazu ein Lagerfeuer und Bier. Zusammen mit dem gedachten Feuer wärmt der Sound, den Bacchet erzeugt, einen von innen heraus. Lyrisch geht es in die politische Richtung. Das macht schon die Vorabsingle „Birdsongs = Warsounds“ klar und das zieht sich auch durch das gesamte Album durch, was wiederum zu den alten Hippie-Gedanken passt.

Der warme Sound kommt dabei ungekünstelt, unspektakulär und nicht lächerlich hochcomputirisiert rüber. Es ist einfach ein sehr ehrliches Album – mit den Betonungen auf „ehrlich“ und „einfach“. Wenn sich Bacchet z.B. mal unterstützen lässt, dann allerhöchstens von einer leisen Percussion oder einer Mundharmonika im Song „Who Told You So“. Das war es aber auch. Das klingt in heutigen Zeiten wieder erfreulich erfrischend.

Fabio Bacchet aka. Hello Piedpiper

Fabio Bacchet aka. Hello Piedpiper

Ich persönlich bin ein Stück weit beeindruckt, wie sehr ein solch reduziertes Album auf einen wirken kann, wie man in solchen Momenten merkt, dass diese Musik irgendwie verloren geht und, dass das doch eigentlich gar nicht sein kann und vor allem darf. Das schmerzt irgendwo bis man sich besinnt und merkt, dass es ja Fabio Bachhet gibt, der die Fahne für diese reduzierte und ehrliche Art der Musik hochhält und überhaupt auch zeigt, dass deutsche Musik auch wirklich hörenswert sein kann und nicht nur ein weichgespülter Haufen Pop-Scheiße ist, die Musik anderer Gegenden dieser Welt (meiner Meinung nach vor allem Großbritannien und Skandinavien) qualitativ hinterherhechelt.

Abschließend müsste ich mich nun schwer tun um zwei bis drei Songs im Kontext des Albums als herausragend zu deklarieren. Denn Birdsongs = Warsounds ist weniger auf diese herausragenden, einzelnen Songs aus, als mehr auf ein stimmiges Gesamtpaket (was hier eindeutig stimmt). Würde man mich aber zu einer solchen Aussage zwingen, würde ich demjenigen wohl „Birdsongs = Warsounds“, „Life In Autarky“ und „Who Told You So?“ an den Kopf werfen. Einfach nur damit mich der Gegenüber zufrieden in Ruhe ist, denn das Album ist viel mehr als nur diese drei Songs und das ist in den letzten Jahren selten geworden.