Foto: Jasmin Reckers, noisiv.de

Wir sind zwar etwas spät dran, aber das Debütalbum „WutKitsch“ von BRETT möchten wir euch keineswegs vorenthalten. Nach 2 EPs, die schon gut vorgelegt haben, geht es nun noch einmal ein ganzes Stück nach oben. Neben den zwei altbekannten Songs „Das mit dem Hund tut mit leid“ und „Kolliosionen von Millionen“, die neu aufgelegt wurden, finden sich neun weitere absolute Kracher auf der Platte, die am 23. Februar erschien. Aufgenommen wurde das gute Ding in den H.O.ME. Studios in Hamburg in Zusammenarbeit mit Franz Plasa.

Den Anfang von WutKitsch macht „Ein schöner Tag (schade, dass Krieg ist)“ der direkt in gewohnter BRETT-Attidüde nach vorn geht und beweist, dass deutscher Pop-Rock mehr kann, als das, was wir bisher kannten.

Weiter geht es mit „Dein Autotune“, bei dem ich mich tatsächlich Frage, ob ich vielleicht ein bisschen als Vorlage gedient habe.

„Und jetzt stehst du auf der Gästeliste / doch dein Autotune will nicht mehr lügen / und dein Spiegel fragt wie gehts denn so / doch du suchst nur dein Telefon.“ BRETT – Dein Autotune

Mal abgesehen von meiner Befürchtung, wird ein guter Zuhörer bemerken, dass sich hier ein wenig Bilderbuch eingeschlichen hat. Das nenne ich mal gut „geklaut“.

Aber nicht nur Bilderbuch haben sich auf Wutkitsch eingenistet, auch ein Flair von Rage Against The Machine ist in „Olymp“ zu hören. Gitarrist Felix weiß einfach mit seinem Instrument umzugehen und überzeugt mit starken Gitarrenriffs, die von Stefans Drum-Künsten und Laurenz Bassspiel unterstützt werden. Im gleichen Atemzug sollte dementsprechend „Himalaya“ genannt werden, denn oh, was hören meine Ohren da? Ein Prise von Nirvanas „Smells like teen spirit“ und ein Hauch Cardigans. Ich möchte an dieser Stelle aber unterstreichen, dass die Jungs hier nicht sinnlos irgendwelche Riffs geklaut haben, sondern diese in großartigem Stil weiterverarbeitet und innovativ verpackt haben.

Foto: Ingo Pertramer

Ein Song, der hingegen ganz ohne Schlagzeug und viel mehr tieftraurig daherkommt, ist „Wir (für Giti)“. Ich möchte gar nicht allzu viel vorweg nehmen, aber eins weiß ich ganz genau: Wenn ich einen Kerl habe, der so einen Song für mich schreibt, dann habe ich alles erreicht. Das ist Liebe pur! Und als Kirsche auf dem Eis wird Max einzigartige Stimme von Gitarren begleitet, die sich wie ein holpriges Herz anhören.

Das komplette Album kann man eigentlich nur als Gesamtkunstwerk bezeichnen. Hammerharte Gitarrensoli, starkes Bassspiel und noch stärkere Drums – das ist kein 08/15, das ist heißer Scheiß, den ihr so noch nie gehört habt! Am besten kommt ihr direkt zu einem ihrer Konzerte und überzeugt euch von den Live-Qualitäten der Jungs.

BRETT Live

  • 23.03. – Berlin, Musik und Frieden
  • 24.03. – Hamburg, Hafenklang
  • 25.03. – Köln, Jungle
  • 26.03. – München, Backstage Club
  • 27.03. – Stuttgart, Clubcann

[asa]B0787NTYZZ[/asa]