alex-mofa-gang

Fotos: Mareike Beuthien

Die Berliner Sascha (Gesang/Gitarre), Rotscher (Bass), Tommy (Gitarre), Matze (Keyboard) und Breuni (Drums) sind die Gang um Alex Mofa. Der Sound bewegt sich zwischen Garagen-Pop, Rock und einer Prise Punk. Die Texte sind auf Deutsch und reichen von härteren Uptempo Nummern bis hin zu langsamen „Schmuse“-Hits.
Wenn Alex Mofa Gang die Bühne entert, bleibt kein Tanzbein unbewegt, denn was die Jungs da veranstalten hat auf ein mal nicht mehr ganz so viel mit Pop und schmusen zu tun. Auch wenn sich das Ganze auf der Platte etwas anders anhört… aber genau das macht eine gute Live Band eben aus!

Aufmerksam auf die Jungs wurde ich durch andere Bands wie Itchy Poopzkid und Montreal, die fleißig T-Shirts der Gang auf ihren Auftritten getragen haben. So funktioniert Band-Kommunikation! Mit ihrem aktuellen Album „Die Reise zum Mittelmaß der Erde“, welches bereits Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, haben sie diesen Sommer die Festivals des Landes bereist (unter anderem auch das Deichbrand). Im Januar geht es dann unter dem Motto „Mudder sagt es ist OK!“ auf große Tour.

Ich habe die fünf schmucken Herren auf dem Rock den Lukas getroffen und mit ihnen über Festivals, das unliebsame Thema um ihren Bandnamen und andere Sachen geschnackt.

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Ich weiß, es ist ein leidiges Thema, aber ist Alex Mofa nun ein Freund von euch oder ist er fiktiv?

Sascha: Er ist fiktiv, aber es ist viel von uns und unseren Kumpels in ihm drin. Der oft gesagte imaginäre Freund.

Ihr seid seit 2012 als Alex Mofa Gang unterwegs und kanntet euch alle schon vorher. Ihr habt alle schon hinter der Bühne als Backliner, Tontechniker, Tourmanager, Mercher etc. gearbeitet und tut es teilweise immer noch. Wenn ihr jetzt auf Tour geht oder auf Festivals spielt, juckt es einen da in den Fingern, selbst Hand anzulegen?

Tommy: Das gar nicht! Es ist eher gut, das mal nicht machen zu müssen.

Breuni: Wir haben ja gute Leute dabei.

Tommy: Es ist tatsächlich so, dass man das aus einer ganz anderen Sichtweise betrachtet wenn man selber spielt. Man ist auch froh, wenn man sich mal keinen Kopf darum machen muss. Wir haben dementsprechend auch unsere Menschen dafür dabei, denen wir vollends vertrauen.

Matze, du hast 2012 in einem Interview gesagt, dass du dir wünscht, niemals einen Stempel zu bekommen. Der Stempel kam mit Vergleichen wie Marathonmann, Rogers, Kraftklub und sogar Sportfreunde Stiller, wie ist der Stempel so?

Matze: Erst mal finde ich das überhaupt nicht schlimm.

Tommy: Wir kennen fast alle von den Bands persönlich, halt Kneipenkumpels mit denen man gerne mal am Tresen hockt. Und wenn ich jetzt gefragt werden würde, sind das tatsächlich die Bands, die am weitesten im Deutschen Punkrock von uns weg sind. Für mich persönlich eher Sportfreunde Stiller als Marathonmann, weil die viel mehr „Auf die Fresse Musik“ machen.

„Oft stehen wir auf der Bühne und denken jetzt gibt’s hier Punkrock, da fällst du tot um, und die Leute unten denken, ach du scheiße, was für Pop-Affen.”

Breuni: So lange das keine Rechtsrock-Bands sind, empfindet das wie ihr das wollt, wenn euch das hilft uns einzuordnen.

Matze: Einen Vergleich gab es, den fanden wir alle ziemlich gut: Wie Bosse auf Jägermeister.

Ihr spielt live ja gerne „Endboss“ von Marteria, würdet ihr gerne mal mit ihm zusammen arbeiten?

Sascha: Ja, auf jeden Fall! Das Cover ist so ein bisschen aus der Sache geboren, dass wir ihn als Künstler und einfach als Menschen sehr schätzen. Er ist einfach ein cooler Dude! Und wenn gesagt wird, dass wir uns zwischen den Sportfreunden Stiller und den Rogers bewegen, ist Marteria ja auch nicht mehr weit entfernt.

Ihr tragt ja sehr gerne enge Hosen. Besonders du Sascha, springst auf der Bühne immer wie ein Zäpfchen durch die Gegend, hast du nicht Angst, dass deine Hose reißt?

Sascha: Ab heute ja!

Tommy: Das ist Stretch!

Warum ab heute? Weil sie gerissen ist?

Sascha: Weil du mir jetzt einen Flo ins Ohr gesetzt hast! Aber nach Murphys Law müsste es jetzt eigentlich zuschlagen, wenn ich jetzt Nein sage.
Darüber habe ich mir aber auch noch nie wirklich Gedanken gemacht. Mir geht oft der Hosenlatz auf, das ist mir schon öfter aufgefallen. Ich trage auch gerne so eine kürzere Baggy, aber damit würde ich mich voll abmaulen.

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Haltet ihr euch sonst irgendwie fit?

Sascha: Rauchen!

Rotscher: Wir haben mal versucht zu joggen.

Sascha: Wir haben mal eine richtige Streber-Tour gespielt, wo wir joggen waren und immer schön Tee getrunken haben, aber dann sind wir alle krank geworden.

Ihr habt einen krassen Festival Sommer hinter euch. Auf dem Hurricane solltet ihr eigentlich einen Gig bei Camp FM spielen, der leider ins Wasser gefallen ist. Wie geht man damit um?

Sascha: Man muss dazu sagen, wir hatten da einen echt coolen Abend bevor wir am nächsten Tag zu Melle sollten. Wir haben super viele Freunde getroffen, uns schön ein paar Bands angeguckt und ein bisschen einen geballert. Klar ist man dann traurig, weil man ja Bock hat zu spielen, aber es ist natürlich gut, dass es auf dem Hurricane so glimpflich abgelaufen ist und die Leute das so gut organisiert und kommuniziert haben. Aber wir haben uns dann, nachdem unsere Karre wieder lief, dazu entschieden, nach Hamburg zu fahren und da einfach weiter zu machen.

Wenn ihr auf Festivals fahrt, habt ihr dann obskure Wünsche die euch erfüllt werden müssen?

Tommy: Also wir sind einfach nur froh wenn wir da sind und Festival machen können und mit anderen Bands rumhängen können. Wenn wir dann noch Bier und warmes Essen haben ist alles gut!

Rotscher: Das zeigt auch ein bisschen die Erfahrung. Je mehr Forderungen man stellt, desto genervter sind die Leute. Wenn man keine Forderungen stellt, freuen sich die Leute auf dich und denken sich dann, dass sind ja gute Burschen. Dann bekommt man manchmal viel mehr geliefert, weil man so bescheiden ist.

Was ist das ekligste, was euch jemals auf einem Festival passiert ist?

Sascha: Also auf dem ersten Festival wo ich mit 15 war, haben die so einen dicken Metaler im Dixi Klo umgeworfen. Gleich am ersten Morgen.

Tommy: Ich hab auch so eine Geschichte! Und zwar war das auf einem Festival in Ungarn glaub ich, da bin ich am Sonntag in ein Dixi Klo rein. Offensichtlich wurde es drei Tage lang nicht geleert. Das Klo war so voll geschissen, dass die letzten drei sich hoch stellen mussten, weil der Kacke-Haufen über den Rand der Kloschüssel hinausging. Und der letzte, der vor mir drin war, war auf jeden Fall der Geilste! Der ist hin und hat so eine kleine Cocktail Amerika-Fahne da oben rein gesteckt, da war ich schwer beeindruckt. Das war bestimmt das lustigste was ich je gesehen habe.

Matze: Ich hab auf einem Festival mal eine Gruppe gesehen, die die ganze Zeit über in so einen Kinder-Pool gekackt haben. Am Ende haben die 200€ gesammelt und wollten, dass da jemand rein springt. Dann hat sich einer aus dem Nachbar-Camp gemeldet und gesagt, er macht es umsonst. Und der hat dann mal n Köpper gemacht!

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Kann man sich bei solchen Geschichten überhaupt an Dixi Klos gewöhnen?

Sascha: Sagen wir so, man ist nicht traurig, wenn es auch mal einen richtigen Container im Backstage gibt.

Eigentlich sollte es beim Hurricane ein Flunkyball-Turnier mit euch geben. Seid ihr gut im Flunkyball?

Rotscher: Hier muss ich jetzt mal einhaken, denn ich hab da Flunkyball gespielt! Wir haben das kurzerhand auf dem Campingplatz gemacht und ich hab tatsächlich immer gewonnen! Also mein Team. Ich konnte danach auch nicht mehr so richtig. Aber Sascha hat mich ins Zelt getragen und das war super!

Was darf auf einem Festival auf keinen Fall fehlen, neben Bier versteht sich?!

Breuni: Bands!

Sascha: Bands und Publikum. Oder ein geiles Kostüm!

Sex auf Festivals, Ja oder Nein?

Sascha: Klar, warum nicht?

Was würdet ihr Menschen empfehlen, die Sex auf einem Festival haben?

Sascha: Verhüten!

Breuni: Empfiehlt sich.

Wie wäre es mit waschen?

Matze: Das ist nicht zwangsläufig notwendig.

Tommy: Danach!

Breuni: Kommt auf den Tag an.

Sascha: Wenn der Zustand ausgeglichen oder vom jeweils anderen gewünscht ist, soll auch das meinen Segen haben.

Tommy: AMEN!

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Ihr seid heute neben Le Fly die einzige Band die hier auf dem Rock den Lukas auftritt. Ist das komisch?

Breuni: Das ist eigentlich eine gute Entscheidung. Dann können die Leute, die Freitags arbeiten, nach der Arbeit zum Festival kommen.

Tommy: Man unterschätzt das ja auch immer. Aber erste Band zu sein hat auch immer was total positives. Wir sind das sogar total gerne! Als erste Band hat man halt den Faktor, dass die Leute hingehen, weil sie sich freuen, dass es endlich losgeht und die Stimmung ist großartig. Und als Band hat es den Vorteil, dass man in Ruhe seinen Scheiß da hoch karren kann und nicht so einen Stress beim Aufbau hat.

Besonders in der deutschen Musik Landschaft sind relativ wenige Frauen unterwegs, was glaubt ihr woran das liegt? Möchtet ihr den Frauen vielleicht etwas mit auf den Weg geben?

Sascha: In der Gesamtheit stimmt das wahrscheinlich, aber es ist so ein Ding, und da spreche ich auch für uns alle, weil wir alle relativ ähnlich erzogen sind, das spielt für uns eigentlich überhaupt keine Rolle. Wahrscheinlich ist es so, dass es auch nicht von Belange ist oder dass man den Frauen jetzt einen Rat geben oder Mut zusprechen muss oder so. Wenn jemand Interesse hat das zu betreiben und voran zu bringen, egal ob Mann oder Frau, soll einfach spielen.

Saschas Wort zum Sonntag: Wir wünschen uns einfach ein bisschen mehr gegenseitigen Respekt in der Welt, ein bisschen mehr für Dinge sein und ein bisschen Offenheit.

Es war mir ein inneres Blumen pflücken und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Mexikaner mit euch! Wir sehen uns auf Tour!

Fotogalerie: Alex Mofa Gang auf dem Rock den Lukas

Alex Mofa Gang: „Mudder Sagt Es Ist OK!“-Tour 2017

  • 26.01. – Bremen, Tower
  • 27.01. – Hannover, Lux
  • 28.01. – Hamburg, Molotow
  • 02.02. – Frankfurt, Nachtleben
  • 03.02. – Köln, MTC
  • 04.02. – Münster, Cafe Sputnik
  • 16.02. – München, Sunny Red
  • 17.02. – Stuttgart, Keller Klub
  • 18.02. – Nürnberg, Club Stereo
  • 23.02. – Kiel, Orange Club
  • 24.02. – Leipzig, Werk 2
  • 25.02. – Berlin, Cassiopeia

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