Directed by Scott Cudmore & Michael Leblanc, 2014.
Die Briten definieren den Plottwist neu.

Moment – warte mal! Was war denn mit dem ersten Clip nicht in Ordnung? Solide Regiearbeit hat Ryan Staake abgeliefert, denkt man, schenkte uns obendrein noch einen Director’s Cut dazu (siehe unten). Das Schicksal der Ironie verlangt, dass der Song, der in etwa die Rolle des ungewollten Kindes bei der Band einnimmt, nun erneut ein Video erhält.

Ursprünglich wurde der Song für den US-Markt geschrieben, nachdem Label Executives der Meinung waren man könne mit der Lead-Single „Hunger of the Pine“ keine Hörer vor die Speaker locken. In also nur zwanzig Minuten zimmerten die Briten „Left Hand Free“ hervor und die US-amerikaner waren auf Anhieb begeistert. Das Musikvideo von Ryan Staake folgte jedoch munter weiter traditionellen Mustern. Es liegt nahe, dass alt-J auch visuell im Zugzwang waren dem US-Entertainment Markt ein wenig mehr zu bieten. Ohne viel verraten zu wollen: dem preisgekrönten Regieduo um Cudmore und Leblanc ist das mehr als gelungen.

Thom Green: “I tried to make the drums as cliched as possible, there’s none of my personality in it.“
Gus Unger-Hamilton: “I’m doing some kind of organ solo. I don’t know where ‘baby’ came from.“
Joe Newman: “And I say, ‘Gee whizz,’ which I’m not sure is a phrase I’ve ever uttered before. I can imagine it appealing to American truckers with Good Riddance To Bin Laden stickers!”
Gus Unger-Hamilton: “Oh God… (…) Someone’s going to walk onstage to it at an NRA convention.” – alt-J, The Guardian (2014).

Directed by Ryan Staake, 2014.

Die Vielzahl an Musikvideos ist bereits jetzt ein markantes Merkmal der „This Is All Yours“ Ära. In den Clips ist die Band allerdings noch nicht in Erscheinung getreten. Plausible Gründe sind schnell gefunden. Spätestens wenn die finalen Sekunden von „Left Hand Free“ auf dem Screen auslaufen, wird auch der Letzte von den makellosen Instinkten der Musiker überzeugt sein. Mit der Evolution geht eben nicht alles verloren. Auch nicht gute Musik.

Neben dem atemberaubenden Clip von Nabil für die oben erwähnte Lead-Single, haben uns die Briten auch für „Every Other Freckle“ ganz selbstlos mit zwei Clips verwöhnt. Davon das auch dieser Schritt ein fantastischer war, könnt ihr euch genau hier überzeugen.

Jetzt ist aber erst einmal euer Schritt gefragt: besucht die Jungs doch mal auf Tour! Im Februar 2015 beehren die Musiker Deutschland erneut:

07.02.2015 – Offenbach, Stadthalle Offenbach
08.02.2015 – Köln, Palladium
09.02.2015 – Hamburg, Sporthalle
11.02.2015 – Berlin, Columbiahalle
17.02.2015 – München, Zenith

Tickets? Na hier! Selbstverständlich ist auch der „untypischte alt-J Song überhaupt“ Teil der aktuellen Setlist der Band. Die Noten sitzen. Das Orgelsolo will gespielt werden. Fehlt nur noch ihr.

Weitere Videoclips aus dem Album „This Is All Yours” (VÖ: 22. September 2014):
Hunger of the Pine, Directed by Nabil.
Every Other Freckle (Girl), Directed by Olivier Groulx.
Every Other Freckle (Boy), Directed by Olivier Groulx.

Und sonst?
Leblanc + Cudmore:
Das Regieduo setzte schon Metz und Fucked Up erfolgreich in Szene und ließ auch die Pepsi Co. für einen Spot nicht sitzen.
Filming The Music: Scott Cudmore im ausführlichen Interview bei welchem auch seine bisherigen Arbeiten für z.B. The National („Fake Empire“ war von ihm!) im Detail seziert werden.
Ryan Staake: Heute mal auf der Ersatzbank. Ein Unding. Seine Videos für Steve Aoki oder The Asteroids Galaxy Tour spielen jedoch ganz Vorne mit. Anschauen!
Hey, ich hab Nabil erwähnt! Er hatte sie alle vor der Kamera. Arctic Monkeys, James Blake, Jay-Z und Nelson Mandela sind nur ein kleiner Auszug.

Babak

[asa]B00KTHA0O0[/asa]