anorak.

Foto: Julian Pache

Schon mal was von „anorak.“ Gehört? Nein? Nicht schlimm, jedoch sollte das jeder schleunigst nachholen. Hier bahnt sich etwas Großes an! Die Band aus Köln kommt mit einer interessanten Mischung aus Screamo, Indie und Post-Hardcore um die Ecke, welcher sich nicht ein zweites Mal finden lässt. Dieses Jahr wurde schon eine EP unter dem Namen „Kalter Frieden“ veröffentlicht, welche einen Einblick darüber gibt, wie das anorak. klingen. Reinhören lohnt sich!

anorak - enthusiats and collectors

anorak. besteht auf fünf Jungs, die ihre gemeinsame Leidenschaft verbinden und daraus ein einzigartiges Musikerlebnis schaffen. Und genau dieses haben sie nun auf einem Album festgehalten. Das Stück trägt den Namen „enthusiasts and collectors“ und erscheint am 06. Mai diesen Jahres sowohl auf Vinyl, als auch digital. Auf Vinyl kommt die LP inklusive eines Polaroid-Foto auf der Frontseite. Die jeweilige Polaroid stammt aus einer Kunstserie des Gitarristen der Band und ist von daher auf 500 Stück limitiert. Wer also eines dieser Unikate erwerben möchte, sollte schnell zugreifen.

Ich hatte das Glück, mir das Album schon vor Release anhören zu dürfen und möchte nun meine knallharte Meinung zu dem Debüt der Kölner loswerden. Aber naja, wirklich viel Negatives gibt es in diesem Fall wirklich nicht zu sagen. Mich hat es voll und ganz überzeugt!

Das Album beginnt mit einem Song, der sich „Forlorn_desolate_alone“ nennt. Schon allein der Titel sagt viel über die Thematik der Lieder aus. Alle Texte sind sehr persönlich und offen. Jede Zeile geht unter die Haut und trifft direkt ins Herz. Auch wenn die Lyrics teilweise natürlich nicht zu 100% verständlich sind, spürt man den Schmerz, der versucht wird zu transportieren. Man hört, wie viele wahre Gedanken und Erlebnisse in Musik verwandelt wurden.

Nicht nur die Texte von anorak. sind etwas ganz Besonderes. Die Band versucht ihre Instrumente so miteinander zu kombinieren, dass jeder Song Überraschungen verbirgt. Des Öfteren werden ruhige, instrumentale Passagen mit etwas lauteren und intensiveren Parts gemixt, so zum Beispiel bei „The tempest“. Dies ist aber nur ein Beispiel dafür, wie sehr die Band mit ihren Instrumenten spielt. Kein Song der Band klingt irgendwie monoton oder langweilig.

anorak.

Foto: Julian Pache

Einige Songs, wie zum Beispiel „Lying Truth“ oder „Move to North (the south is rough)“, spielen Parts, die sich vom Gesang unterscheiden. Hardcore-Geschreie wird mit gepaart mit Clean-Parts im Indie-Style und ergeben einen Part, der zum Sing Along einlädt. Die Vermischung verschiedener Musikstile wird wirklich gut umgesetzt.

Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass für meinen Geschmack die Instrumente passagenweise die Stimme des Sängers zu sehr überspielen. Der Gesang rückt an diesen Stellen sehr in den Hintergrund. Allerdings fügt sich das alles ziemlich gut in das Gesamtbild ein und ist daher nicht weiter dramatisch.

Die Songs verbinden sich zu einem runden Musikerlebnis erster Klasse. Sie sind sowohl laut, als auch leise. Sie sind ruhig aber dennoch haben sie eine treibende Kraft. Die Instrumente werden so vielseitig eingesetzt, wie wohl von kaum einer anderen Band. Hinzukommt eine wirklich unverwechselbare Stimme, die einem im Herzen erreicht. Das Zuhören wird zu einem besonderen Erlebnis. Man spürt einfach, wie viel Liebe zur Musik hier im Spiel ist.

anorak.: Tourdaten

  • 06.05. – DE: Hamburg – Pooca Bar
  • 07.05. – DE: Bremen – Karton
  • 08.05. – DE: Berlin – Kiki Sol
  • 10.05. – DE: Kiel – Schaubude
  • 11.05. – DE: Leipzig – Atari
  • 12.05. – DE: Hof – Luftkeller
  • 13.05. – AT: Salzburg – Denkmal
  • 15.05. – AT: Innsbruck – Junge Talstation
  • 16.05. – AT:  Linz – Kölla
  • 17.05. – DE: Saarbrücken – Horst
  • 18.05. – DE: Trier – Exhaus
  • 19.05. – DE: Aachen – AZ
  • 20.05. – DE: Köln – tba
  • 21.05. – DE: München – tba
  • 25.05. – DE: Oberhausen – Druckluft
  • 24.06. – DE: Münster – Baracke
  • 02.07. – DE: Langenfeld – Kellercafe
  • 13.08. – DE: Hömber – Rock am Berg
  • 19.08. – DE: Nonrod – Nonstock Farmer’s Edition
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