Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Im Laufe ihrer „European Phantom Anthem“-Tour machten die Herren von August Burns Red zu meiner großen Freude auch in Hamburg halt. Mit dabei hatten sie mit Wage War und Betraying The Martyrs zwei hochkarätige Bands am Start, welche die Halle ordentlich einheizen sollten. Die Vorfreude auf dieses wunderbare Line Up machte es deutlich einfacher sich an einem kalten Montag Abend noch einmal aufzustehen und sich auf den Weg ins Gruenspan zu begeben.

Als Opener leuteten Betraying The Martyrs den Abend ein. Das Metalcore-Gespann aus Frankreich ist schon seit vielen Jahren ein weit bekannter Name in der Szene und kann auf eine große Fanbase hinab sehen. Mich begleiten die Jungs schon viele Jahre und ich werde niemals vergessen, wie ich zum ersten Mal „Because Of You“ hörte und sofort verliebt war. Die Verliebtheit in diese Band ist bis heute geblieben, umso mehr freute ich mich sie an diesem Abend wieder live sehen zu können.

Zu Beginn des Sets war das Gruenspan noch eher mäßig gefüllt, was sicher auch daran lag, dass die Venue gerade mal für eine halbe Stunde geöffnet hatte. Der guten Laune der Pariser tat dies aber auch keinen Abbruch. Sie stiegen sofort mit voller Energie in ihr Set ein mit Liedern wie „Lost for Words“ und „Wide Awake“. Und schon bald war auch das Publikum voll auf ihrer Seite und die Halle füllte sich nach und nach. Frontmann Aaroon Matts weiß nach vielen Jahren auf der Bühne genau, wie er die Menge bewegt und so ließen die ersten Moshpits nicht lange auf sich warten.

Wirklich faszinierend an den Jungs finde ich es, dass man hier noch richtig sieht wie viel Spaß sie daran haben live zu spielen.Während man bei vielen Bands das Gefühl bekommt, für sie sind Live-Auftritte mehr zur Routine geworden ist bei BTM genau das Gegenteil der Fall. Alle Bandmitglieder springen wild grinsend über die Bühne und animieren zwischen durch sogar noch die Leute im Publikum zum mitlachen. So viel Leidenschaft und Spaß sieht man wirklich nur noch selten bei Shows. Dafür gibt es von mir auf jeden Fall eine Menge Respekt!

Zum Abschluss der Show belohnten die Jungs uns noch mit einem neuen Song, der angeblich in Hamburg das erste Mal gespielt wurde. Ich will nicht zu viel verraten, aber er hat es in sich und wird die eingefleischten Betraying Fans auf jeden Fall zufrieden stellen.

Als zweite Band kamen die absoluten Newcomer von Wage War auf die Bühne. Wer sich ein bisschen in der Szene bewegt, kam in letzter Zeit nicht um die Jungs aus Ocala herum und auch mit hat es voll erwischt. Der Hype um Wage War ist auch durchaus berechtigt! Den Durchbruch schafften sie im letzten Jahr mit ihrem zweiten Album „Deadweight“, welches von einem der erfolgreichsten Producer im Metalcore-Bereich Andrew Wade und A Day To Remember Frontmann Jeremy McKinnon mit komponiert und produziert wurde. Damit haben die Jungs genügend Stoff gehabt um auf die ganz großen Bühnen zu kommen und sie nutzen diese Chance.

Aber die tollste Platte bringt einem ja nun auch nichts, wenn man auf der Bühne nichts zu Stande bringt. Doch glücklicherweise kriegen sie auch das mehr als gut hin. Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr konnte ich mich nun davon überzeugen lassen. An diesem Abend wurden die großen Hits des aktuellen Albums wie „Garvity“ oder „Never Enough“ wurden lautstark vom Publikum mitgegröhlt. Bemerkenswert war es auch, dass Sänger Briton Bond die Menge mit einer einzigen Handbewegung zu eine Wall Of Death anregen wollte, diese sofort auf das Zeichen reagierte und voneinander weichte ohne noch weite Aufforderungen abzuwarten.

Als Abschluss brachten sie ihre beiden wohl bekanntesten Lieder. Zunächst das sehr gefühlsvolle „Johnny Cash“, welches mit vielen Wechseln zwischen emotionalen Clean-Gesang und brutalen Growls für eine Gefühlsachterbahn sorgt. Das letzte Lied sollte dann „Stitch“ sein, welches nun auch den letzten Skeptiker überzeugt haben sollte. Meiner Meinung nach eines der besten Lieder des vergangenen Jahres, welches einen mal wieder so richtig zurück zur alten Härte des Metalcores bringt. Wage War ist ein Name den man sich auf jeden Fall merken sollte, denn ich bin mir sicher, dass die Jungs bald selber ausverkaufte Headliner-Touren spielen werden.

Nun stand auch schon der Headliner auf der Bühne. August Burns Red sind seit nun schon mehr als 10 Jahren auf den Bühnen der Welt unterwegs und trotzdem wird es niemals langweilig die Jungs in Aktion sehen zu können. Über die Jahre hinweg haben sie sich eine treue Fanbase zusammen gespielt und sind für viele junge Bands heute eine der größten Vorbilder. Mit ihrem neusten Album „The Phantom Anthem“ im letzten Jahr zeigten sie zudem, dass sie nach wie vor ernstzunehmen sind. Anders wie andere große Band, die zur gleichen Zeit bekannt wurden, bleiben August Burns Red ihrem Sound einfach mit Zunahme von kleinen Klangexperimenten treu.

Die Live Shows der Jungs aus Lancaster war auch an diesem Tag wie gewohnt sehr energiegeladen und technisch einfach einwandfrei. Das Publikum stieg voll in den Auftritt mit ein und ausnahmslos jedes Lied wurde lautstark mitgesungen. Auch auf große Moshpits uns eine Menge Stagedives musste an diesem Abend keiner verzichten. Neben ihrer Musik schaffen sie es durch den Einsatz von Nebelmaschinen immer wieder beeindruckende Momente zu schaffen, die die Erfahrung umso mehr intensivieren. Die Setlist war gespickt von guten Liedern aus ihrer gesamten Karriere und sollte keinen Fan enttäuscht haben.

Nachdem man nun von drei Bands lautstark eingeheizt wurde, war das Konzert nun auch schon schneller wieder vorbei als man wollte. Entlassen wurde man somit wieder in die kalte November Nacht mit einigen schönen Erinnerungen an einen guten Abend und die Vorfreude auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen mit den Bands dieses Line-ups!

Fotogalerie: August Burns Red

Fotogalerie: Wage War

Fotogalerie: Betraying The Martyrs