Beach Slang

Foto: Ian Laidlaw

Nachdem Beach Slang im letzten Jahr ihr Debütalbum „The Things We Do to Find People Who Feel Like Us“ veröffentlichten, wurde es um die Band keinesfalls ruhig – ganz im Gegenteil! Zwischenzeitlich gab die Band während eines Konzertes in Salt Lake City ihre Trennung bekannt – eine Entscheidung, die kurz darauf revidiert wurde. Stattdessen musste Drummer JP Flexner einen Monat später die Band verlassen.

Beach Slang - A Loud Bash Of Teenage Feelings (Album-Cover)

Tour-Erlebnisse waren es auch, die zur Entstehung des neuen Albums „A Loud Bash of Teenage Feelings“ beigetragen haben. Weniger allerdings das Gezerre um die Existenz der Band, als viel mehr Erzählungen junger Fans über ihre Reaktionen auf das Album und eigene Geschichten, die ihnen während der Tourneen erzählt wurden. Sie wollen ihnen etwas zurückgeben und ihnen einen Weg zeigen.

Im Grunde ist das Album als eine Mischung dieser Erzählungen und eigener Erfahrungen von Sänger James Alex zu interpretieren. Bereits der erste Song „Future Mixtape For The Art Kids“ macht das deutlich: „Play me something that will always last / […] / Play me something that might save my life“. Alex schafft hierbei aber den Spagatsprung, glaubwürdig und keinesfalls kitschig zu wirken, wenn er als 42-jähriger solche Themen aufgreift. Es sind nicht die Jugendgeschichten des eigenen Vaters, bei denen man gerne mal genervt abwinkt.

Der entscheidende Faktor ist hierbei, dass er sich differenziert mit den erzählten Geschichten auseinandersetzt und die Zusammenhänge im Kontext sucht. Ob es nun Liebesgeschichten sind, wie in „The Perfect High“ oder Erzählungen alles überdauernder Freundschaften sind – sie wirken authentisch, weil sie nicht in Plattitüden erzählt werden.

Musikalisch geht auch in „A Loud Bash of Teenage Feelings“ mal wieder die Post ab: Laute, flächendeckende Gitarren, flottes Drumming und die markante Stimme von Alex – das alles weckt energiegeladene Gefühle beim Hören. „Atom Bomb“ ist für diese flotten Muster das wohl beste Beispiel, jedoch bringt jeder Song die Energie perfekt auf den Punkt; dazu überschreitet mit Ausnahme von „Young Hearts“ und „The Perfect High“ kein Song die Marke der drei Minuten Spielzeit. Allerdings geht es übrigens auch anders: Der Closer „Warpainter“ kommt über die meiste Zeit mit zurückhaltenden Power-Chords aus, bis der Song am Ende doch noch explodiert und das knapp 30-minütige Album damit beendet.

Make a muscle with your brain
You’re not as broken as you’re brave
All the things that fuck you up
Knock them out and then come back to us
Tonight can be the roughest of your life
I know you’re awake dying to survive
Don’t be afraid to want to be alive

Beach Slang – Warpaint

„A Loud Bash of Teenage Feelings“ ist von Punk-Kids inspiriert und für Punk-Kids. Etwas, das zeigt, dass es okay ist, schräg zu sein und man mit der Zeit schon irgendwie alles hinbekommt. Das heißt gleichzeitig aber nicht, dass es nichts für ältere Herrschaften ist. Man schwelgt selbst in alten Erinnerungen, die sich unter Umständen sogar mit den erzählten Geschichten gleichen. Das Album ist schlichtweg für jeden etwas und dabei auch noch verdammt gut – ein Werk, bestehend aus zehn Songs, das auch nach dem x-ten Durchhören von vorne bis hinten funktioniert.

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