bs

Erst vor einem halben Jahr erblickte mit „Broken Thrills” erstmals ein Release von Beach Slang das Licht der europäischen Welt, die Compilation ihrer ersten zwei in den USA erschienenen EPs „Cheap Thrills On A Dead End Street” und „Who Would Ever Want Something So Broken?”. Nun legt das Quartett aus Philadelphia am 30. Oktober bereits die erste LP auf voller Länge nach – auch ihr Titel schöpft mal wieder die volle Länge aus: „The Things We Do To Find People Who Feel Like Us”.

Zur Sache kommt Sänger James Alex allerdings schnell: Seine markante Stimme setzt im ersten Takt von „Throwaways” ein, kein Intro, keine Gefangenen, die Gitarren bolzen sich sofort ihren Weg frei in die Gehörgänge. In Aufbruchstimmung scheint auch Alex zu sein:

„I never got nothing and I never wanted much, but now I gotta get out!”

Der vor verzerrten Riffs und Feedbacks nur so strotzende und doch so harmonische Sound, wie sie ihn bereits in ihrem bisherigen Output präsentierten, zieht mal wieder sofort in seinen Bann. Die Indie-Emo-Punk-Hybrid-Maschine von Beach Slang läuft sich zügig warm und wirft sogleich die erste, große Hymne aus: „Bad Art & Weirdo Ideas” punktet durch den Einsatz von so oft gehörten und doch nie verschmähten A-ha-ha-Chören. Und genau das hat diese Band einfach drauf wie keine andere: Mit ihrem eigentlich so nahbaren, fast garagigen Sound und der wie aus dem Kassettendeck klingenden Leadstimme schaffen sie immer wieder unvorhersehbare Hymnen mit überlebensgroßen Melodien.

Dazu passt der Titel „Noisy Heaven” wirklich ganz hervorragend, denn genau so wirkt die Atmosphäre ihrer Tracks: Wie ein gitarrenverhangener Himmel, der alles in ein schauriges und doch hoffnungsvolles Licht taucht. Ihren Signature Sound hat die Band definitiv gefunden und thingspräsentiert ihn uns auch auf ihrem Debütalbum mit Bravour. So beispielsweise im dringlich nach vorn preschenden „Young & Alive”, das nur kurze Ruhephasen zulässt, um dem Hörer direkt wieder die unaufhaltbaren Riffs um die Ohren zu hauen. Doch auch in reduzierter Form halten Beach Slang die Spannung oben, wenn sie der akustischen Ballade „Too Late To Die Young” Klaviere und Streicher beimengen. James Alex singt: „You are the light of the damaged and fucked” und könnte damit genau so gut – passend zum gerade gezogenen Vergleich – seine eigene Band meinen. Und der letzte Song auf „The Things We Do To Find People Who Feel Like Us” heißt dann tatsächlich „Dirty Lights” und wirkt nach einem doch recht düsteren Album fast wie ein Happy End mit seinem beschwingten C-Teil, der ein paar letzte A-ha-has bereit hält.

Nach nicht mal einer halben Stunde kommt die Nadel dann bereits in der Auslaufrille an, kaum ein Song schafft es an die 3-Minuten-Grenze. Doch auch in dieser kurzen Zeit, in diesen schnell vorübergehenden Stücken, zeigen uns Beach Slang, wofür sie stehen und was sie drauf haben: Catchy Songs in rauem Gewand, die Punk-Attitüde und Indie-Harmonien auf eine Weise vereinen, wie man es zuvor nicht gehört hat.

[asa]B013Q0IGPG[/asa]