Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Dass die Beatsteaks eine der besten Live-Bands unserer Zeit sind, ist hinlänglich bekannt. Während man über die Qualität ihrer letzten Alben (inklusive des Neulings „Yours“) sicherlich streiten kann, gilt dies nicht für die Konzerte der Berliner. Aktuell sind sie mit ihrem neuen Album auf Club-Tour, in der Hamburger Großen Freiheit 36 spielten sie das zweite Konzert dieser Tour.

Das Aufwärmprogramm übernahm der „beste deutsche Rapper der Welt“ Fatoni, der zuletzt das Album „Alle Liebe nachträglich“ mit Mine veröffentlichte. Mit irre viel Charisma legte er einen super Auftritt hin, legte Freestyle-Raps zu Gegenständen hin, die ihm die Crowd in die Hand drückte und holte zwischendurch für das gemeinsame Feature „Kann nicht reden, ich esse“ auch noch Kryptic Joe von Deichkind auf die Bühne. So sieht ein gelungener Support-Auftritt aus, der eigentlich auch ein Headliner-Auftritt sein könnte.

Jene Crowd wartete natürlich auf die Beatbuletten und drehte dementsprechend sofort völlig durch, als diese auf die Bühne kamen. Mit „Mrs. Right“ vom neuen Album ging es temporeich los, anschließend folgte sofort ein Stakkato aus „Hello Joe“ und „Frieda und die Bomben“. Die Menge war sofort auf Betriebstemperatur, die Gradzahlen in der Großen Freiheit stiegen immens an, während die Berliner eine Setlist, bestehend aus Songs vom „Yours“-Album sowie den Krachern ihrer großen Diskographie, abfeuern.

Immer wieder gab es Crowdsurfer zu sehen, Moshphits waren keine Seltenheit und der Einklang zwischen Band und Crowd war auf den Punkt genau und fast schon wie vorher geprobt. Mit „Gentleman of the Year“ und „Let Me In“ wurde das reguläre Set beendet, bevor es zur lauthals geforderten Zugabe ging. Deichkind kamen nun nochmals auf die Bühne für die aktuelle gemeinsame Single „L auf der Stirn“ sowie anschließend ein Cover von „So’ne Musik“. Den obligatorischen Abschluss bildete „I Don’t Care as Long as You Sing“.

Zu diesem Zeitpunkt waren anderthalb Stunden purer Wahnsinn an einem vorbei gezogen, dem sich wiederum niemand entziehen konnte. Ja, die Beatsteaks sind in den letzten Jahren musikalisch etwas ruhiger geworden, können ihre beispielhafte Energie aber immer noch abrufen, wenn es darauf ankommt – nämlich auf der Konzertbühne. An und für sich ist es egal, wie man zu ihren letzten Releases steht; spätestens beim Konzert kann einen all das nicht mehr kalt lassen.

Fotogalerie: Beatsteaks

Fotogalerie: Fatoni

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