Ben Galliers in Hamburg, Lohsepark-Eröffnungsfest

Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Die Vor- und Nachwehen sind das wirklich Schlimme an einem Umzug von Gelsenkirchen nach Hamburg, denn Zeit, um Konzerte zu besuchen, bleibt da wirklich keine. Während erste Entzugserscheinungen bereits an meiner physischen und psychischen Verfassung nagten, sah ich zufälligerweise, dass der Indie-Folk-Musiker Ben Galliers am vergangenen Samstag im Rahmen des Lohespark-Eröffnungsfests in der HafenCity auftritt. Licht am Ende meines persönlichen Tunnels! Also ab dorthin!

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In der Vergangenheit sah ich Ben Galliers und seine dreiköpfige Band bereits zwei Mal: Als Gloria-Support lernte ich sie kennen und schätzen, ihr Konzert im Gelsenkirchener Wohnzimmer GE steigerte diese Werschätzung nur noch weiter. Nun sind sie die erste Gruppe, die ich als Wahl-Hamburger live erlebe. Klingt gewöhnungsbedürftig, aber als Konzertfanatiker formuliert man ständig solche bedeutungsschwangeren Sätze; Ben Galliers und seine Mannen sind jedoch jeden einzelnen wert.

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Der Soundcheck ließ noch auf einen Auftritt in bestem Sommerwetter schließen. Das Eröffnungsfest war gut besucht, der Lohsepark macht einen schnieken Eindruck. Dann aber der GAU: Regen setzte ein. Ich hätte es im Vorfeld nicht anders vermuten dürfen, schließlich regnet es nur dann, wenn man es gerade echt nicht benötigt. Davon ließen sie sich aber nicht beeindrucken. Mit kurzer Verspätung begannen sie ihr Set um ca. 19:10 Uhr mit „Please Don’t Get Me Wrong“.

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Durch den Regen war es vor der Bühne zunächst noch gähnend leer. Die Zuschauer machten es sich ein Stück weiter hinten unter den Bäumen bequem. Auch hiervon ließen sie sich nicht beirren, stattdessen ließ Galliers gewohnterweise seinen britischen Charme spielen, mit dem er auch punkten konnte: „‚Harmony‘ ist ein Song für mein Kind. Ich habe kein Kind, aber falls es irgendwann mal klappt…“.

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Die Band spielte dann so gut auf, dass sich sogar der Regen geschlagen gab und verzog. Schnell versammelten sich weitere Zuschauer vor der Lohseplatz-Bühne, die auch nicht weiterzogen, denn die Songs lassen einen nicht mehr los. Stellenweise wird während „Calm Seas Don’t Make Good Sailors“ sogar getanzt. Auch den ein oder anderen neuen Song gab es zu hören – unter anderem „Understudy“, ein sehr ruhiger Track.

Die Songs von Ben Galliers laden bereits auf dem Album zum Zuhören und Eintauchen ein und das ist live auch nach dem dritten Auftritt kein Stück anders. Die Musik fängt ein, lässt einen nicht mehr los und lädt zum Träumen ein. Da dürfen also noch viele weitere Konzerte hinzukommen!

Ben Galliers: Konzertfotos

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