Foto: Joe Giacomet

Mit „Ribbons“ veröffentlicht Stephen Wilkinson aka Bibio sein neues Album via Warp Records – eine thematische Ode an die Natur, voller Schönheit und Sanftheit sowie eine musikalisch eskapistische Reise.

Geschätzt für sein elektronisches und experimentelles Songwriting, kehrt der britische Produzent und Multiinstrumentalist Wilkinson auf „Ribbons“ zu einem klar strukturierten Songwriting zurück. Größtenteils baut dieses Album auf einen organischen Folk sowie Akustikinstrumente auf, verbindet dabei Psychedelic-Einflüsse mit Soul, Ambient, Electronica und Field Recordings. Das Spektrum ist enorm und durchfließt „Ribbons“ gekonnt, ohne sich je wirklich festlegen zu können. Dabei kreiert Wilkinson ganz eigene akustische Räume, in denen Unbekanntes auf Vertrautes trifft.

Diese klangliche Palette basiert vor allem auf die von Wilkinson selbst eingespielten traditionellen Instrumente und Akustikklänge, obwohl sich der Albumtitel auf jenen Titel des Albums bezieht, der am stärksten von Electronica durchzogen ist: „Pretty Ribbons And Lovely Flowers“. Symbolisch steht „Ribbons“ für all die verwendeten (analogen) Bänder, die Wilkinson für seine Musik, seine Fotografie oder seine filmischen Arbeiten verwendet. Letzteres kann im stimmungsvollen Video zu der ersten Singleauskopplung „Curls“ beobachtet werden.

Genauso wie in „Curls“, geben in vielen der neuen Tracks die Melodien selbst den Rhythmus vor, anstatt auf klassische Beats und Percussion-Elemente zu setzen, wie beispielsweise noch auf dem sphärischen Ambient-Album „Phantom Brickworks“ (2017). Neben verwobenen Gitarrenspuren auf dem Instrumentalstück „Valley Wulf“, kehrt Wilkinson immer auch zu seinem Signature-Sound zurück – zwischen Gitarren-Fingerpicking und nostalgischer Tape-Ästhetik kann „Ode To A Nuthatch“ auch den hartgesonnenen Fans wohlgesonnen sein.

Wie eine feine Brise durch einen Wald, schmiegt sich „Ribbons“ in die beachtliche Diskographie des Briten. Das Rauschen der Blätter, das Knarzen der Äste und noch viel mehr lassen sich sinnbildlich wiederfinden. Experimentell wie wir Bibio kennen, ist er immer noch, doch die Electronica-Grenzen werden auf „Ribbons“ sehr leise. Dafür treten andere akustische Facetten seines exzellenten Songwriting ins Licht und das ist auch gut so.

Wir bedanken uns bei Laura Schaefer für diesen tollen Gastbeitrag! Wer mehr von der jungen Bloggerin lesen möchte, sollte in nächster Zeit vielleicht öfter auf noisiv.de vorbeischauen.