Foto: Austin Hargrave

Foto: Austin Hargrave

Die Schotten von Biffy Clyro sind eine der wenigen Rockbands, die uns wirklich konstant mit neuer Musik versorgen. Sei es nun eine eingespielte Coverversion von Rage Against The Machine, einem Live-Album oder gar ein komplettes Album aus B-Seiten wie „Similarities” aus 2014.

Das letzte, richtige Studioalbum „Opposites” kam als Doppel-Album mit 20 Tracks daher und hat auch gerade erst drei Jahre auf dem Zähler. Nun steht bereits am 8. Juli 2016 die nächste Platte im Regal. „Ellipsis” zeigt einen weiteren Wandel der vielseitigen Band um Sänger Simon Neil auf. Um es zusammenfassend zu sagen, hören wir auf „Ellipsis” die für die Band klassischen Rock-Opern und doch wissen Biffy Clyro immer noch zu überraschen. So bekommen wir mit „Small Wishes” zum Beispiel einen für den Saloon reifen Countrysong präsentiert. Darauf darf man also gespannt sein.

Den ersten Vorgeschmack auf das neue Album bekamen wir mit den Songs „Wolves of Winter”, „Animal Style” und zuletzt „Medicine”. Gerade letzterer Track ließ darauf schließen, dass wir wie gewohnt auch akustische Balladen á la „Machines” erwarten durften. So basiert neben „Medicine” auch das Albumschlusslicht „People” auf einer wunderschön gespielten Westerngitarre, welche im Intro von Klaviertönen begleitet wird bis schließlich Simon Neil einsetzt und uns wieder in seine melancholische Welt abholt und „Ellipsis” zu einem glorreichen Ende geleitet.

Foto: Austin Hargrave

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Wie bei allen vergleichbar großen Bands mit dem Status eines Festival-Headliners sind die Erwartungen der treuen Fangemeinde immens hoch. Bei der Veröffentlichung von „Opposites“ in 2013 war es bereits der Fall, dass Fans sich den alten, rohen Garagensound des in 1995 gegründetem Trio zurückwünschten. Und wer sich mit den jüngsten Alben von beispielsweise Muse oder den Red Hot Chili Peppers auseinandergesetzt hat, weiß, dass viele Fans dieses Problem mit ihren Lieblingsbands haben.

„Man kann in die Vollen gehen, ohne komplett überzuschnappen. Wir haben für dieses Album definitiv viele klangliche Einflüsse aus dem Hip-Hop genommen, versuchten dabei aber zugleich, es mit der Attitüde einer Rockband zu tun.”
– Simon Neil

Nun werden die Künstler nicht nur älter, sondern machen auch samt der Popkultur einen Wandel mit, der eben auch den Sound stark beeinflussen kann. Beim Hip-Hop zum Beispiel haben wir in den letzten Jahren Alben von Künstlern wie Kanye West oder Kendrick Lamar bekommen, die mit ganz anderen Produktionstechniken gearbeitet haben, als es vorher je üblich war. Das breitet sich auch in anderen Genres aus, so auch bei Biffy Clyro. Als Einfluss daraus hört man neben den typischen Soundwänden aus verzerrten Gitarren und aggressiven Drums nun gesampelte Handclaps, einen Kinderchor oder etwas was dann auf sowas wie „Small Wishes” hinausläuft. Man kann also zusammenfassen, dass Biffy Clyro auf „Ellipsis” ein Konglomerat aus ihrem verzerrten Gitarren-Rock, Country-Pop bis hin zu Elementen aus dem Hip-Hop vereinen.

Das neue Album ist ein gelungener Anschluss an den Vorgänger „Opposites” und vereint einen Rückblick auf alte Zeiten mit einer glorreichen Aussicht auf die zukünftige Ära von Biffy Clyro.

Anspieltipps

  • #04 Re-arranged
  • #07 Flammable
  • #08 On A Bang

In Hinblick auf die wirklich starken Live-Shows der Schotten sind viele Albumtracks sicher gut in die Setlists implementierbar. Auf Deutschlandtour führt sie es noch diesen Herbst und spätestens dann können wir uns hoffentlich davon überzeugen lassen, wie gut „Ellipsis” live rüberkommt.

Tourdaten

  • 23.10.2016 München, Zenith
  • 24.10.2016 Berlin, Max-Schmeling-Halle
  • 04.11.2016 Hamburg, Sporthalle
  • 08.11.2016 Frankfurt, Festhalle
  • 11.11.2016 Köln, Lanxess Arena

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