Black Mountain - IV

Wenig kreativ und doch schön minimalistisch gehalten ist der Albumtitel, den die Kanadier von Black Mountain für ihr viertes Studioalbum gewählt haben. „IV“ reiht sich nun am 1. April neben dem selbstbetiteltem Erstling aus 2005, dem bisher stärkstem Werk „In The Future“ aus 2008 und dem „Wilderness Heart“-Album aus 2010 in die Diskografie der Psych-Rocker ein. Und eins sei im Vorfeld über das neue Album „IV“ gesagt: im Direktvergleich schneidet das Album sogar ziemlich gut ab.

Eröffnet wird „IV“ durch die fast neun Minuten lange Rockoper „Mothers of the Sun“, welche zugleich auch die erste Single des Albums war. Das Stück baut sich wunderbar auf und kommt einem auch viel kürzer vor, als der Track eigentlich ist. Vergleicht man den Song mit früheren Titeln wie „Wucan“, „Tyrants“ oder „Heart of Snow“ hört man direkt, dass etwas anders ist. Der neue Sound wirkt etwas steriler, so als würde man digital mit analog vergleichen. Das macht die Musik nicht schlechter, nur das Feeling ist eben ein anderes. Dadurch dass alle Titel ein wenig glatter klingen, kommt auch der futuristische Space-Sound mehr zum Vorschein. Synthesizer im Hintergrund, schwebende Atmo-Sounds und der altbekannte, mit Reverb versehene Gesang von Stephen McBean und Amber Webber tragen ihren Teil dazu bei.

Ohne jetzt hier jeden Track genauestens ins Detail zu nehmen, nimmt das Album nach dem Finale des Openers mit „Florian Saucer Attack“ ordentlich an Fahrt auf. Es folgen Space-Rock Stücke und Songs, die einem die 70er Jahre nahe bringen, ohne selbst je da gewesen zu sein. In „Constellations“ bekommen wir die eher im Stoner-Genre anzufindende Cowbell, die einen über vier Minuten hinweg begleitet und auch den Einsatz einer akustischen Gitarre (denn wer erinnert sich nicht gerne an „Stay Free“ aus dem 2008er Album?) bekommen wir noch auf die Ohren.

Mit „Space To Bakersfield“, dem zehnten und letztem Titel des Albums, fahren Black Mountain bereits ein-zwei Gänge runter. Wo wir noch mit „Mothers of the Sun“ so pompös in die Welt von „IV“ eingeladen worden sind, führt uns dieser Track ganz galant zur Tür hinaus. Über neun Minuten lang begleiten uns die Kanadier den roten Teppich entlang, ganz ohne Hektik und Eile. Die Reise ist vorbei und das Shuttle, das nach einem erfolgreichem Start den Orbit durchquert hat, setzt zur Landung an.

Insgesamt hinterlässt „IV“ einen starken Eindruck. Für mich bleibt „In The Future“ aus der Diskografie von Black Mountain unschlagbar, jedoch kann „IV“ sich seinen Platz mit dem selbstbetiteltem Debütalbum „Black Mountain“ teilen. Vorerst steht leider nur ein Deutschlandtermin (Berlin) fest, jedoch hoffe ich auf eine ausgedehnte Tour, die die Band auch nach Hamburg führen sollte.

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