Foto: Nedda Afsari

Ich weiß es noch wie heute. Als ich vor 10 Jahren das erste Mal „It’s Getting Boring By The Sea“ von Blood Red Shoes gehört habe, war ich hin und weg. Mein 15 Jähriges Ich hat nicht nur der Sound der Band aus Brighton in der ersten Sekunde mitgerissen. Auch ihre Konzerte haben immer eine ganz besonderen Vorfreude im Freundeskreis ausgelöst. Die Kombination des charismatischen Duos aus Laura Mary-Carter und Steven Ansell war einfach unschlagbar.

Doch eine Euphorie für eine Band kann mit den Jahren verblassen. Wer kennt das nicht? Einst geliebt und nun verstaubt im CD-Regal. Doch nicht bei den Blood Red Shoes. Das unterstreicht ihr neues Album „Get Tragic“ in voller Linie. Ein bisschen nostalgisch wird es, denn die Beiden bleibt ihrem Sound treu, doch auch ein paar Überraschungen haben sie parat. Das alles gebündelt in elf neuen Songs.

Beim ersten Hören des fünften Studioalbums von Blood Red Shoes bleibt man durstig zurück. Durstig nach einem zweiten Mal Hören. Kein Wunder, denn es gibt viel zu entdecken. Direkt beim Opener „Eye To Eye“ fällt der leicht düstere Charakter des Songs auf. Bei „Bangsar“ wird man in eine komplett neue Welt geschmissen. Hier dominiert die Präsenz von Steven Ansells Stimme. Ebenson beim melancholischen „Find My Own Remorse“.

Spätestend bei „Howl“ hat man sie dann zurück, die alten Blood Red Shoes. Und fühlt sich zurückgerissen in vergangene Zeiten. Mit „Anxiety“ habe ich ganz nebenbei jetzt schon einen heißen Anwärter zum besten Song 2019 gefunden. Und genau das schaffen Laura Mary-Carter und Steven Ansell immer wieder. Sie schütteln ein Ass aus dem Ärmel und reißen einen mit einer gewissen Leichtigkeit mit. Die Blood Red Shoes sind nicht in die Jahre gekommen, so viel steht fest!

Blood Red Shoes mit neuem Album in Hamburg und Berlin

  • 04.02.2019 – Hamburg, Molotow (ausverkauft)
  • 05.02.2019 – Berlin, Privatclub (ausverkauft)

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