Am Tag der Weltuntergangsflaute kam eine EP auf den Markt. Soweit, so gewagt. So wagemutig waren Brixtonboogie, um ihre Enhanced Play namens „John the Revelator“ unter die Mannen und Männinnen zu bringen.

Leider verdient nur der Titeltrack Aufmerksamkeit. Denn so innovativ und komplex es sein kann, eine Urban-Blues-Kombo aus Hamburg und den USA zu führen, so haben der Hamburger Musikproduzent und Leiter Krisz Kreuzer und seine Mannen und Männinnen zuletzt eher flaches Genrecrossing betrieben. Jeder mag sein Handwerk beherrschen, aber wirklich symbiotisch klingt der Versuch, den Blues auf fast jedes Genre zurück zu führen nicht. Alles kann man seinem Ursprung zuordnen, nichts klingt eigens beeinflusst oder mal kantig. Musik für von hinten und Fahrstühle.

John the Revelator dagegen hat mich auf Brixtonboogie aufmerksam gemacht und schon der Teaser war verstörend schön. Schwarzer Hintergrund, greller Scheinwerfer und ein schwarzer Sänger mit besessen spastischer Mimik verkünden Johannes, den Mann, der die Offenbarung schrieb. Der gewagt künstlerische Ansatz in der Interpretation des nicht erst seit den Blues Brothers bekannten Folk-Songs wird durch Mimik, aber auch durch Nuscheln so auf die Spitze getrieben und das verspielte Schlagzeug, sowie die Spieluhr machen aus dem Lied ein subtextuelles, gottespieksendes, verspielt hedonistisches, vor allem aber an eine perfide Traumsequenz erinnerndes Meistewerk des minimalen Crossoverblues.

Ansonsten alles sehr normal. Wirklich.

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