Fotos: Kaja Abels, noisiv.de

Nachdem ich letzte Woche Mittwoch Parkway Drive bestaunen durfte, ging es am nächsten Tag gleich weiter mit dem nächsten Konzert, auf welches ich mich mindestens genauso freute. Denn dort standen Bury Tomorrow zusammen mit Any Given Day und The Charm The Fury im Logo auf der Bühne. Damit stand der Abend ganz im Zeichen des Metalcores, Bier und einer Menge Moshpits. Die Erwartungen meinerseits waren dementsprechend hoch!

The Charm The Fury

Mit The Charm The Fury aus dem schönen Amsterdam wurde der Abend eingeläutet und es befanden sich bereits viele Menschen im Logo, die offensichtlich richtig Lust hatten auf eine gute Party auf der Bühne. Die Band wich vom Stil etwas von den anderen beiden Bands ab, da sie vom Sound her doch eher in Richtung des klassischen Metals gehen. Das war allerdings alles andere als schlecht. Mit Caroline Westendrop haben die Niederländer eine unglaublich hübsche, talentierte und charismatische Frontfrau, die genau weiß, wie sie das Publikum zu händeln hat. Doch der Auftritt war nicht nur ein wahrer Augenschmaus, sondern es wurde auch gut was für die Ohren geboten. Der erste Auftritt einer Band mit Frontfrau, der mir seit langer Zeit mal wieder so richtig gut gefallen hat und das passiert weiß Gott nicht oft.

Any Given Day

Nachdem die Menge sich dann schon gut warm gemosht hat, kamen Any Given Day aus Gelsenkirchen auf die Bühne. Die Jungs wissen immer wieder live zu überzeugen und das sollte auch dieses Mal nicht anders sein. Ihren großen Durchbruch feierte die Band bereits vor vier Jahren, als sie mit dem Rihanna Cover von dem Song „Diamonds“ die deutsche Metalcore Welt von heute auf morgen neu aufrollten. Heute, zwei Alben und eine DVD später, wächst die Beliebtheit der Band immer noch stetig und auch internationale Erfolge konnten schon verbucht werden.

Dass die Band nicht nur gut auf der Platte klingt, sondern auch live eine absolute Wucht ist, liegt nicht wenig an der unglaublichen Ausstrahlung von Sänger Dennis Diehl. Der Frontmann kann nicht allein mit Größe und Aussehen punkten, auch seine Stimme ist unverwechselbar. Seine Screams klingen brachial und aggressiv, während seine Clean-Stimme direkt unter die Haut geht und auch schon mal für Gänsehaut sorgen kann. Er schaffte es auch an diesem Abend das Publikum vollkommen zum ausrasten zu bringen. Es ist immer wieder eine Freude Any Given Day live sehen zu können und wer jemals die Chance dazu hat sollte sie definitiv nutzen.

Bury Tomorrow

Und weiter ging es an diesem Abend dann mit den Headliner Bury Tomorrow. Die Jungs aus England feierten auf der Tour ihr bereits viertes Album „Earthbound“, welches ganz klar zu meinen Favoriten des letzten Jahres zählt. Die Band hebt sich von den restlichen Vertretern des sonst häufig sehr eintönigen Metalcores durch die facettenreiche Stimme von Sänger und Gitarrist Jason Cameron ab. Doch leider macht genau diese Stimme des öfteren live einige Probleme. Ab und an klingen die Clean-Parts doch etwas unrund, was aber der Performance keinen Abbruch tut.

Für die Screams in der Band ist Teilzeit-Model Daniel Winter-Bates verantwortlich. Und mal ganz oberflächlich aus den Augen eines Mädchens gesagt, alleine wegen ihm lohnt es sich die Band mal live gesehen zu haben. Ich habe mich zumindest sofort in den Frontmann verliebt, aber abgesehen von den Äußerlichkeiten kann der Mann auch was. Er ist ein Frontmann wie er im Buche steht. Keine Sekunde steht er still und scheint aus einem Repertoire unerschöpflicher Energie zu bestehen. Als er das Publikum auffordert den größten Moshpit zu veranstalten, kommen dem brav alle nach und rennen wie verrückt im Kreis und nehmen dabei keine Rücksicht auf die Pfeiler und Stehtische in der Location. Das war auf jeden Fall ganz groß!

Und dann neigte sich der Abend dem Ende zu und alle konnten glücklich und ausgepowert nach Hause fahren. Die drei Bands hatten das Logo ordentlich heiß gespielt bis das Wasser nur so von der Decke tropfte. Im Endeffekt war der Abend sogar ausverkauft, was die Hitzesituation in der viel zu kleinen Venue nicht gerade verbesserte. Trotz allem war der Abend mehr als gelungen und alle drei Bands zeigten, dass sie ordentlich was drauf haben, was auch von Publikum so aufgefasst und angemessen gefeiert wurde.

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