Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Vergangenen Sonntag konnte die Markthalle in Hamburg mal wieder ausverkauftes Haus melden, denn Bury Tomorrow waren am Start! Die Briten allein würden es schon schaffen Hallen auszuverkaufen, aber sie hatten auch noch einige Gäste dabei, für welche sich der Ticketpreis ordentlich lohnte. So sollte die anstrengende Woche doch gut enden.

Die japanischen Newcomer von Crystal Lake eröffneten das Spektakel, obwohl sie auch gut einen späteren Startplatz verdient hätten. Wie ich gerade herausfand existiert diese Band schon seit 2002, allerdings bekommen sie erst seit ungefähr einem Jahr die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Mit ihrer musikalischen Mischung aus Metal-/ Deathcore und Nu Metal machen sie gerade genau das, wonach sich das Genre lange gesehnt hat und schafft es mit jedem Song neu zu begeistern.

Das merkte man auch der Crowd deutlich an, die ab dem ersten Ton sowas von dabei war. Zu dem Zeitpunkt war die Venue noch nicht so sehr voll, wodurch der Platz von den schon Anwesenden ausreichend zum Moshen nutzten. Und nicht nur im Publikum ging ordentlich die Post ab, nein auch die Power auf der Bühne konnte sich sehen lassen. Man sah jedem einzelnen Mitglied der Band an, wie viel Spaß sie daran hatten auf der Bühne einfach vollkommen die Sau rauszulassen. Darunter litt die musikalische Qualität in übrigen auf gar keinen Fall. Jeder Einsatz war perfekt auf den Punkt und die Vocals klangen so kraftvoll wie auf der Platte. Die Jungs sollte man auf jeden Fall im Auge behalten!

Außerdem nice to know: Crystal Lake haben die Tage eine neue Single namens „AEON“ gedroppt. Unbedingt anhören, ganz großes Kino!

Nachdem eines der Highlights des Abends damit nun schon abgefrühstückt war, sollten Cane Hill nachlegen. Zugegeben sie hatten es wirklich schwer auch nur ansatzweise an die vorangegangene Show heranzukommen. Das ist ihnen um ehrlich zu sein auch nicht mal annähernd gelungen. Im Gegensatz zu dem, was man vorher gesehen hat, war der Auftritt der Jungs aus New Orleans leider eher unspektakulär. Metalcore wir man ihn kennt und auch schon zu genüge gesehen hatte.

Und das obwohl die Musik der fünf eigentlich gar nicht so langweilig ist. Auch sie spielen mit den Einflüssen des Nu Metals im Metalcore und haben einige echt gute Lieder herausgebracht. Oft fällt bei mir im Kopf bei Cane Hill der Vergleich zu Slipknot auf und das auf keinen Fall im negativen Sinne. Sie schaffen es als eine der wenigen Bands ihre Einflüsse deutlich darzulegen ohne dabei zu kopieren. Ich denke, der Auftritt hat einfach nur aufgrund der schweren Ausgangslage nicht wirklich seine Wirkung entfacht.

Darauf folgten 36 Crazyfists, eine wohl bekannte Metalcore-Band, die bereits in den 90er Jahren aktiv waren und sich schon mit Szene-Größen wie Killswitch Engage die Bühne teilten. Für mich war die Band bis dato ein vollkommen unbeschriebenes Blatt. Mir wurde zwar mehrmals gesagt, dass man diese Band „halt kennt, weil die alt sind“, aber ich kannte bei bestem Willen nicht mal ansatzweise einen Song. Asche auf mein Haupt oder so.

Den Herren sah man ihr Alter auf der Bühne aber keineswegs an. Die Show sprudelte nur so vor Energie und auch im Publikum konnten sie einige textsichere Anhänger vorweisen. Glücklicherweise verfügten sie auch über eine ordentliche Spielzeit, womit sie 11 Songs zum besten geben konnten. Die Setlist bot  ein bisschen was aus alten Zeiten und gab auch genug neues Material auf die Ohren. Sie schafften es damit auf jeden Fall die bereits gut vorgewärmte Menge in der Markthalle auf endgültige Betriebstemperatur zu bringen.

Als vierte und letzte Band sollten uns dann Bury Tomorrow beglücken. Die Live Shows der Jungs sind immer eine absolute Garantie für komplette Eskalation und so sollte es auch dieses Mal wieder sein. Ich freute mich besonders auf die Songs der Jungs vom neuen „Black Flame“ Album, welches sich zu den besten Alben des Jahres zählen lässt. Sie blieben ihrem alten Stil zwar weitestgehend treu, aber wagten auch einige Experimente und zeigten deutliche Entwicklungen gerade im Clean-Gesang.

Die Setlist war ein wundervoller Querschnitt mit 13 Songs von allen bisher erschienenen Alben und stellte damit wohl jeden im Publikum zufrieden. Mit Daniel Winter-Bates steht auf der Bühne ein wahnsinnig charismatischer Frontmann, der es immer schafft die Menge komplett zum Überkochen zu bringen. Während seinen Growls, Screams und Shouts wurde ausgiebig gemosht und die Clean Parts von Jason Cameron aus vollem Herzen mitgesungen. Sie beweisen mir bei jedem Auftritt wieder, dass sie einfach eine der besten Live-Bands im Genre sind und man sich an ihnen wirklich niemals satt sehen kann.

Und somit endete ein sehr schöner Konzertabend. Man sah vier sehr talentierte Bands auf der Bühne und im Zuschauerbereich wurde im Moshpit so einiges an Schweiß gelassen. So stellt man sich einen gelungenen Wochenabschluss doch vor!

Fotogalerie: Bury Tomorrow

Fotogalerie: 36 Crazyfists

Fotogalerie: Cane Hill

Fotogalerie: Crystal Lake

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