Der Pressetext behauptet, dass sowohl Macy Gray als auch Anderson Paak. Fans der kanadischen Band Busty and the Bass wären. Inwiefern das zutrifft, weiß ich nicht, besonders abwegig ist diese Vorstellung jedoch nicht. Vor allem, nachdem man einmal in das Debütalbum „Uncommon Good“ gehört hat, das eine ungeheure Mischung aus Soul, Funk und HipHop bietet!

Busty and the Bass sind eine Gruppe von Sage und Schreibe neun Musikern, die sich an der Jazz-Fakultät von Montréal kennengelernt haben. Es sollte also schon klar sein, wo der Hammer hängt. „Uncommon Good“ ist mitnichten das nächste Weihnachtsgeschenk für deine Schwiegermutter, die mal Alicia Keys live gesehen hat und auf soulige Hintergrundmusik steht. Tatsächlich sind alle Mitglieder von Busty and the Bass echte Vollblutmusiker. Das hört man in jeder Note.

Funkig geht es zum Beispiel auf „Dance with Someone!!!“ zu. Ich bin mir sicher, dass diese Gitarrenlicks und Bläsersätze auch James Brown gefallen hätten. Interessant wird es aber, wenn in der zweiten Hälfte des Songs ein ausgiebiges Pianosolo in das Arrangement eingearbeitet wird.

Foto: Peripherique Records

Mein Persönliches Highlight ist aber „Bad Trip“, das mich mit dem verträumten Saxophon zu Beginn an psychedlisch angehauchte Funkbands aus den 70ern erinnert. Nach ein paar Takten wird das Konzept aber aufgebrochen und der Trip in die Neuzeit gewagt. Zum Saxophon gesellen sich trappige Sechzehntel-Hi-Hats und ein eher straigthes Drumpattern.

Am Album mitgearbeitet hat übrigens Neal Pogue. Noch nie gehört? Bestimmt, denn seit Mitte der 90er Jahre ist dieser als Produzent und Audioengineer beteiligt gewesen an Alben von Outkast oder Talib Kweli. Auch mit Earth, Wind & Fire hat Neal bereits musiziert. Besonders gefreut habe ich mich, als ich entdeckte, dass er am ersten und einzigen, gleichnamigen Album von Lucy Pearl beteiligt war. Deren Song „Don’t Mess with My Man“ sollte sowohl Fans von Stefanie Heinzmann als auch von Ed Sheeran bekannt vorkommen.

Auf 10 Songs zeigen Busty and the Bass, was sie drauf haben. Bläsersätze, Vocoder-Funk und ruhige Soul-Nummern. Zu finden sein wird das Album vermutlich auch eher in der Jazz-Abteilung denn unter ‚Pop-Rock‘ – im Gegensatz zu Alicia Keys. Und ob Macy Gray tatsächlich Fan ist? Ich bin es jedenfalls.

Live kann man die Fähigkeiten der Band übrigens bei zwei Gelegenheiten bewundern:

  • 16.10.2017 – Berlin, Badehaus
  • 17.10.2017 – Köln, Studio 672