Cage the Elephant

Foto: Sony Music

Über die letzten Jahre hinweg haben sich Cage the Elephant einiges aufgebaut. In diesem Jahr gab es beispielsweise eine Grammy-Nominierung für das 2013er-Album „Melophobia” in der Kategorie „Best Alternative Music Album”. Dies war auch mehr als gerechtfertigt, denn neben der sehr populären Single „Come a Little Closer” bot das Album eine ganze Menge weiterer ausgezeichneter und kreativer Songs.

Cage the Elephant - Tell Me I'm Pretty

Dabei will es die Band um Sänger Matt Schultz natürlich nicht belassen und so veröffentlichen sie am 18. Dezember ihr neues und insgesamt viertes Album „Tell Me I’m Pretty” auf den Markt. Für dieses Werk haben sie sich prominente Unterstützung an Land gezogen, denn als Produzent fungierte Dan Auerbach von den Black Keys.

Während das erste, selbstbetitelte Album noch eine ganze Menge Blues-Elemente bot und auch „Melophobia” dies punktuell aufgriff (vor allem in der zweiten Single „Take It or Leave It”) entwickelten sie mit der Zeit ihren ganz eigenen, distinktiven „Vintage”-Sound. An diesem Erkennungsmerkmal haben sie aber ordentlich geschraubt und so kommt „Tell Me I’m Pretty” sehr bluesy daher, sodass man den Einfluss Auerbachs stark wahrnimmt.

„You’re gonna die”

Das zeigt sich bereits im ersten Song „Cry Baby”, der recht eindeutig an die Brothers-Zeit der Black Keys erinnert, dabei jedoch vor allem durch die tolle Stimme von Schultz brilliert, der den gesamten Song trägt. Insbesonere durch den starken Chorus gelingt Cage the Elephant ein gelungener Einstieg in ihr neues Werk.

„I think we should just let go”

Das Tempo wird infolgedessen deutlich angezogen. „Mess Around” ist ein spaßiger, tanzbarer Song, der durch das einleitende und tolle Gitarrenriff direkt zu gefallen weiß. „Sweetie Little Jean” wiederum ist nochmals ein komplett anderer Song und kommt bringt einige Funk-Bits ins Spiel hinein, die mit sehr bluesigem Drumming und einem groß aufgezogenen Chorus untermauert werden. Die ersten drei Songs sind also durchaus gelungen und abwechslungsreich. Man weiß noch nicht so recht, auf was man sich denn da überhaupt einstellen soll. Das wiederum fordert den Hörer ein Stück weit, der sich interessiert in die folgenden Stücke stürzt.

Oft gewinnt der Blues-Rock allerdings die Oberhand. „Cold Cold Cold” und „How Are You” sind zwei solcher Beispiele. Andererseits gibt es aber auch immer mal wieder Überraschungen zu hören, wie zum Beispiel beim verträumten „Trouble”. Je öfter ich das Album höre, desto auffälliger wird die Konstruktion und Reihenfolge der Songs: Immer wieder folgt ein bluesiger Song, dann ein anders beeinflusstes Stück. Das wiederum hält das Album interessant, ermüdet über die gesamte Länge hinweg aber auch ein wenig.

Die beiden letzten Songs sind das Paradebeispiel für diese These: „Punchin‘ Bag” ist ein flotter und wieder einmal sehr tanzbarer Blues-Rock-Song, der Spaß macht, während „Portugese Knife Fight”, mit dem das Album beendet wird, einige Funk-Elemente in den Soundmix bringt. Nichtsdestotrotz ist jener Song ein etwas schwacher Abschluss für „Tell Me I’m Pretty” – vor allem nach dem davor laufenden Song.

Insgesamt gefällt mir „Tell Me I’m Pretty” relativ gut, denn über weite Strecken sind die Songs interessant gestrickt, sauber produziert und durchaus abwechslungsreich. Es zündet jedoch nicht sofort, man brauchte definitiv einige Anläufe, um Gefallen an vielen der Songs zu finden. Aufgrund dessen bleibt vor allem eine Frage kleben: Wären Cage the Elephant ohne Dan Auerbach und seine deutlich hörbaren Einflüsse nicht vielleicht doch besser dran gewesen?

Cage the Elephant

Foto: Sony Music

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