Mit dem Alter wird man ruhiger, sagt man ja so schön. Trifft oft zu, nicht aber auf Captain PlanET. Auf ihrem mittlerweile vierten Album „Ein Ende“ sind sie laut, wie eh und je. Der Sound der Band ist ein Treuer, dieses Mal jedoch fokussierter. Sänger Jan Arne von Twistern schreit seine Gedanken hinaus und kreiert Aufbruchsstimmung; sie reißen einen mit und man rennt diesen knapp 30-minütigen Weg, ohne einmal zu pausieren. Verschnaufpausen Fehlanzeige.

Captain PlaNET - Ein Ende (Album-Cover)

Im so treuen und wiedererkennbaren Gesamtbild haben sie sich aber, wie bereits angedeutet, durchaus gewandelt – vor allem thematisch. Es geht weniger um Gentrifizierung und Co., viel mehr um zwischenmenschliches – exemplarisch an „Ole und Pia“ verdeutlicht: „Der Fluss / Eine Naht die uns zusammen hält / Dort wo Du auf Inseln stehst“. Die Dringlichkeit, mit denen einem die Texte um die Ohren gehauen werden, ist beeindruckend und zwingt einen zum genauen Hinhören.

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Inszeniert werden die Themen von mitreißenden Gitarren-Riffs und immer nach vorne preschenden Drums (das Drum-Pattern in „Kreisel“ ist zum Beispiel wirklich klasse!). Die Kombination treibt einem beim Hören den Schweiß in die Stirn und man kommt einfach nicht zur Ruhe. Auf sonderlich verspielte Elemente verzichtet die Band dabei bewusst, wodurch die Songs auch im straighten Dreieinhalbminuten-Format gehalten sind; stattdessen wurde Wert auf tolle Melodien gelegt, die einen nicht mehr loslassen.

Hier und da
Dann und dort
Wir haben es immer wieder versucht
Zwischen den Zeilen Blumen auszusäen
Grandios gescheitert

Captain PlanET – Tulpenfarm

Nach dem ergreifenden, halbstündigen Album-Marathon fühlt man sich ausgelaugt. Je genauer und intensiver man zuhört, desto mehr raubt „Ein Ende“ einem die eigene Energie. Atmet man am Ende des Albums also erleichtert auf, merkt man, dass es gleich weitergehen soll. Ob man auch nur eine Sekunde darüber nachdenkt, „vom Ende an“ weiterzulaufen? Natürlich nicht! Captain PlanET marschieren endlich wieder und diesen Weg geht man gerne mit – egal, wie kaputt man selbst ist.

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