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Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Nicht nur wir machen eigene Session-Videos – die Kölner Kollegen von den Cardinal Sessions veröffentlichen beispielsweise seit über sechs Jahren solche Videos. Inzwischen veranstalten sie auch eine eigene Festival-Reihe namens „Cardinal Sessions Festival“. Die dritte Ausgabe fand jüngst im Kölner Gebäude 9 sowie am anschließenden Tag im Hamburger Molotow statt.

Phoria und Ätna legen los

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In Hamburg traten insgesamt sechs Bands an einem Abend auf zwei Bühnen auf. Den Anfang machten Phoria aus Brighton. Die brachten ihr neues Album „Volition“ mit, dass sie in diesem Jahr veröffentlichten. Atmoshpärisch, elektronische und sphärisch anmutende Indie-Pop-Songs, die durchaus zu gefallen wissen und die Zuschauer bereits vom Start weg für sich einfingen. Für den Start in den Abend ein toller Act zum Auftauen, denn draußen war es selbstredend alles andere als warm.

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Anschließend wurde es intim: Im winzigen Karatekeller des Molotow lud das Duo Ätna ein. Lediglich Keyboard, Drums und die Stimme der Sängerin Inéz. Auch hier ging es in die alternative Pop-Richtung, die sehr elektronisch beeinflusst war. Musikalisch nicht unbedingt meine Kragenweite, allerdings die der anderen Zuschauer und das ist am Ende des Tages ja das Entscheidende.

Faber ekstatisch und Pomme beruhigend

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Nach dem ersten Aufenthalt im Karatekeller und einem im Anschluss daran fix verspachtelten Pomm-Döner wurde es im Club laut und furios: Der Züricher Faber ließ zum ersten Durchdrehen am Abend antanzen – und das war wörtlich zu nehmen. Flotte, tanzbare Singer-Songwriter-Musik mit dem gewissen Indie-Punk-Appeal, die schlichtweg mitreißend ist. Tim zeigte sich im Mai zurecht begeistert von seiner aktuellen „Abstinenz“-EP und auch die Menge tat es ihm gleich: Frenetischer Applaus nach jedem Song, tanzende Menschen und ein erster Anfall eintretender Hitze im Molotow ließen nichts anderes zu, als sich vollkommen begeistert zu zeigen.

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Wer sich bei Faber in einen puren Rausch tanzte und anschließend schon die erste Pause brauchte (man wird ja schließlich auch nicht jünger), durfte danach wieder in den Karatekeller. Die französische Singer-Songwriterin Pomme saß dort alleine auf der Bühne und verzauberte die Menschen dort. Man muss der französischen Sprache nicht unbedingt mächtig sein, um sich von schönen Klangbildern einfach einfangen zu lassen.

Das Finale: Leoniden und Flyying Colours

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Wie war das nochmal mit der wilden Party bei Faber? Ein „erster Anfall eintretender Hitze“? Richtig, damit war es nämlich noch lange nicht gegessen, denn da hatten die Leoniden noch ein kräftiges Wort mitzureden. Beim Reeperbahn Festival hatte ich bereits die Gelegenheit, mir die Gruppe im Häkken anzuschauen und mich von ihrer explosiven Live-Qualität zu überzeugen – diese zeigten sie auch im Molotow ein weiteres Mal!

Mir soll ein Mal jemand sagen, dass er sich von den Leoniden nicht mitreißen lässt – einerseits würde ich den nur schräg anstarren, andererseits weiß ich aber auch, dass das niemals passieren wird. Da muss man sich ja nur mal anschauen, wie Gitarrist Lennart Eicke auf der Bühne durchdreht. Darüber hinaus komplexe und vielschichtige Musik, die sich gewaschen hat. Davon lässt man sich mitreißen, da muss man tanzen und wenn dann alle „1990“ mitsingen, ist das ein geiler Moment, der kaum noch zu toppen ist!

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Aber Moment! Danach ging es doch nochmal in den Karatekeller! Flyying Colours waren nämlich der Closer des Abends und die will man sich ja auch anschauen. Das war zunächst jedoch eine knifflige Angelegenheit, denn technische Schwierigkeiten machten sich breit, sodass zunächst von beiden Vocal-Mikrofonen nichts rauskam.

Das legte sich glücklicherweise nach wenigen Minuten und dann konnte man der sehr coolen Mischung aus Indie-Rock, Psych und Shoegaze der Australier lauschen. Das machte ordentlich Laune und sorgte so für einen gelungenen Abschluss des dritten Cardinal Session Festival, für das man knapp ausgedrückt schlichtweg den Hut vor den Veranstaltern ziehen muss.

Fotogalerie: Cardinal Sessions Festival III

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