Fotos: Lisa Ostheimer & Torge Santjer, noisiv.de

Steht da tatsächlich schon eine römische fünf? Tatsächlich. Cardinal Sessions Festival V. Bereits zum fünften Mal wurde also das Festival eines unserer liebsten YouTube-Kanals ausgetragen. In gleich drei Städten in Folge, Berlin, Hamburg und Köln, fanden Mitte Mai ausgewählte Künstler und Bands für einen musikalischen Abend zusammen um sich abwechselnd die Klinke / den Klinkenstecker (ha!) in die Hand zu reichen.

Wir waren natürlich im Hamburger Molotow dabei und mussten leider mit dem Kompromiss leben, dass das Wetter nicht so mitgespielt hat, wie man sich das vielleicht erhofft hatte. Es war geplant die Acts abwechselnd im Club und im Innenhof auftreten zu lassen, leider aber musste man wegen des Regens und des Gewitters den Backyard gegen den viel zu kleinen Karatekeller eintauschen. Die Sky Bar war allem Anschein nach schon für ein anderes Event eingeplant gewesen.

Foto: Torge Santjer

Los ging es also mit Brother Grimm, der sich dem noch etwas schläfrigem Publikum stellen musste. Als er jedoch seinen zweiten Song mit einer Einlage von „Black Hole Sun“ von Soundgarden einstimmte um den am Vortag verstorbenen Sänger Chris Cornell zu ehren, dürften sich bei so einigen die Armhaare aufgestellt haben. Alleine mit seiner Gretsch und seiner Loopingstation brachte er den schon überhitzten Keller zum kochen und schloss wie geplant nach einer halben Stunde mit seinem Set ab. Ein Hauch düstere Melancholie schwebte seiner Musik bei und überzeugte dennoch mit einer gewissen Vielseitigkeit.

Foto: Torge Santjer

Anschließend ging es ohne Verschnaufpause wieder nach oben, denn gleich sollten die Dänen von The Rumour Said Fire auf der Bühne stehen. Die brachten erst vor kurzem ihr Album „Crush“ heraus und haben sich vor allem mit ihrer 2009 erschienenen EP „The Life and Death of a Male Body“ in die gut sortierten Plattenschränke von Indie-Liebhabern gespielt. Aus dieser Platte fehlten in der Setlist leider Songs wie „Evil Son“ und „Red Light“, von einem 30 Minuten Set kann man dann aber auch nicht mehr erwarten und so freute man sich dennoch neben den neuen Songs über eine wunderschöne Vorstellung ihres größten Hits „The Balcony“.

Etwas abgekühlt und einem kurzem Besuch beim Merchstand ging es durch die verschachtelten Gänge wieder in den Karatekeller, wo Sion Hill mit Gitarren-Kollege Sebastian Nagel die Bühne erobern sollte. Dass dem jungen Iren gleich während des ersten Songs die G-Saite reißt ist ärgerlich, und dennoch lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen und spielt sein Set professionell runter.

Wir hören die Singles „Nothing’s Wrong With Loving You“ und die am selben Tag ausgekoppelte „Beaches“ und freuen uns über die Sprüche und Anekdoten, die Sion Hill zwischen den Songs auf die Zuschauer los lässt. Zumindest bei „Go On And Get It For Me“ ist das Publikum dann noch ein wenig aus seiner Haut gefahren und hat mitgesungen. Erneut nach seinem Auftritt beim NOISIV FEST eine tolle Vorstellung, die Lust auf sein Debütalbum macht, das im August erscheinen wird.

Foto: Lisa Ostheimer

Nicht entgehen lassen wollten wir uns ebenfalls nicht die Indie-Electro Newcomer Leyya, die uns mit ihrem Song „Superego“ schon Wochen vorher einen hartnäckigen Ohrwurm bescherten. Mit ihrem Debütalbum „Spanish Disco“ feierten die jungen Österreicher schon einige Erfolge und an Bühnenerfahrung mangelt es ihnen ebenfalls nicht. Das konnte man unschwer erkennen. Die Bühnenpräsenz der ganzen Band übertrug sich auf das Publikum, welches in den ersten Reihen nach wenigen Songs anfing, ausgelassen zu tanzen. Highlight des Sets von Leyya war ihr letzter Song „Butter“, der die Stimmung des Gewitters draußen perfekt einfing.

Foto: Lisa Ostheimer

Nach einer etwas längeren Pause schauten wir beim finalen Act des Abends im Karatekeller vorbei. Fazerdaze sollten uns mit ihrem Lo-Fi-Garage-Sound den Abend perfekt abrunden. Hohe Erwartungen, welche die blutjunge Band mit Bravour erfüllte. Im kuscheligen, bis zur letzten Reihe gefüllten Karatekeller wurden die erfrischend verträumten Stücke und das damit in der Luft liegende Gefühl von Freiheit gefeiert. Da durften Songs wie „Reel“, „Lucky Girl“ und „Little Uneasy“ nicht fehlen. Besser hätten wir uns den Abschluss des Cardinal Sessions Festival V nicht vorstellen können!

[asa mp3]B072HMTLMN[/asa]