Foto: Oyvind Halsoy

Manchmal hat man Bands jahrelang nicht auf dem Schirm, die es eigentlich jedoch verdient hätten. So ist es mit Chain Wallet, die 2016 mit ihrem gleichnamigen Debütalbum einen frischen Wind in die Dream Pop Landschaft gebracht haben. Doch spätestens jetzt haben die verträumten Jungs aus Bergen meine volle Aufmerksamkeit. Und das zurecht, denn ihr neues Album „No Ritual“ nimmt einen voll und ganz mit.

Eins können Stian Iversen, Frode Bakken und Marius Erster Bergesen vermutlich besser als alles Andere. Sie kreiren zuckersüße Popsongs, die nach Leichtigkeit klingen und gleichzeitig eine gewisse Schwere besitzen. Denn „No Ritual“ ist ein Ritt in das mystische Leben einer zerrissenen Seele der Millennium-Generation.

Der Opener „Lost Somewhere“ geht direkt ins Ohr und beweist sich als tanzbare Hypne. Dass sich Chain Wallet bekannten Soundmustern aus älterer und jüngerer Indie-Musikgeschichte bedienen, ist zu hören. So schießen direkt alte Zeiten und die frühen Werke von The Drums in den Kopf. Doch klingt ihr Sound nicht wie eine Kopie, mehr wie eine Weiterführung.

„Closer“ ist ein Paradebeispiel eines dieser verträumten Songs, die an lauen Sommerabenden bei langen Autofahrten gehört werden. Die goldene Mitte des Albums birgt auch schon das nächste Highlight mit „What Everybody Else Could Find“, meinem eindeutigen Favoriten. Der Closer „Inner Space“ erinnert mächtig an die 80ger und lässt einen nostalgisch zurück.

No Ritual by Chain Wallet (MP3-Download)

Price: EUR 9,99

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