Anfang 2014 – ein Amerikaner in Wien startet die Mission, seine neue Wahlheimat mit dem dort rar gesäten, tanzbaren Garage Rock zu beglücken. Mit Drummerin Iris Rauh und Magdalena Kraev am Bass gründete Ryan White die Band Lee van Cleef, mit der sie live dance parties für ihre Freunde veranstalteten und Musik darboten, zu der sie selbst zu tanzen Lust hatten. Ein ehrenwertes Vorhaben – und nach erfolgreichem Umsetzen und Namenswechsel zu Chick Quest entschied man sich, die daraus hervorgegangen Songkonstrukte zusammenzufügen und auch dem Rest der Welt zu präsentieren.

vsgaloreMit „Vs. Galore“ erscheint nun also das Debüt der anfangs zur Privatbespaßung ins Leben gerufenen Gruppe. Und darauf machen Chick Quest besonders in den Texten ihrem neu gefundenen Namen alle Ehre: Es geht um girls on fire, um pretty girls, um „weibliche Perspektiven sowie von der Gesellschaft wahrgenommene Rollen von Frauen„, so der Pressetext zum Album. Dabei kommt schonmal ein zwischen Wiener Schmäh und amerikanischem Akzent eingesungener Text heraus – in „Schatzi“ gibt Ryan White kund:

Ich kenn ein Mädl das man gut necken kann.
Ich kenn ein Mädl das man gut lecken kann.
Ich kenn ein Mädl das man gut schmecken kann.

Das mag man fremdbeschämend finden – doch in jeder weiteren Hinsicht beweist das Wiener Trio definitiv Geschmacksicherheit: Ihre Songs preschen angenehm rumpelig nach vorne, eingängige Melodien und knarzige Basslines inklusive. Teils instrumental, teils in einen düsteren Post-Punk-Schleier gehüllt, aber immer zwischen Indie und Garage gelagert brettern sich Chick Quest durch ihr Debüt. Schmankerl wie „Go Back To Ze Dezert“, das mit einer prägnanten Trompete auffährt, wecken Erinnerungen an die von der Band zur Inspiration genutzten italienischen 60s-Westernfilme. Andere Stücke, so etwa der Opener „Somebody Call A Doctor“, schlagen wiederum in eine Kerbe, die The Hives mit ihrem Power-Indie geprägt haben.

Neben all der Tanzbarkeit und head-shaking Grooves haben Chick Quest auch durchaus einiges zu sagen. „Fashion Fascist“ befasst sich mit der harten Welt der Mode:

Wear those clothes, break your back, give me looks.
Bite your tongue, buy new face, all better now.
Bin ich Frau? Bin ich Tier? Bin ich Biest?

Besonders die immer wiederkehrenden, von wechselnder Besetzung eingespielten Bläsereinlagen geben dem Werk dieses ganz besondere Feeling, das den Hörer dranbleiben lässt und die Platte definitiv um Spannung bereichert. Wie der gute, alte Spaghetti-Western eben! So bahnen Chick Quest auf „Vs. Galore“ nach und nach ihren Weg in den Gehörgang und finden ihren Platz im auditiven Gedächtnis – so on point und doch speziell wie sie sind, sagen wir der österreichisch-amerikanischen Kombo eine rosige Zukunft voraus!

Chick Quest nehmen die Dinge selber in die Hand. Keine gute Mucke in Wien? Spielen wir sie einfach selbst! Kein geeignetes Label für’s Debütalbum? Veröffentlichen wir es einfach selbst! Am 20. April 2015 geht „Vs. Galore“ auf der bandeigenen Bandcamp-Page online.