City Light Thief

Sechs Jahre ist es nun bereits her, dass die Post-Hardcore-Boys von City Light Thief begannen, sich einen Namen in der deutschen Gitarrenmusiklandschaft zu machen. Nun erschien am vergangenen Freitag die vierte Veröffentlichung der sechsköpfigen Band bei Midsummer Records. Besonders schön dabei: „Shame” kommt als einseitig bespielte 12″-EP wahlweise in rot oder weiß! Achso, rot ist schon ausverkauft? Na wie gesagt, diese Band macht sich eben schon seit längerem einen Namen und dieser wächst und gedeiht!

Legen wir die Nadel also mal in die Rille, lassen die ersten Töne erklingen – und was das schon für welche sind! Mit stakkatischer Bassdrum und Riffs wie Fanfaren bereiten City Light Thief voller Aufbruchstimmung ihrer neuen Platte den Weg in Richtung Gehörgang und reichen allen verfügbaren Vokalisten das Mikro, um die optimistische Botschaft im Chor zu verbreiten: „Plus and Plus is Plus!” ShameDabei befassen sich die Lyrics mit der Ungleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Paare – sinnvolle und wichtige Statements also, die die Band hiermit abgibt! Was folgt ist eine prächtige Sologitarre und ein durch wilde Hi-Hats noch aufgeregter wirkendes Soundbild in Strophe 2 – und, na klar, ein anständiges Outro, bei dem auf den kommenden Shows alle nochmal mitbrüllen dürfen. Muss so sein, soll so sein, klingt verdammt gut. Livepotenzial hat das Ding definitiv! Das beweisen ebenso die gelungenen Indierock-Riffs im Chorus von „Wild Truth”. Doch obwohl gerade diese Hooks so herausstechen, fällt auch schnell der Einfallsreichtum beim Songwriting auf, den City Light Thief hier ganz sicher hatten, so abwechslungsreich und durchdacht, wie all das klingt. Geschrien und gesungen, atmosphärisch und auf-die-12, alles geht und alles fügt sich wunderbar zu einem besonderen Stilmix zusammen.

Die vorab veröffentlichte und bei uns bereits vorgestellte Videosingle „Younger You” sticht nicht nur mit ihren 5½ Minuten auf der EP heraus, sondern auch durch ihre besondere Atmosphäre voller flangernder Gitarren, elektronisch knisternden C-Teilen und dem ausufernden, doch immer wieder zu sich selbst und seinem großen Refrain zurückfindenden Songkonstrukt. „Don’t be afraid, don’t be afraid!” versichert uns Sänger Benjamin und das mag man ihm auch glauben, trägt seine Musik doch trotz der teilweise von Zweifeln geprägten Texte so viel Euphorie im Sound, dass sie damit eine besondere Stellung in der hiesigen Post-Hardcore-Szene  einnimmt. Durch ihren Hang zum Hitfaktor mengen City Light Thief dem Genre eine eigene Note bei, verlieren dabei aber nicht den dreckigen Boden unter den Füßen und werfen uns passend dazu mit dem roughen, aber mitsingtauglichen „Quick Fix” nach 16 Minuten Laufzeit raus . Ein schwer gelungener Vorbote auf das, was uns von den Grevenbroicher Herren noch alles erwarten könnte!

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