The Hunna / Foto: Babak Kidney

The Hunna / Foto: Babak Kidney

Freitag Abend, Hamburg Sternschanze: The Hunna spielen am 09.02.2018 im Knust und haben nicht nur ihre Freunde von Coasts dabei, sondern auch noch die Hamburger Band Lax Diamond, die vermutlich die wenigsten auf dem Schirm hatten. Wenn auch alle drei Bands durchaus unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Musik setzen, sollte es doch ein runder Rock-Abend werden.

Eine ärgerliche Verzögerung am Einlass nutzten meine Begleitung und ich erstmal für ein Bier in der Karo Ecke. Diejenigen, die pünktlich in die Location wollten und daher anstanden, mussten einige kühle Minuten überstehen – immerhin waren die Temperaturen bereits unter Null gefallen. Wir haben die Zeit jedenfalls genutzt und standen pünktlich, ohne Wartezeit und durchaus erfrischt am Rande des Publikums, als Lax Diamond die Bühne betraten.

Für mich war dieser Mix aus Rap und Rock nichts. Nichtsdestotrotz konnte die Band zumindest den restlichen Teil des Publikums überzeugen und absolvierte ihr Set souverän und vor allem professioneller, als man das von anderen Vorbands gewohnt ist. Die Stimmung im Saal besserte sich jedenfalls deutlich und fast vergaß man, dass noch die Vorband spielte. Ich kann mir vorstellen, dass man von Lax Diamond noch mehr hören wird. Potential ist zur Genüge vorhanden.

Coasts / Foto: Babak Kidney

Coasts / Foto: Babak Kidney

Nach kurzer Umbaupause und einer absolut treffsicheren Playlist kam dann der erste Headliner auf die Bühne: Coasts. Die Briten stehen für eher Pop-lastigen Rock-Sound, der wohl bei vielen Radio-Stationen auf Rotation laufen könnte. Tut keinem weh. Diese Mischung aus Melancholie und Verträumtheit klingt dennoch verdammt gut und auch das Publikum ist von der Performance angetan. Ekstatisch ist vielleicht etwas hoch gegriffen, doch bei den Hits der Band, allen voran „Oceans“, kann schon von einem sehr guten Konzert gesprochen werden.

Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass weniger Sounds vom Computer abgespielt worden wären. Eine von meistens zwei Gitarren kam direkt aus dem Studio und rückte den leicht rockigen Sound noch mehr in die Pop-Ecke. Vor allem in Kontrast zum Headliner The Hunna, der bald danach auftreten sollte.

Leugnen kann ich es ja nicht: Ich bin großer Fan vom Debüt-Album „100“. Ja, ich weiß, dass ist keine Musik für die Kritiker des FAZ-Kulturteils. Das ist eine Band, die weiß, wie sie gut klingt und die ihr Rezept nur minimal variiert. Von daher habe ich gar nicht den riesigen Wurf erwartet, doch wurde letztendlich eines besseren belehrt. Das war verdammt viel Rock und sehr wenig Pop. Das waren vier Jungs, die sich im College kennenlernten und Bock auf Musik haben.

Und letztendlich kann man an Hits nicht genug haben und so lieferten The Hunna einen nach dem anderen, von „You & Me“ zu „Bonfire“ und dem neuesten Song „Flickin‘ Your Hair“, und die meist weiblichen Zuschauer kamen aus dem Mitsingen und Mitspringen gar nicht mehr heraus. Ein Moment, der mir noch im Gedächtnis geblieben ist: Sänger Ryan Potter erzählt, wie dankbar die Jungs sind an diesem Abend spielen zu dürfen. Man glaubt ihm.

Foto: Babak Kidney

Das neue Album „Dare“ von The Hunna erscheint am 25.05.2018!

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