Courtney_Barnett Sometimes I Sit and think and Sometimes i just sit

Es ist so eine Sache mit Fakten in der Musik, der wohl mit Abstand subjektivsten Kunstform überhaupt. Und auch wenn man sagen kann, dass alles Geschmackssache ist, sind sich dieses Jahr so ziemlich alle Menschen, die sich etwas mehr mit Musik auseinandersetzen, als Radio zu hören, einig: Courtney Barnett ist die Musikerin des Jahres. Ihr Debütalbum “Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit” wurde, seit es am 20. März bei Marathon Artists in Deutschland erschienen ist, schlicht durch die Decke gehyped – zu Recht!

Nach dem ersten oberflächigen Hören, könnte man es Alternative-Rock nennen. Aber passender ist wohl Grunge-Singer-/Songwriter. Klar, das Album ist Rock, ohne Frage. Es ist Schlagzeug, Bass und jede Menge verzerrte Gitarren. Das Outro von “Kim’s Caravan” ist einer der besten und anarchischsten Gitarrenmomente des Jahres. Trotzdem sind die Wortgewandtheit, die Beobachtungsgabe und die Fähigkeit für gute Wortspiele der 27-jährigen Australierin die wirklich beeindruckenden Teile der Geschichte, die “Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit” erzählt.

“Jen insists that we buy organic vegetables and I must admit that I was a little skeptical at first; a little pesticide can’t hurt?”

Die 11 Songs handeln vom Untergang der Liebe, noch vor dem ersten eigentlichen Kontakt (“Aqua Profonda!”), von der deprimierenden Suche nach dem eigenen Platz in der Welt (“Depreston”) und den viel zu hohen Erwartungen ihrer gesamten Umwelt (“Pedestrian At Best”). Sie erzählt was sie erlebt; versucht immer und überall zu schreiben. Das Album ist eine Ansammlung von Momentaufnahmen, der Titel ein Spruch, den sie als Kind auf einem Poster im Haus ihrer Oma gelesen hat.

“I lay awake at three, staring at the ceiling. It’s a kind of off-white, maybe it’s a cream.”

Nachdem im Laufe des Jahres nun schon unzählige Preise für ihre Musik, ihre Texte, aber auch für das von Courtney selbstgemachte Artwork nach Melbourne gingen, erscheint am 06.11 jetzt eine Special-Edition von SISATASIJS. Mit Bonus-Songs, Artwork-Poster und von ihr selbstgemachten Polaroids.

Generell ist so eine Art der Zweitverwertung immer schwierig. Ist es einfach nur der Versuch die letzten Ausläufer des Hypes noch mitzunehmen um ein bisschen Geld zu machen, oder eine echte Bereicherung für Fans? Gerade die 6 Live-Songs, die entweder von ihrer ersten Doppel-EP “A Sea of Split Peas” oder komplett neues Material sind, sprechen definitiv gegen Ersteres.

Ich jedenfalls will diese Polaroids, ich will dieses Poster und die Platte direkt neben der normalen Version in meinem Regal!

Courntey Barnett Tourdaten:

  • 20.11.2015   –    München, Technikum
  • 21.11.2015   –    Berlin, Postbahnhof
  • 23.11.2015   –    Köln, Stollwerk

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