Wenn ihr ein bisschen Grunge in eurer Playlist vermissen solltet, ist das Trio von Daily Thompson genau die richtige Band für euch. Ihre Mischung aus Grunge, Blues, Indie und Fuzz Rock erinnert an Bands wie Pixies oder The Black Keys.

Daily Thompson sind Danny (Gesang/Gitarre), Mercedes a.k.a. Mephi (Bass/Gesang) und Stefan (Drums). Stefan ist nach einem Drummer Wechsel im November 2015 dazugekommen. Das Projekt Daily Thompson gibt es aber schon seit 2012. Mephi und Danny haben sich damals mit einem befreundeten Drummer aus dem Nachbar  zusammengetan – Daily Thompson wurde geboren.

Das aus Dortmund stammende Trio hat schon in Ländern wie England, Italien, Spanien und Frankreich gespielt. Es war ein bisschen Schicksal, dass ich auf diese nicen Menschen gestoßen bin. Auf dem Deichbrand Festival durfte ich nämlich mit Danny und Mephi Bandmerchandise verkaufen und habe sie sofort ins Herz geschlossen. Kein Wunder also, dass ich die drei bei ihrem Konzert am 09. Dezember im Knust für ein Interview abkommandiert habe. Hey Ho!

Wie seid ihr allgemein zur Musik und eurem jeweiligen Instrument gekommen?

Danny: Allgemein… puh, das ist schon so lange her! In einer Schüler-Band habe ich angefangen und Gitarre gespielt, weil eine da war.

Mephi: Ich hab mit fünf Jahren Klavier angefangen. Ich hab dann mit 15 eine Gitarre bekommen und die zwei Wochen später in ein Bass umgetauscht. Und seitdem spiele ich Bass. Das hat einfach nicht so Bock gemacht. Es war aber auch eine Akustik Gitarre.

Stefan: Mein Onkel hat früher Schlagzeug in einer Band gespielt und dann war ich so als Sechsjähriger mal mit zur Probe. Dann ist klar, das lauteste Instrument ist auch das coolste und deshalb wollte ich das machen. Ich muss zermalmen!

Eure Platte „Boring Nation“ wurde Ende Juni veröffentlicht. Ist das eine Anspielung auf unsere langweilige Gesellschaft oder wie seid ihr auf diesen Namen gekommen?

Danny: Ja, irgendwie schon.

Mephi: Wir saßen irgendwann mal auf einer Rückfahrt von einem Gig und haben überlegt, wie das nächste Album heißen soll und haben halt gedacht, dass alles so belanglos geworden ist heutzutage. Dazu kam, dass wir dieses Jahr (2016) viel mehr Ausland- als Deutschland-Shows gespielt haben und so hat sich das irgendwie zusammengesetzt. Es ist jetzt nicht politisch oder irgendwas, aber es soll einfach diese Belanglosigkeit mittlerweile ausdrücken.

Hat sich seit der Veröffentlichung etwas für euch verändert? Es gab ja auch einige sehr gute Rezensionen z. B. in der Visions.

Danny: Es ist nur weiter geworden. Wir spielen jetzt nicht mehr nur um die Ecke. Italien, Spanien.

Mephi: Und England. Den ganzen Rotz. Wobei wir uns auch gedacht haben, jetzt nicht auf der einen Platte ausruhen und drei Jahre damit durch die Gegend touren, sondern rausknattern. Jetzt gehen wir nächste Woche auch schon wieder ins Studio. Erst mal zwei Demos aufnehmen. Wie gesagt, man macht ja auch Sound, damit man es macht und spielen kann. Dieses Ausruhen auf Platten, das wollen wir nicht!

Ihr habt es ja gerade selber gesagt. Ihr seid viel im Ausland unterwegs. Ist das ein Unterschied zu Deutschland-Shows?

Mephi: Voll!

Danny: Kriegst kein Essen und kein Trinken.

Stefan: Aber nur in England! Italien z. B. war mega!

„Italien war hammer geil, wir haben das komplette Wohlfühlpaket bekommen.”

Mephi: Es ist echt von Land zu Land unterschiedlich. In England waren die Clubs geil und der Sound, aber es ist halt so, wie alle auch gesagt haben. Du kriegst halt nichts. Du kommst in den Club, um elf ist alles vorbei. Wir hatten Abende, da hat die erste Band um halb acht gespielt, aber Leute waren da. Joa – und dann ist ab elf Uhr Clubnight, ne? Es ist jetzt auch nicht so, dass man nach England fährt, und alle haben voll Bock auf live Musik und das wird total zelebriert, die sind halt total übersättigt. Aber es war trotzdem der Hammer!

Könnt ihr euch noch an euren allerersten live Auftritt als Daily Thompson erinnern?

Mephi: Der erste war in Frankreich und der zweite in Barcelona.

Stefan: Bei mir war erstmal, 14 Songs in kürzester Zeit lernen. Dann war die erste Show für mich Frankreich und dann Barcelona. Bis ich irgendwann mal in Deutschland gespielt hab, das hat gedauert. War aber Ok.

Bereitet ihr euch besonders auf einen Auftritt vor oder habt ihr ein Ritual?

Danny: Wir proben natürlich! Und sonst, n bisschen warm machen, stretchen, aber sonst nichts.

Was macht für euch ein perfektes Konzert aus?

Danny: Geiler Sound!

Mephi: Geile Meute. Alle müssen Bock haben, vom Soundmann bis zur Band.

Danny: Wenn das passt sind schon mal 90% erfüllt.

Und die anderen 10%?

Danny: Warte mal! Ne, dann sind 50% erfüllt. Dann brauchen wir natürlich genug zu trinken und nicht nur zwei Wertmarken und dann tschüss ne?

Wenn ihr in eine Venue kommt, in der ihr noch nie gespielt habt, was macht ihr als erstes?

Mephi: Bier holen!

Stefan: Eindeutig Bier holen!

Was wünscht ihr euch für 2017?

Stefan: Mehr Urlaubstage von meinem Arbeitgeber!

Mephi: Was ich mir wünschen würde: Einfach mal n Typ der sagt, das was ihr bisher alleine macht ist cool, ich hab Bock auf euch, wir machen das jetzt! Egal ob Label, Booking oder sonst was.

„Es muss halt jemand sein, der Bock hat.”

Den Rest kann man heutzutage alles alleine machen. Wir haben 40 Shows gespielt und das haben wir alles alleine gemacht. Ansonsten, mehr Leute, größere Venues, neues Album.

Wollt ihr noch was loswerden?

Mephi: Legalisiert Gras!

Dein Wort in Gottes Ohr! Ich bedanke mich für diesen geilen Abend und das Interview! Wer Daily Thompson jetzt unbedingt live sehen möchte, sollte am 16. Februar in die Bar 227 kommen. Dort spielen sie zusammen mit Monkey Okay.

Daily Thompson live im Knust

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