Gruppenfoto mit (v.l.n.r.) Herrn Schmidt, Timmey, Jasmin und Pensen

Gruppenfoto mit (v.l.n.r.) Herrn Schmidt, Timmey, Jasmin und Pensen

Man kann es sich kaum vorstellen, aber seit nun mittlerweile 10 Jahren ist Das Pack nicht mehr aus der deutschen Musikszene wegzudenken.
Es gab einige Mitglieder-Wechsel in der Geschichte der Band. Pensen Paletti ist der Sänger und Gründungsmitglied von Das Pack und der einzige, der von Anfang an dabei ist. Mittlerweile sind Timmey (Drums) und Herr Schmidt (Bass) mit am Start und vervollständigen das Trio.

Die Musik der Jungs ist punkig-rockig und überzeugt besonders durch die verrückten Texte, die von Pensen geschrieben werden.

Bereits am 30.09. und 01.10. lud Das Pack zum Jubiläumskonzert in der Markthalle. Da alleine feiern selbstverständlich scheiße ist, haben die Jungs einige Bands eingeladen, die sie auf ihrem Weg zum 10-jährigen Jubiläum begleitet haben.

  • Sondaschule
  • Monsters of Liedermaching
  • Die Schröders
  • Le Fly
  • Liedfett
  • Montreal
  • K.T. Clue
  • Blacklist LTD.
  • Stereogold
  • Ohrbooten
  • uvm.
Das-Pack

Die beiden Abende in der Markthalle waren der reinste Abriss! Eine bessere Geburtstagsparty hätte man wohl nicht feiern können.
Ich habe die Gelegenheit genutzt und Das Pack während des Essens zum Interview getroffen. Guten Appetit!

Was war damals denn die Idee hinter Das Pack?

Pensen: Ich oder wir spielen ja seit unseren Teenie-Zeiten in Bands. Und das ist jetzt die Band, die in einer Zeit entstanden ist, die wahrscheinlich erwachsen genug ist, das eine Band auch mal Bestand hat. Das kannst du dir vorstellen wie eine Beziehungskiste. Bevor ich Mitte 20 war, war ich für eine Langzeitbeziehung noch nicht bereit.

Warum habt ihr überhaupt mit Musikmachen angefangen?

Timmey: Bei mir war das tatsächlich so, ich war auf Konfirmanden Freizeit. Ich war da so 13 und wir haben sehr viel Nirvana und WIZO gehört, und der eine konnte das auf Gitarre spielen. Und das wollte ich auch, deshalb habe ich angefangen Musik zu machen.

Herr Schmidt: Meine Familie hat schon immer viel Musik gemacht, meine Mutter spielt Akkordeon und mein älterer Bruder hat mir damals irgendwie den Weg geebnet auch Musik zu machen. Es war noch irgendwas zu besetzten in einer Band und das war die Gitarre und dann habe ich das getan.

Pensen: Es stand immer ne Gitarre bei uns zuhause rum. Mein Vater hat als er jung war auch in einer Band Gitarre gespielt. Meine beiden Cousins sind mehr oder weniger hauptberuflich Musiker gewesen, meine Oma hat Klavier gespielt. Dann war ich auf einem Konzert von Kurt Kiesewetter (Plattdeutscher Liedermacher) und der hatte einen Kollegen dabei, der so eine halbe Gitarre hatte. Ich war so 8 und dachte mir, ich bin klein, die Gitarre ist klein, das wäre doch was! Dann habe ich mir eine zu Weihnachten gewünscht und damit find alles an.

Ihr spielt alle noch in anderen Bands, Pensen bei Monsters of Liedermaching, Timmey bei Blacklist Ltd. und Herr Schmidt bei Die Schröders. Ihr werdet mit diesen Bands morgen auch auftreten, ist es schwer dann umzuswitchen, weil es ja teilweise doch ein Unterschied zu Das Pack ist.

Pensen: Frag uns morgen um 23.30 Uhr nochmal! Dann haben wir alle einen Doppel-Job.

Timmey: Für mich ist das eher so, dass ich mich freue weil meine alten Kumpels aus der Heimat kommen. Ich betrachte das eher als Kegelclub und sehe das ganz entspannt. Für mich ist das easy, glaub ich! (lacht)

Herr Schmidt: Also ich sehe das ähnlich, Kegelclub trifft es ganz gut. Man macht das schon so lange, quasi so, wenn man nachts aufwacht, kann man es spielen.

Pensen: Ich hab halt meine laute und meine akustische Ecke. Ich hatte das auch schon oft auf Festivals, dass ich mit einer Band da war und der Veranstalter dann gesagt hat, wenn du eh schon hier bist, dann können wir auch gleich noch die andere Band dazu nehmen.

Pensen, du schreibst ja die Texte für Das Pack. Jetzt muss man sich als normaler Mensch ja fragen, welche Drogen du nimmst, um so etwas zu schreiben.

Pensen: Manchmal passieren so Sachen wie „Pferdeapfel“ oder so, das schreibt man natürlich nicht am Schreibtisch. Das ist glaube ich mal im Bus bei den Monsters entstanden. Eine Kollege von mir saß neben mir und hat sich tot gelacht, weil ich da irgendwie meinen Quatsch gemacht habe. Da habe ich mich dran erinnert. Dann hatte ich noch so einen wunderschönen, auf Ukulele komponierten Refrain. Ich saß da auf La Palma auf der Klippe, schaute auf den Ozean, das war so ein Gefühl, und die Tiere und wunderschön. Und da kommt der Refrain von Pferdeapfel her: „Freiheit für die Tiere, Freiheit für die Menschen, Geschmäcker sind verschieden“. Da das ja auch mit Tieren ist, dachte ich mir, das wird richtig behindert wenn ich das jetzt noch mit Pferdeapfel kombiniere. Und so ist z. B. die Idee hinter „Pferdeapfel“ entstanden.

Timmey, bevor du zu Das Pack gekommen bist, konntest du nicht mal Schlagzeug spielen. Warst du einfach ein Wunderkind?

Pensen: Nicht mal! (lacht) Aber Gitarre wurde einfach nicht gebraucht…

Timmey: Wunderkind nicht, aber vielleicht einfach Talent. Zum Glück, denn es war sehr wenig Zeit, wir waren sechs Wochen später mit Sondaschule auf Tour.

„Ich hab einfach jeden Tag 10 Stunden Schlagzeug geübt.”

Ich hatte aber auch sehr viel Hilfe von Oli (Herr Schmidt) der hier gerade neben mir sitzt.

Das-Pack

Auf was freut ihr euch am Meisten, wenn ihr nach einer langen Tour wieder nach Hause kommt?

Timmey: Aufs Bett!

Pensen: Ja, auf´s Bett. Aber ansonsten ist es ein bisschen Langweilig. Man muss aufpassen, dass man nicht in ein Loch fällt. Man geht in die Küche und keiner hat Frühstück gemacht, das ist hier ja anders. Das ist ein großer Unterschied, dass man einkaufen gehen muss, das ist wirklich schlimm! Wie alle anderen auch…

10 Jahre Das Pack, was ist euer Lieblings-Song?

Timmey: Treue oder Pflicht.

Pensen: Ich bin ja noch kein Vater, aber ich stelle mir vor, ich hätte drei Kinder und du fragst mich jetzt, welches mein Liebstes ist. Alle! Auf jeden Fall alle gleich, sonst hätten sie gar keine Berechtigung zu Leben, also die Lieder.

Herr Schmidt: Ich sehe das eigentlich ähnlich. Es kommt auch auf die Situation an, was gerade zum Konzert passt. Manchmal finde ich ein Lied in dem Moment total geil und wenn die Situation dann nicht mehr passt wie am Tag davor, dann ist es wieder ganz anders.

Das schlimmste Erlebnis in 10 Jahren Band-Geschichte?

Pensen: Das ist nicht leicht. Das Schlimmste, so wie auf der Bühne eingeschissen oder so? Ne, das hab ich nicht getan, aber das fiel mir gerade ein. Aber das wäre ne super Story!
Das ist arm, dass man jetzt nichts weiß, aber sollte sich das in den nächsten 10 Jahren ändern, sag ich dir auf jeden Fall Bescheid!

Die schönste Location in der ihr gewesen seid?

Timmey: Markthalle!

Pensen: Natürlich Markthalle und Logo in Hamburg. Sehr, sehr gerne genommen, sehr, sehr oft gewesen und sehr, sehr Wohnzimmermäßig verbandelt. Auch mit den Veranstaltern, deshalb haben die einen besonderen Stellenwert. Da kommt man einfach gerne hin! Sonst einfach zu viele. Es gibt sehr viele schöne Läden. So Punkrock alteingesessene Läden, die haben natürlich ihren ganz speziellen, gewissen Charm.

Das unmoralischste Angebot, das ihr bekommen habt?

Timmey: Also ich hatte keins.

Pensen: Oli hatte einige, aber die will er jetzt nicht sagen. Und ich hatte 2-3, aber die habe ich vergessen. Vielleicht: „Ist das ok, wenn wir das Interview bei Einlass und Essen machen“, zum Beispiel, das war so das ich dachte… aber das war auch nicht das unmoralischste… eher das moralischste, ne weiß ich nicht.

Was erwartet uns in den nächsten 10 Jahren Das Pack?

Pensen: Wir garantieren mit unserem Leben, für möglichst liebesdurchzogene, vermutlich laute, nach Möglichkeit pfiffige Musik, die ihrer eigenen Langeweile immer meilenweit voraus sein wird. Hab ich Bock drauf! Das für die nächsten 10 Jahre, dann müssen wir noch mal neu überlegen.


Okay, ich komme nach den nächsten zehn Jahren noch mal auf euch zurück! Vielen Dank für das nette Interview und entschuldigt die Störung beim Essen.

Fotogalerie: Das Pack und Freunde in der Markthalle

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