Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Zehn Jahre ist die letzte Veröffentlichung der Dead Kennedys nun her. Das letzte Album erschien sogar vor über 30 Jahren. Trotzdem ist die Band noch immer rege aktiv und auf Tour unterwegs. Zuletzt wurden die alten Punkrock-Klassiker in der Hamburger Markthalle zelebriert und man darf getrost sagen, dass die gealterten Herren es nach wie vor drauf haben.

Das Aufwärmprogramm übernahmen LOOM aus dem britischen Leamington Spa. Ihr Sound liegt irgendwo zwischen Alternative Rock, Grunge und Punkrock und konnte durchaus überzeugen. Das wiederum haben aber leider nur wenige Konzertbesucher gesehen, denn zur Zeit des Auftritts war die Markthalle noch weitgehend leer. Offensichtlich hatten die Leute kein Interesse daran, die Band kennenzulernen, sodass der Auftritt sichtlich undankbarer Natur war. Dennoch haben sie ihr Set unbeeindruckt und punktgenau durchgebracht.

Passend zum Auftritt der Dead Kennedys war die Markthalle dann aber erwartungsgemäß picke packe voll. Das Quartett kommt auf die Bühne, legt los und die Atmosphäre war sofort elektrisiert. US-Punk der alten Schule; ungeschönt, ungefiltert und voller Energie. Frontmann Ron Greer bewegte sich energisch über die Bühne, suchte wiederholt die Nähe zur Crowd und die gab diese Energie ebenso ungefiltert zurück – und das nicht nur mittels der gefüllten Bierbecher, die hin und wieder Richtung Bühne fliegen.

„California Uber Alles“, „Nazi Punks Fuck Off“ und all die anderen Songs sitzen auch im Jahr 2017 noch perfekt. Die Gitarre zischt unbequem und treibend, der Bass von Klaus Flouride rollt in klassischster Punk-Manier über einen hinweg und es zeigen sich durchaus Parallelen zu Bad Religion, denen man ebenso anmerkt, dass sie bis zum heutigen Tag kein bisschen müde geworden sind.

Fotogalerie: Dead Kennedys

Fotogalerie: LOOM

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