Fotos: Jasmin Reckers, noisiv.de

Ende letzten Jahres habe ich Deaf Havana und Dinosaur Pile-Up zum ersten Mal live erleben dürfen. Beide Bands waren zu dem Zeitpunkt als Support-Acts unterwegs. Deaf Havana bei Jimmy Eat World und Dinosaur Pile-Up bei Royal Republic.

Nun gaben Deaf Havana vergangenen Samstag eine Headliner-Show im Logo hier in Hamburg und hatten ihre Kollegen von Dinosaur Pile-Up als Support mit dabei. Beide Bands kommen aus England und man merkte ihnen an, wie gut sie miteinander befreundet sind.

Vor der Show erfuhr ich noch von Deaf Havana, wie ihre Verbindung zu Jimmy Eat World mittlerweile ist. Nun ja – während der Tour wurde den Jungs die Zeit für den Soundcheck ständig gekürzt und das Verhältnis zur Crew war wohl auch nicht das Beste. Zudem sollen Jimmy Eat World „very odd“ sein. Vorher waren Deaf Havana selbst Fans, aber das hat sich inzwischen geändert. Shit happens, würde ich sagen.

Dinosaur Pile-Up überzeugen trotz Kater!

Aber zurück zu den schönen Dingen! Den Anfang machten Dinosaur Pile-Up, die genauso wie Deaf Havana ziemlich verkatert waren, da James (Sänger von Deaf Havana) am vorherigen Freitag Geburtstag hatte und das selbstverständlich gefeiert werden musste. Offenbar ziemlich doll, denn der Tour-Manager von Deaf Havana war beispielsweise bis 8 Uhr morgens auf einem Rave, wie er mir erzählt hat. Jedem das seine!

Der Show hat dies allerdings keinen Abbruch getan! Dinosaur Pile-Up haben einen grandiosen Start hingelegt. Die drei überzeugen mit ihrem starken Sound und ihrer Bühnenpräsenz auf ganzer Linie. Ein Song hat es mir besonders angetan: „White T-Shirt and Jeans“! Man könnte annehmen, das wäre ihr Lieblings-Outfit – aber falsch gedacht! Wie mir Matt (Sänger) nach der Show erzählt, handelt der Song von seiner Ex-Freundin, die immer weiße T-Shirts und Jeans getragen hat.

Auf der Bühne entfalten die Songs noch viel mehr Kraft als auf Platte. Dennoch sei jedem Punkrock-Fan diese Band ans Herz gelegt, die noch für dieses Jahr ein neues Album geplant hat. Bis es so weit ist, hören wir einfach ihr letztes Album „Eleven Eleven“ auf und ab!

Deaf Havana: Harte Rockstars ganz zart

Das Publikum von Deaf Havana hätte nicht kurioser ausfallen können. Junge Mädchen, die wahrscheinlich erst seit dem neuen Album „All These Countless Nights“ dabei sind, und ältere Herrschaften, die diese Musik mit Sicherheit schon ewig feiern. Immerhin gibt es die Band schon seit 12 Jahren.

Der Hangover von Deaf Havana war auch hier auf der Bühne nicht zu spüren. Die Setlist bestand größtenteils aus neuen Songs, aber auch etwas ältere Klassiker durften natürlich nicht fehlen. Die Band bewies, dass sie live fantastisch sind. Auch hier muss ich sagen, dass die Songs live einfach ungleich besser rüberkommen. Vor allem wirken die Tracks am Ende auch nicht mehr so herzzerreißend traurig, sondern wie feinster Rock’n’Roll!

Als während des Konzerts eine Gitarre kaputt geht, weiß die Band auch diesen Fauxpas gekonnt zu überspielen. James erzählt von seinen nächtlichen Eskapaden und entschuldigt sich immer und immer wieder für diesen Patzer. Sehr höflich, diese Engländer!

Das ausverkaufte Logo war heißer als eine Sauna. Von Krankenwagen bis Gruppenkuscheln war alles dabei. Ich für meinen Teil hatte einen zauberschönen Abend inklusive kurzem Besuch im Tourbus (nicht so, wie ihr denkt!) und jeder Menge fantastischer Musik. Ich werde alles dafür geben, Deaf Havana bei ihrem nächsten Besuch in Hamburg wieder zu sehen!

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