Decibelles

Foto: Marion Bornaz

Aus Lyon kommt gerade ein ganz heißes Album: Das Trio Decibelles veröffentlichte just gerade ihr neues Album „Tight“ via Kidnap Music und zeigt darauf einen ganz eigenwilligen Noise-Punk mit Wave- und Indie-Elementen. Mal schrammelt es so richtig vor sich hin, dann geht es in sphärisch-waveige Höhen und an nächster Stelle träumen sie einfach leichtfüßig vor sich her.

Während ein solches Durcheinander verschiedenster Stile so einigen anderen Alben durchaus das Genick bricht, zeigt die Mischung hier ihre Wirkung. Das liegt vor allem an der tighten Produktion und den schrillen Vocals, die frech und frisch daher kommen. Die Instrumentals sitzen, die Gitarre schneidet sich durch die Luft und die Basslines sitzen on point.

Vor allem aber beherrschen sie all ihre verschiedenen Facetten scheinbar aus dem Effeff. In „Sausage Day“ bekommt das Wave-Riff noch eine kleine Noise-Note, die dem Ganzen sehr gut zu Gesicht steht. „Witchy Babes“ hingegen wird durch die mehrstimmigen Vocal-Harmonies zur materialisierten Indie-Hypnose und in „Sick as Shit“ gehen sie komplett durch die Decke.

Es ist gerade diese Vielfalt, die die Decibelles so interessant macht. Diese so verschiedenen Einflüsse und Genre-Schubladen in ein kohärentes Ganzes zu verpacken, ohne immer alles in einem Topf zu zermatschen, imponiert über die gesamte Spiellänge von „Tight“. Man beginnt zu träumen und sich auf die Musik einzulassen, wird aber jäh aus den Träumen wieder herausgerissen, bevor man sich zu sehr verliert. Die Spannung bleibt stets da, die erwähnte Luft wird sich wohl nie wieder zu einem Ganzen zusammenfügen.

Decibelles: Live in Deutschland

  • 19.04. – Leipzig, Conne Island
  • 20.04. – Berlin, Ruth
  • 21.04. – Kiel, Schaubude
  • 22.04. – Hamburg, Molotow
  • 23.04. – Dortmund, Nordpol
  • 24.04. – Bonn, Kult41
  • 25.04. – Trier, Luckys Luke
  • 26.04. – Karlsruhe, Alte Hackerrei
  • 27.04. – Tübingen, Epple Haus
  • 28.04. – Mannheim, Juz

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