Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Seit einem Jahr gibt es nun die Depri Disko und vom Ursprung im Hamburger Molotow expandierte man zuletzt auch kräftig in Clubs außerhalb der Hansestadt. Es ist also viel passiert und in diesem einen Jahr hat sich die Eventreihe bereits einen richtigen Namen gemacht. Dass man da zum Einjährigen etwas besonderes macht, liegt da auf der Hand.

Daraus entstand die Geburtstagsgala, die vor einer Woche im Molotow stattfand. Zur Feier des Tages gab es vor dem regulären Club-Programm insgesamt vier Live-Acts zu sehen. Depri Disko und Live-Musik? Das kann doch nur super werden – so war es dann auch.

Den Anfang machte Paul Pötsch, seines Zeichens Sänger von Trümmer. Er spielte in diesem Rahmen sein erstes Solo-Konzert und hätte er es nicht immer wieder bekräftigt – man hätte seine Nervosität mindestens bemerkt. Ich für meinen Teil werde sowohl mit Trümmer, als auch mit Paul Pötsch in diesem Leben nicht mehr warm. Die Songs wirkten noch nicht allzu ausgearbeitet, die Cover, die er spielte, zündeten bei mir ebenso wenig.

Deniz Jaspersen konnte da schon deutlich stärker überzeugen. Der Frontmann von Herrenmagazin, die auf unbestimmte Zeit pausieren, hatte wundervolle Akustiksongs in Petto, denen man gerne zuhörte und die eine Menge transportierten. Sympathisch war vor allem auch sein spontaner Sinn für Humor: Er verspielte sich exakt ein Mal, die Crowd feierte exakt das und Jaspersen regte sich selbstironisch und höchst witzig darüber auf. Insgesamt ein Auftritt, der im Gedächtnis bleiben wird.

Akustisch ging es dann auch mit Fuck Art Let’s Dance weiter. Die Band hat mein Musikherz mit ihrem Geheimkonzert im Gängeviertel im Sturm erobert. Frontmann Nico Cham und Gitarrist Romeo Sfendules traten in diesem Rahmen mit einem kleinen Akustikset auf. Dafür wurden bekannte Songs, wie „Fake Love“ (zu dem im Vorfeld auch eine Videoaufnahme veröffentlicht wurde) entsprechend umgeschrieben und es zeigte sich, dass die Songs auch in dieser Form zu überzeugen wissen. Gegen Ende des Sets verschlug es Nico dann auch in die Crowd und überhaupt: Das war ein richtig, richtig starker Auftritt!

Dann das Finale: Abramowicz standen auf dem Plan und mit der Akustik-Musik war es dann auch genug. Zum Schluss wurde nochmal laut aufgefahren. Die Band kam auf die Bühne, legte los und hat die Crowd richtig mitgerissen. Wo vorher gebannt zugehört wurde, gab es nun kein Halten mehr. Wenn Gitarrist Sascha Blohm dann irgendwann erst in die Crowd runterspringt und dann auf der Bühne liegt, weiß man, dass das ein richtig guter Auftritt war!

Die Veranstalter hinter der Depri Disko haben also eine ganze Menge richtig gemacht und für einen insgesamt großartigen Abend gesorgt. Tolle Künstler, großartige Musik in leise und laut und dazu ein heimeliges Molotow-Feeling, das es so tatsächlich nur in dieser Konstellation geben konnte. Hut ab, das war ein richtig starker Abend!

Depri Disko Geburtstagsgala: Alle Fotos vom Abend

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