Swae Lee und Slim Jimmy von Rae Sremmurd in Hamburg. (Fotos: Babak Kidney)

Ich habe in Hamburg die Beatles gesehen: Es hat nur leider nicht mehr ganz für die Originalbesetzung gereicht. Als die „Black Beatles“ machten sich Swae Lee und Slim Jimmy von Rae Sremmurd letzten Sommer einen Namen, als deren gleichnamiger Hit zum Aufhänger der „Mannequin-Challenge“ werden sollte – einem viralen Trend, bei dem sämtliche Teilnehmer gefordert sind stillzustehen. Während sich der eigenartige Bandname beim Publikum einprägen sollte, blieb „Stillstand“ im Saal des Uebel & Gefährlich anfang Februar zum Glück ein Fremdwort.

Sie gaben dem US-Hip-Hop der 2010er ein Gesicht, wussten moderne Trapeinflüsse zu verpacken, als auch klassische Freestyles hinzuschmettern, welche vor jugendlicher Angriffslust nur so trotzten. Future, Gucci Mane, Lil‘ Yachti, Rae Sremmurd: Dieser Teil von Atlanta hat gerade erst angefangen sich der Welt zu zeigen.

Die blutjungen Rapper brachten entsprechend Anhang mit: Bobo Swae und Impxct sollten die Tour zur zweiten LP „SremmLife 2“ begleiten. Ein „Life“, dass das Duo mit seinem Publikum teilte, digitale Cartoonscreens auf die Bühnenwand und Toilettenpapier zum Publikum warf. Digitale Leinwände im „Uebel“? Auch mal etwas neues. Für den Swag darf das Beste eben nur kaum gut genug sein.

Rae Sremmurd spielten sich quer durch ihre noch junge Diskografie. Von „No Type“, über „Swang“, bis hin zu „Unlock the Swag“, blieb kein Hit der Beiden unberührt. Die Crowd dankte, ließ die Lippen und Füße nicht ohne Bewegung zurück und zeigte, warum der Gig schon seit Wochen ausverkauft war. Und wer vor dem Bandnamen noch immer mit leichten Fragezeichen sitzt: sprecht ihn einfach rückwärts aus, dann brauch eure Zunge auch keine Stützräder mehr.

Der letzte Titel des Abends hieß natürlich „Black Beatles“, eine improvisierte Mannequin-Challenge blieb an dem Abend in Hamburg leider aus. Sie wäre auch nur ein Hindernis gewesen, verleitet der Bass und die ausgefallene Bühnenshow doch zu allem anderen, als das Nachstellen eines Online-Trends. Rae Sremmurd zeigten, trotz ihrer noch jungen Karriere, ein unglaubliches Maß an Professionalität, ließen sich und ihr Set durch nichts aus der Ruhe bringen. Stillstand können andere eben besser.

„SremmLife 2“ ist am 12. August via Interscope Records erschienen.

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