In their Homeland, Baden-Württemberg, evvrrybuddy dooo’s as he pleases! Die vier Typen, die den mittlerweile zu einer Lawine angewachsenen Schneeball Chimperator einst ins Rollen brachten, sind back! Die Orsons sind nicht gerade wenig verantwortlich dafür, dass Hip-Hop in Deutschland größer denn je ist und Künstler, die sich trauen, neue Wege zu beschreiten, groß werden können. Auf ihrem ersten Album „Das Album“ bauten sie sich als vier Schweine eine Scheune aus Eigensinnigkeit, die sie nie wieder wirklich verließen. Als Kollektiv funktionieren Tua, Bartek, Maeckes und KAAS besser denn je und die Charaktere, die sie repräsentieren, sind oft so comichaft überzeichnet, dass man sie schon eher für eine Comedy-Truppe als eine Rapcrew halten könnte. Und doch findet sich so unglaublich viel Künstlergeist und eben auch Skill in ihren Songs, dass man ihnen eine große Bedeutung in der Deutschraplandschaft nicht absprechen kann.

Auf dem neu veröffentlichten Song „What’s goes“ kommt all das wieder mal großartig zusammen. Zwischen Blödel-Denglisch und Cloud Rap-Beat zeigen die vier Freigeister, wer sie sind. Bartek, der rapbegeisterte, ewig soloalbumlose Gagvogel der Band, startet in den Song und nimmt das Fazit schon vorweg

Werft die Finger in die Drecksluft! Der Track ist Hammer – Pressluft!

Das Mic wird weitergereicht an den psychedelisch esoterischen, sich ständig neu erfindenen KAAS, der wie so oft weit in die Unnachvollziehbarkeit abgleitet und seinen Part mit dem wirren Runterrattern von Zahlen gestaltet, vergleichbar mit dem kleinen Kool Savas-Hit „Brainwash“, an dem er maßgeblich beteiligt war. KAAS ist übrigens „eine Schnecke, die mit Lichtgeschwindigkeit fliegen kann und Raum und Zeit biegen kann.“ Äh, what’s goes?!

Der wohl meistangehimmelte Orson, Maeckes, inszenierte das Video – eine seiner neuen Lieblingsbeschäftigungen, wie er schon für Kollege Bartek und Freundin Balbina zeigte. Dass er den Clip in der Youtube-Fassung so oft hintereinanderreiht, bis sich die fast manisch durch sein Werk ziehende Zahl 237 (ja, wirklich: Zwei Stunden und siebenunddreißig Minuten) ergibt, ist von ihm kaum anders zu erwarten gewesen. In seinem Part geht es wieder mal latent gesellschaftskritisch, vor Allem aber deep, wie Rapper es nennen, zu.

Produzier‘ nur noch Content für Riesenkonzerne, kämpfe damit für den Frieden auf Erden, nach biblischen Werten – Hashtag Krieg.

Zu guter Letzt schließt der Song mit grumpy Tua at his best. Das Producer-Mastermind der Orsons mit Hang zur Bassmusik rappt eigentlich gar nicht mehr so gerne und ist entsprechend genervt, kann es aber zwecks Demonstration seiner massiven Skills dann doch nicht lassen. Unsinnerzählende Doubletime-Rapper kriegen nochmal einen mit – im Doubletime geflowt, versteht sich.

Und so wabern die vier Orsons zwar immer gern in ihrem persönlichen Kosmos, die Rollen sind klar verteilt. Und doch zeigt sich am allerdeutlichsten in der Quartettkonstellation, dass sie das wohl größte Alleinstellungsmerkmal im hiesigen Hip-Hop innehalten: Nicht zu stillender Tüftlerdrang, gepaart mit sehr viel Können und sehr wenig Beeinflussbarkeit durch Hitparaden und Normen.

Ich wiederhole Bartek: Der Track ist Hammer! Und das neue, gleichfalls betitelte Album erscheint am 20. März. What’s goes, ist das super!

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