Foto: Allen Ralph

Es ist schon eine Kunst für sich, über gesellschaftlich relevante Themen Musik zu machen. Dass diese Musik dann auch gleichzeitig enorm viel Spaß machen kann beweisen Dispatch eindrucksvoll mit ihrem neuen Album „America, Location 12“. In Zeiten wie diesen, in denen große Ernüchterung in der Weltpolitik um sich greift und die Welt aus den Fugen zu geraten scheint, leisten Dispatch abermals ihren Beitrag für ein besseres Miteinander.

Das Trio, bestehend aus Chad Urmston, Pete Heimbold und Brad Corrigan, das sich im College kennenlernte, ließ sich für ihr neues Werk besonders viel Zeit. So kommen verschiedenste Einflüsse zusammen, die sich auch in einzelnen Songs heraushören lassen. So vielseitig, wie der Klang, sind auch die unterschiedlichen Themen, auf die in „America, Location 12“ Bezug genommen wird. „Skin The Rabbit“ thematisiert beispielsweise die Waffengewalt in den Staaten, um gleichzeitig auch auf die Ermordung von 31 (!) Millionen Bisons hinzuweisen.

Von verzerrten Gitarren in diesem Stück geht es mit „Midnight Lorry“ zu einer mit Blues und Country angehauten Nummer weiter. Natürlich darf der perfekte Einstieg mit „Be Gone“ nicht unerwähnt bleiben. Die Gitarre prescht mit seinem unverkennbaren Riff hervor, die harmonischen Vocals tun ihr übriges und der Refrain formt einen absolut geilen Track. Bei einer längeren Autofahrt mutiert der Refrain von „Ghost Town“, dass vielleicht zu den eher unscheinbaren Liedern auf diesem Album gehört, auch schon mal zu einem Ohrwurm. So großartig wie der Anfang war, endet das ganze auch mit „Atticus Cobain“, dass wiederum durch seinen Mix aus grooviger Melodie in Kombination aus harmonischen Gesang besticht.

Die Vielseitigkeit aus unterschiedlichen Genres, Stimmungen und Themen ist eindeutig das Erfolgsgeheimnis auf „America, Location 12“. Mit ihrem Sound treffen Dispatch den Nerv der Zeit. Dispatch genießen spätestens seit ihren drei Benefizkonzerte zugunsten Simbabwes im Madison Square Garden 2007, wo sie insgesamt 110.000 Leuten begeisterten, eine Art Legendenstatus. Es ist umso erstaunlicher, dass das Trio in Deutschland noch zu den kleineren Acts gehört. Somit haben Fans die Möglichkeit, die Band aus den Staaten in mehreren Städten Deutschlands in Herbst sehen zu können, unter anderem auch auf dem diesjährigen Reeperbahn Festival. Als Support werden Current Swell dabei sein, die musikalisch eine ähnliche Richtung einschlagen

Dispatch: Deutschland-Tour 2017

  • 15.09. – München, Backstage Halle
  • 16.09. – Hannover, Faust
  • 17.09. – Köln, Gloria Theater
  • 19.09. – Berlin, Columbia Theater
  • 20.09. – Hamburg, Reeperbahn Festival
  • 21.09. – Frankfurt, Batschkapp