Drei Meter Feldweg

Drei Meter Feldweg machen ordentlich Dampf mit ihren deutschsprachigen Texten. Endlich wieder Deutschpunk, der vor allen Dingen live ins Ohr geht und mit harten Riffs sowie schnellen Drums überzeugt.

Drei Meter Feldweg sind Bennet (Vocals), Hendrik (Gitarre), Finn (Gitarre), Philip (Drums) und Simon (Bass). Aus dem beschaulichen Salzhausen im Landkreis Harburg haben sie den Weg zum Rock den Lukas gefunden und sich mit mir auf ein Interview getroffen.

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Hendrik: Wir kommen alle aus der selben Gegend, haben uns dann bei Partys getroffen und gesagt wir wollen eine Band machen. Ich war mit Philip in einer Klasse, wo wir früher eine Schulband hatten und dann sind uns die anderen irgendwie zugelaufen. Die Ursprungsbesetzung waren eigentlich Bennet, Philip und ich. Simon kam dazu, als der alte Bassist weg ist und Finn haben wir 2011 auf dem Deichbrand irgendwo aufgegabelt.

Stimmt es, dass Simon vorher kein Bass spielen konnte?

„Das kann ich auch immer noch nicht! Es ist auch nicht so, dass ich kein Bass spielen konnte, ich konnte kein einziges Instrument jemals spielen.”

Bennet: Nicht mal Triangel.

Hendrik: Wir haben uns halt gedacht, wir wollen uns jemand cooles in die Band holen, also suchen wir uns jemand cooles aus und der muss das Instrument einfach lernen.

Finn: Und das war Simon!

Kennt ihr die Redewendung „Dumm wie drei Meter Feldweg“?

Simon: Siehst du uns jetzt?

Finn: Die Redewendung kennt man natürlich.

Hendrik: Auf jeden Fall haben wir im Nachhinein festgestellt, dass es tatsächlich sehr gut ist, weil viele Leute der Meinung sind den Bandnamen zu kennen. In Wirklichkeit kennen die aber nur den Spruch. Es prägt sich halt sehr gut ein.

Finn: Und bei dem scheiß Namen sind wir auch tatsächlich seit fünf Jahren nicht traurig darüber, dass wir so heißen. Es gibt definitiv schlimmere Bandnamen. Itchy Poopzkid zum Beispiel!

2013 habt ihr „Randale in der Badewanne“ veröffentlicht und bereits ein Jahr später kam die EP „Sommer Sonne Bier“, die sich produktionstechnisch schon sehr vom Vorgänger unterscheidet.

Simon: Man muss dazu sagen, beide Platten wurden im selben Studio von der gleichen Person aufgenommen. Als wir das erste Mal im Manor Station Studio aufgenommen haben, waren wir erst die zweite Band, die er aufgenommen hat.

Hendrik: Er hat dazu gelernt, wir haben dazu gelernt.

In eurem Video zu „Sommer Sonne Bier“ sieht es irgendwie nicht so sonnig aus, wie kalt war es?

Simon: Wir haben sogar noch versucht Effekte einzubauen, damit es sonniger aussieht.

Finn: Wir machen auf jeden Fall nie wieder einen Videodreh, der vom Wetter abhängt! Es war halt so, da wo wir Regen brauchten, hat die ganze Zeit die Sonne geschienen und da wo wir Sonne brauchten, hat es die ganze Zeit nur geregnet.

Hendrik: Wir haben dann auch die örtliche Feuerwehr angerufen, damit die Regen simulieren. Und als wir dann am Strand waren, war es so kalt, dass Philip mit Neoprenanzug eingebuddelt werden musste.

Ihr habt schon vor 15.000 Leuten im HSV-Stadion gespielt.

Bennet: Meine Füße brennen immer noch! Ich bin halt mehr so Werder-Fan.

Wie kam es denn überhaupt dazu?

Finn: Ein Bekannter von mir hat zu der Zeit bei der Event-Agentur von Radio HH gearbeitet. Der hat mir eine Nachricht geschrieben, dass die noch eine Live-Band für das Abschiedsspiel von David Jarolim suchen und ob wir nicht Bock hätten, weil wir da gut reinpassen. Und dann haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt!

„Eigentlich wollten wir da auch eine Gitarre zertrümmern, aber der Rasen war zu schade.”

Hendrik: Man muss aber auch dazu sagen, dass wir wirklich keinen einzigen HSV-Fan hier haben, außer Ole [Manager der Jungs]…

Und dann spielt ihr hier beim Rock den Lukas beim Human Soccer Turnier mit, weil ihr Fußball alle so sehr liebt?

Ole: War richtig gut! Jedes Spiel zu 0 gespielt!

Philip: Aber verloren muss man dazu sagen!

Simon: Das war ein Paralleluniversum, in das wir da kurz reingeswitcht sind.

Finn: Die Torstatistik war tatsächlich 13:0, nach vier oder fünf Spielen.

Drei Meter Feldweg

Wo ist euer Maskottchen Refrain Feldweg?

Hendrik: Wir wollten den mitbringen, aber der liegt betrunken im Auto…

Simon: Der ist schon sehr alt.

Hendrik: Aber wäre das okay, wenn das rausgeschnitten wird? Der hat starke Alkoholprobleme. Wir versuchen das gerade in den Griff zu bekommen und heute hat er es mal wieder übertrieben. [Nein!]

Ist das eigentlich eine Giraffe?

Simon: Nee, das soll ein Kamel sein.

Ole: Das ist ein Kamel, das hat zwei Höcker!

Finn: Aber mit einem ganz schön langen Hals.

Bennet: Vielleicht ist es auch ein Giraffen-Affen-Kamel.

Wie seid ihr denn zu Refrain Feldweg gekommen?

Philip: Gar nicht! Der war vorher da. Der lag schon im Proberaum. Er war schon seit Anbeginn der Zeit da.

Simon: Der hatte damals schon ein Alkoholproblem und lag da in der Ecke.

Ihr seid schon wieder fleißig am Basteln, wann kann man denn mit einem neuen Album rechnen?

Hendrik: Am 37.19. Also entweder Ende des Jahres oder Anfang des nächsten.

Simon: Also es steht schon ein bisschen was.

Philip: Das steht aber auch noch in den Sternen.

Hendrik: Also, die Standard-Instrumente sind schon eingespielt, da fehlt hier und da vielleicht noch eine Rassel dazwischen, aber an sich muss das noch ein bisschen bearbeitet und abgemischt werden.


Wer den Spaßfaktor der Jungs gerne mal live erleben möchte, sollte sich die Sause auf keinen Fall entgehen lassen! Beispielsweise am 12.11. beim „Der kleine Rebell“-Punkrock-Festival in Winsen (Luhe).

Ich danke euch für alles und den Dirty Harry!

Fotogalerie: Drei Meter Feldweg beim Rock den Lukas

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