Bei „Duck Duck Grey Duck“ handelt es sich um eine Variante des Spiels „Duck Duck Goose“, das vorwiegend im US-Staat Minnesota verbreitet ist und sich insofern unterscheidet, dass Ralph von den Simpsons hier seinen Entchen Farben hätte geben müssen. Aber Moment mal, hat der Typ da links ein Tattoo des Logos der Modern Lovers?! Alles klar, dann sollten wir uns doch besser mit der Band befassen, als mit ihrem namensgebenden Spielchen.

Duck Duck Grey Duck kommen aus dr Schwiiz und haben neben dem Tattoo erstmal keine direkt ersichtlichen Bezugspunkte zu Jonathan Richmans 70er-Band. Aber immerhin – mit den Modern Lovers wurde damals das in die Wege geleitet, was wir heute als Proto-Punk bezeichnen und entsprechend als Vorgänger des einige Jahre später erstarkten Punks gilt. Die modernen Liebhaber hingegen entsprangen dem Garage Rock und hier findet sich die Schnittmenge mit Duck Duck Grey Duck, denn: Mit deren dröhnenden Bässen, dominanten Gitarren und soulig angehauchten Gesangseinlagen lässt sich dem Trio eine Nähe zum Garage nicht absprechen.

herecomeDas am 2. Februar veröffentlichte Debütalbum „Here Come Duck Duck Grey Duck“ öffnet mit dem polternden, bluesrockigen „Mama don’t mind“ und auch in „Mexico“ bleibt die Farbe der Ente zunächst blau, das Tempo im unteren Bereich. Erst bei „Transworld“ wird’s dann richtig bunt: Das instrumentale Stück walzt sich in ordentlichem Tempo durch Genres wie Surf, Punk’n’Roll oder auch Psycheledic und spätestens hier wird klar: Die Kombo vom Genfersee hat einiges auf dem Kasten. Mit Einfallsreichtum und Spaß am Ausprobieren rocken und grooven sich die drei französischsprachigen Schweizer durch die zwölf Stücke auf „Here come…“. Immer dabei: Die röhrenden, tiefen Basslines, mit denen sie ihren Signature Sound klar machen. Nicht immer dabei: Die röhrende Stimme des Sängers (der es aber auch in hohe Frequenzen schafft), denn immer wieder bleiben längere Songabschnitte oder auch ganze Stücke gänzlich instrumental.

„Here Come Duck Duck Grey Duck“ ist ein vielversprechendes Erstlingswerk, das der Band hörbar Freude beim Einspielen bereitet hat und so auch für den Rezipienten die entsprechende Freude beim Durchhören bereithält. Das macht definitiv Bock auf mehr – und natürlich auch Bock auf Meer, mit dem Surf-Sound von Duck Duck Grey Duck im Gepäck.

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