Die französische Elektro-Szene in den 90ern hat viel durchgemacht, glücklicherweise fielen dabei ein paar der Splitter auch auf uns ab. Die preisgekrönte Regisseurin Mia Hansen-Løve portraitiert das damalige DJ-Leben nun in „Eden“, einem semi-autobiografischen Film über das Aufkeimen der elektronischen Musikszene im Frankreich der 1990er-Jahre.

Der Independent-Film lässt nichts aus: wilde Hauspartys, Drogen und die Clubszene im Untergrund Frankreichs finden neben den Hauptdarstellern Félix de Givry und Hugo Conzelmann ihren Platz in dem Streifen. Authentizität ist eben wichtig. Im Fokus steht die Hauptfigur DJ Paul, dessen Aufstieg und Kampf in der Pariser Elektro-Szene als Teil des Duos „French Touch“ an prägende Persönlichkeiten wie Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter angelehnt ist, welche beide ebenso im Film auftauchen. Ihr kennt sie besser als Daft Punk.

Offenbar ist den beiden Random Access Memories DJs die Fertigstellung des Streifens sehr ans Herz gewachsen. Da die Produktion des Films seit jeher auf wackligen Beinen stand und drohte an Lizenzkosten zugrunde zu gehen, sicherten sie dem Filmteam drei ihrer Songs zum Minimum-Lizenzpreis von ca. € 3.000,- zu. Nicht nur ist in der Folge mit „Da Funk“ der erste große Hit der beiden Roboter im Film vertreten, auch löste das Engagement der erfolgreichen DJs eine weitere Welle Solidarität und Unterstützung seitens der französischen Elektro-Szene aus. Chapeau!

Das Drehbuch stammt aus der Feder des älteren Bruders der Regisseurin, DJ Sven Love. Sven Hansen-Løve, so sein bürgerlicher Name, legte in den 90ern regelmäßig im Queen Club in Paris auf und war u.a. auch Mitbegründer des Elektro-Duos Cheers.

Diese Woche wird „Eden“ auf dem Sundance Film Festival anlaufen. Ein deutscher Kinostart ist bislang noch nicht bekannt.

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