egotronic

Ganz schön fleißig, der Torsun – vor einem guten Jahr erschien mit „Die Natur ist dein Feind“ das bereits sechste Album seiner Band Egotronic, zwischenzeitlich machte er mit Daniel Decker – Ex-Pawnshop Orchestra, heute internet-famous als Das Kotzende Einhorn – gemeinsame Sache als „Der Torsun und das Einhorn“. Und am 17. April kommt schon wieder ein neues Egotronic-Album? Gutes Tempo. Apropos – der Egotronic-Sound war ja seit jeher schnell und energiegeladen, gepaart mit der klar politischen Attitüde ließ sich das Ganze sicher schon länger als Punk bezeichnen, trotz des elektronisch produzierten Klangbilds. Wirft man nun einen Blick auf die Tracklist von „Egotronic, c’est moi!“ fällt schnell auf: Das kennt man doch schon irgendwo her! Denn nachdem das letzte Album des Quartetts bereits eine Menge organischen Sound in seinen Electropunk ließ, gehen Egotronic nun einen Schritt weiter und hüllten für die neue LP ausgewählte Songs ihrer Diskografie in ein Punkrock-Gewand.

Sich selbst in neuem Stil covern – hat Heino ja auch schon gemacht! Aber „was soll’s“, starten wir in das neue Werk der Berliner und den Opener macht ebenjener Song von ihrem ersten Album „Die richtige Einstellung“. Und da wird schon schnell klar: Der neue Style steht den Egotronen ziemlich gut! Gitarren werden geschrammelt, Drums werden penetriert und das Ganze geht nicht minder nach vorne als in seiner Urversion. Wo „Maybe Someday“ früher auf einem Vocal-Sample basierte, wird dessen Zeile „Maybe Someday I could learn to hate you too“ hier prompt in einen mitgröhlbaren Refrain verwandelt. Auch dem Titeltrack der ersten Platte, deren Songs den größten Teil der Tracklist ausmachen, bekommt die Frischekur gut und Torsuns Sprechgesang funktioniert ebenso gut auf dem mit Synthies und Pfeifchören angereicherten Stück:

„Hast du ’ne feste Arbeit oder was ist dein Problem? Dann empfehle ich dir, einmal zum Arzt zu geh’n. ‚Nen gelben Schein bekommt man schnell, dann kannst du leben fett. Symptome findest du im Internet!“

cestmoiNicht fehlen darf natürlich auch der alte Antifa-Gassenhauer „Raven gegen Deutschland“, wieder mal haben sie uns „Bass! Bass! Bass!“ mitgebracht und der knarzt wie eh und je. Besonders erfreulich: Auch der für mich beste Egotronic-Song „Die Partei“ findet seinen Platz auf dem Eigen-Cover-Album, inklusive treibender Drums und dem ohnehin bombastischen Refrain.

Musikalische Meisterleistungen werden auf „Egotronic, c’est moi!“ nicht vollbracht, und das ist sicher auch gar nicht gewollt – ganz im Sinne des guten, alten Punks. Und so funktionieren die guten, alten Stücke hier auf eine ähnlich energetische Art und Weise, wie sie uns bereits bekannt sind, nur eben im Genre etwas angepasst. Richtig gute Scheibe, die dem geneigten Hörer mal wieder klar macht: Egotronic, c’est moi aussi!

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